Stimmen nach dem Rennen

Fernando Alonso

"Es war schön, wieder in Spa zu fahren. Beim Start blieb ich so lange wie möglich auf der Innenseite. Leider kam Lewis etwas neben die Strecke, aber dort gibt es eine große Auslaufzone. Da mein Auto etwas leichter war als das von Lewis, weil ich eine Runde früher an die Box fuhr, wollte ich unbedingt vