Stimmen nach dem Rennen

Lewis Hamilton
"Ich finde keine Worte, meine Gefühle zu beschreiben, so sehr freue ich mich über meinen ersten Sieg in der Formel 1. Das Team hat super gearbeitet und es ist schön, dass ich Teil der McLaren-Mercedes-Familie bin. Mein Start war in Ordnung und ich hielt mich aus dem Gerangel um mich herum heraus. Ich bin froh, dass es meinem Freund Robert Kubica nach seinem Unfall den Umständen entsprechend gut geht. Ein paar Runden vor Schluss realisierte ich, dass der Sieg in Reichweite war und wie die Fans mich anfeuerten. Der Beginn meiner Formel-1-Karriere ist unglaublich. Danke an alle bei McLaren und Mercedes-Benz für ihre harte Arbeit."

Fernando Alonso
"Es war ein seltsames Rennen mit vier  Safety-Car-Phasen. Lewis hat davon profitiert, ich nicht. Bei meinem ersten Boxenstopp in Runde 24 hatte ich keinen Sprit und musste hereinkommen. Schade, dass ich deswegen die Stop-and-Go-Strafe erhielt, aber so sind die Regeln. Die Alternative wäre gewesen, auf der Strecke ohne Benzin stehen zu bleiben. Danach habe ich so gut es ging attackiert, denn ich hatte nichts mehr zu verlieren. Auch wenn es für mich kein einfaches Rennen war, so freue ich mich doch für Lewis und das Team über seinen ersten Sieg, und auch darüber, dass es Robert Kubica gut geht. Ich hoffe, dass es nächste Woche in Indianapolis wieder besser für mich läuft."

Heikki Kovalainen
"Das war ein sehr befriedigendes Rennen für mich. Natürlich brauchte ich etwas Glück, um von ganz hinten noch Punkte zu holen. Aber man muss den Vorteil der Chancen auch ergreifen, und genau das habe ich getan. Ich habe das Gefühl, dass ich viel Zeit an diesem Nachmittag damit verbracht habe, andere Autos zu überholen. Wir haben vor dem Qualifying noch das Setup angepasst, damit ich auf der Geraden schneller bin. Das hat sich ausgezahlt."
"Es war sehr schwierig da draußen, überall lag der Reifenabrieb, ein Fehler war schnell passiert. Ich habe aber keine gemacht, das ist nach zwei schweren Tagen besonders toll. All die Probleme am Wochenende ließen mich noch mehr den Erfolg jagen. Das zeigt, dass man einfach nie aufgeben sollte. Man muss positiv eingestellt bleiben und vorausblicken, dann kommen auch die Ergebnisse. Heute lief alles für mich, hoffentlich wird es in Indy genauso."

Giancarlo Fisichella
"Ich hatte ein großartiges Rennen, aber letztlich wurde es ein schlechter Tag für mich. Das Podest war schon in Reichweite, es ist einfach frustrierend, eine so große Gelegenheit zu verpassen. Was den Zwischenfall angeht, so konzentrierte ich mich ganz auf Kubica, der neben mir war. Da sah ich die rote Ampel gar nicht. Positiv war heute, dass das Auto konkurrenzfähig war - so gut wie das von Ferrari. Ich hoffe, dass ich in Indy einen besseren Nachmittag haben werde."

Kimi Raikkönen
"Es war für mich ein sehr schwieriges Rennen, von Anfang an. Ich hatte am Start nicht viel Haftung, da ich auf der schmutzigen Seite der Strecke war. Und kurve Zeit später traf ich Felipes Auto mit meinem Frontflügel. Dann gab es so viele Safety-Car-Phasen, die für Chaos sorgten."
"Hinzu kam, dass sich nach Kubicas Unfall ein Trümmerteil zwischen meinem Frontflügel verklemmte und ich so viel Untersteuern und ein paar Probleme mit den Bremsen hatte. All diese Probleme haben es zu einem wirklich komplizierten Rennen gemacht. Schlussendlich habe ich ein paar Punkte geholt. Es hätte ein besseres Rennen werden können, es hätte aber auch schlimmer laufen können."

Felipe Massa
"Was beim Boxenstopp passiert ist, ist wirklich eine Schande. Selbst wenn mir das Safety Car nicht geholfen hat, hatte ich ein gutes Rennen und ich hätte ein paar wichtige Punkte für die Meisterschaft einfahren können. Leider habe ich mir nicht einmal die Ampel angeschaut, als ich die Boxen verließ, besonders da so viele Autos in der Boxengasse hinter mir waren."
"Es stimmt, dass die McLaren heute sehr stark waren, aber dies war nicht das Ergebnis, das wir hätten haben sollen, wir sollten in der Lage sein, auf dem Podium ins Ziel zu kommen. Die Saison ist lang und immer noch völlig offen. Wir müssen arbeiten, um unsere Leistung zu verbessern. Ich bin für Kubica glücklich, der ein Freund von mir ist, dass er sich bei seinem Unfall nicht ernsthaft verletzt hat. Das ist beinahe ein Wunder."

Rubens Barrichello
"Es war ein verrücktes Rennen heute und wir hätten von all den Zwischenfällen und Ausfällen profitieren können, um in die Punkte zu kommen. Die letzte Safety-Car-Phase ruinierte jedoch unsere Strategie, welche uns auf Platz fünf gebracht hätte. Nach Kubicas Unfall musste ich an ihn denken. Du willst niemals sehen, dass ein anderer Fahrer vor dir verletzt wird. Ich freue mich, dass er okay ist. Ansonsten müssen wir dieses Rennen einfach vergessen und unsere volle Aufmerksamkeit auf Indianapolis lenken."

Jenson Button
"Ich wollte vor dem Start in den ersten Gang schalten, aber nichts passierte. Ich versuchte laufend, vom Leerlauf in den Ersten zu schalten und versuchte auf der Startaufstellung das Problem zu beheben, aber es ging nicht. Das ging so weiter, als wir einen Start aus der Boxengasse versuchten."

Nick Heidfeld
"Als erstes freue ich mich, dass Robert wohl okay ist! Wir hatten hier auf einen Podiumsplatz gehofft und auf Platz drei spekuliert, mit Platz zwei hatten wir nicht gerechnet. Wichtig und sehr befriedigend ist, dass ich auch unter normalen Rennbedingungen, ohne die vielen Safety-Car-Phasen und die Strafe für Alonso, die Chance auf Platz zwei gehabt hätte. Ich konnte ihm wegfahren. Nach dem Stopp war die Lücke recht groß, und das war unerwartet."
"Vielen Dank an das Team. Es hat ein sehr gutes Auto entwickelt. Wir wussten an diesem Wochenende erst relativ spät, wie wettbewerbsfähig wir hier sind, weil es anfangs einige Probleme gab, für mich vor allem Samstag. Als ich dann gemerkt habe, wie schnell ich war, habe ich das Team gebeten, mir zu bestätigen, dass ich wirklich so gut im Rennen liege, wie ich dachte."
"Das Rennen war großartig, und der beste Moment war definitiv der Start, als ich Alonso überholt habe und in Hamiltons Windschatten war. Anfangs habe ich mir noch Sorgen wegen Alonso gemacht und nicht nur nach vorn, sondern auch etwas nach hinten geschaut. Später habe ich mich nur noch darauf konzentriert, das Auto auf der Straße zu halten, was nicht ganz einfach war."

Ralf Schumacher
"Dies war ein weiteres schwieriges Wochenende für mich, aber es ist natürlich schön, einen Punkt geholt zu haben, nachdem ich von der 18. Position gestartet bin. Ich bin mir sicher, dass dies niemand erwartet hatte, aber es war ein chaotisches Rennen."
"Angesichts unserer Startposition haben wir das Auto für den ersten Stint vollgetankt. Das Auto war nicht allzu schlecht und wir waren in der Lage, Boden gutzumachen, aber uns mangelte es an Top-Speed, sodass es schwierig war, in der Schikane zu überholen."
"Gegen Ende wurde ich von Sato überholt, der auf dem Prime-Reifen fuhr, während ich auf dem Option-Pneu war. Das war heute ganz klar der schlechtere Reifen, aber die Regeln besagen, dass wir ihn verwenden müssen. Wir haben offensichtlich eine Menge Arbeit vor uns, aber zumindest haben wir heute einen Punkt bekommen."

Jarno Trulli
"Dies war für mich ein sehr schwieriges Rennen. Der Start war ordentlich, aber mir mangelte es an Haftung und ich konnte das Tempo nicht mitgehen, vor allem gegen Ende des ersten Stints."
"Nachdem wir während der ersten Safety-Car-Phase für neue Reifen an die Box kamen, traf mich Robert Kubica von hinten und crashte. Ich war nicht von meiner Linie weggegangen, aber als ich das Auto sich überschlagen sah, war ich sehr besorgt.
"Wenn man sieht, dass ein anderer Kollege einen so heftigen Unfall hat und du von hinten getroffen wirst, ist das kein nettes Gefühl. Zu diesem Zeitpunkt gingen mir eine Menge Dinge durch den Kopf, aber seitdem habe ich gehört, dass er okay ist, und ich hoffe, dass er bald wieder zurückkehren wird."
"Ich hatte einen Plattfuß, musste also erneut an die Box kommen, aber ich war mir dann nicht ganz sicher, wo ich mich im Rennen befinde. Schlussendlich, als ich das letzte Mal an die Box kam, wurde ich überrascht und als ich auf dem letzten Platz wieder auf die Strecke kam machte ich zu viel Druck, um das Feld aufzuholen, und fuhr in die Mauer. Aber nach einem Tag wie diesem ist das Rennen nicht wichtig."

Mark Webber
"Mein Start war schlecht, ich verlor gegen Rosberg und Kubica auf dem Weg zur ersten Kurve und versuchte, wieder Boden gutzumachen. Ich hatte einen guten Zweikampf mit Robert, kam dann aber in der ersten Kurve auf die schmutzige Seite und verlor wieder ein paar Positionen. Ich begann meine Aufholjagd wieder, was auch gut lief, aber ich wusste, dass es ein langer Weg nach vorne sein würde. Das Safety-Car kam raus und anfangs sah es aus, als würde das helfen, aber schlussendlich war es nicht einfach nachzuvollziehen, wer mit welcher Strategie unterwegs war. Die weichen Reifen waren am Schluss nicht sehr gut und es gab keine Möglichkeit, gegen Sato zu kämpfen, der die härteren Reifen draufhatte."

David Coulthard
"Ich hatte Schwierigkeiten beim Hochschalten, aber dann ging es plötzlich wieder. Die Getriebetemperaturen stiegen allerdings zu hoch, und deshalb musste ich das Auto dann abstellen. Wir müssen sehen, was dieses Problem verursachte. Es ist natürlich sehr enttäuschend, wenn ich bedenke, dass unsere Strategie sehr gut war. Wir hatten viele Runden während Safety-Car-Phasen heute. Diese können Fahrer bestrafen, die sonst nichts falsch machen. Im Falle Alonsos sieht man, dass eine geringfügig unterschiedliche Strategie zur falschen Zeit schon einen schlechten Rennausgang bedeuten kann. Es ist gut zu hören, dass Kubica okay ist. Ich sah seinen Unfall auf einem der Großbildleinwände an der Strecke. Aber ich hörte, dass er bei Bewusstsein ist und spricht, was immerhin gute Nachrichten sind."

Nico Rosberg
"Nachdem ich am Start zwei Positionen gewonnen hatte, dachte ich wirklich, dass heute einiges drin sein würde. Leider hatte ich Pech, denn ich hatte kein Benzin mehr und musste ausgerechnet an die Box kommen, als das Safety-Car rausging. Von da an, nach der Zeitstrafe, war es sehr schwierig, die ursprüngliche Position wieder einzunehmen."
"Nach dem zweiten Boxenstopp lag ich ganz am Ende des Feldes. Der Zweikampf mit Trulli endete für uns beide in einem Dreher und ich verlor dann noch mehr Zeit, weil das Getriebe stecken blieb. Was für ein Nachmittag! Das Positive für das Team ist, dass Alex Dritter wurde und unser Auto von der Pace her sehr schnell war. Jetzt können wir zuversichtlich nach Indianapolis fliegen."

Alexander Wurz
"Es ist ein Traum, bei meinem zehnjährigen Formel-1-Jubiläum auf dem Podium zu landen. Ich hatte ein schwieriges Wochenende und musste von ganz hinten ins Rennen gehen, aber ich gab nicht auf und gab alles, was ich hatte. Es war eines dieser turbulenten Rennen, aber ich hatte ein klasse Auto und das Team tat alles, um die Strategie hinzubekommen und informierte mich immer über die verschiedenen Zwischenfälle."
"Fahrerisch habe ich keine Fehler gemacht und mein Graining der Reifen ließ am Ende nach, so dass ich Kovalainen trotz seiner härteren Reifen in Schach halten konnte. Am Anfang hatte ich Glück, als mein Heckflügel bei der Kollision mit Speed beschädigt wurde, aber das Team wusste, dass kein Risiko bestand, also konnte ich weiterfahren, auch wenn ich leider dadurch weniger Topspeed zur Verfügung hatte."

Vitantonio Liuzzi
"Das war nicht das, was ich mich für dieses Rennen vorgestellt hatte. Nach Kubicas Unfall verklemmten sich Trümmerteile unter meinem Auto und ich dachte schon, dass mein Rennen beendet wäre. Es war wie ein Slalomlauf um die Trümmerteile. Aber ich konnte weiterfahren und alles schien bestens. Unglücklicherweise fuhr ich in der Start-Ziel-Schikane dann über einen Randstein, welcher mich in die 'Wall of Champions' katapultierte, und mein Rennen war zu Ende."

Scott Speed
"Es war ein enttäuschender Tag für uns. Es war wirklich verrückt. Ich muss mich beim Team entschuldigen, weil ich einen kleinen Fehler machte. Alex war schneller auf der Geraden, aber er machte einen Fehler in der Haarnadel und dann einen weiteren in der Kurve, bevor ich versuchte, ihn zu überholen. Als ich meinen Überholversuch startete, war einfach nicht genug Platz für zwei Autos."

Christijan Albers
"Wir müssen hoffen, dass Kubica okay ist, weil das ein Riesenunfall war. Am Anfang des Rennens berührte ich während eines Positionskampfes ein bisschen die Mauer, dachte aber, dass das keine große Sache wäre, aber dann im weiteren Verlauf des Rennens geriet das Auto mehr und mehr aus der Balance, besonders vorne links. Dann kam ich aus der Schikane und das Auto fuhr direkt in die Mauer. Es schien, als hätte es ein Problem mit dem Frontflügel gegeben. Natürlich bin ich enttäuscht, weil wir ein gutes Ergebnis hätten haben können."

Adrian Sutil
"Natürlich sind wir sehr enttäuscht, das Rennen nicht beendet zu haben. Ich möchte mich beim Team entschuldigen, welches das ganze Wochenende so hart gearbeitet hat. Es wäre einfach gewesen, Punkte zu machen, wenn ich keinen Fehler gemacht hätte."

Takuma Sato
"Was ein ehrfurchtseinflößendes Wochenende für uns. Ich machte mir wirklich Sorgen um Kubica, und als ich hörte, dass er okay ist, war ich erleichtert und möchte auf diesem Wege ein großes Dankeschön an die Formel-1-Sicherheitsmannschaft aussprechen."

"Nach diesem Unfall ging ich dann das Rennen so richtig an. Es war eine Mischung aus Racing und Safety-Car-Phasen und unsere Strategie war sehr gut. Zu einem Zeitpunkt kam ich unmittelbar nachdem das Safety-Car auf die Strecke ging in die Box, weil die Box noch geöffnet war. Das Team wusste dies ebenso und war sofort bereit. Während der letzten Runden hatte ich ein sehr gutes Gefühl, weil ich mit den Topleuten mithalten und durch überzeugende Überholmanöver meine Position zurückgewinnen konnte. Dies war der absolut schönste Tag in meiner ganzen Rennkarriere und es ist ein erstaunliches Resultat. Einen Riesendank an alle aus dem Team und die Leute, die uns unterstützen."

Anthony Davidson
"Es war so schade, dass die Sache mit dem Biber passierte. Ich war auf dem dritten Platz hinter dem Safety-Car, auf einer Einstoppstrategie und alles hätte laufen können, wenn dieser Biber nicht meinen Frontflügel zerstört hätte. Ich konnte ihn nicht mal sehen und verstand im ersten Moment nicht, warum die Vorderräder blockierten. Deshalb musste ich die Boxen ansteuern. Die Mechaniker waren überrascht, als ich auftauchte, aber durch die Strategie gewann ich wenigstens eine Runde während der Safety-Car-Phase zurück und es war ein erfreuliches Rennen am Schluss."
"Ich hoffe, Kubica ist okay. Ich sah den Unfall direkt neben mir. Das Rennen war vom ersten Moment an ein richtiges Blutbad und ich bin einfach froh, es zu Ende gefahren zu sein. Ich konnte mein bestes Resultat egalisieren und das Team arbeitete hervorragend heute. Ich war draußen auf dem weichen Reifen, stellte Graining fest und meldete dies ans Team. Ich kam während der Safety-Car-Phase zum Reifenwechsel und bevor Taku auch nur eine schnelle Runde fahren konnte, wussten sie, dass sie die Reifen zur harten Option zurückwechseln mussten, und das zahlte sich aus. Das war wirklich perfektes Teamwork und damit bin ich sehr zufrieden."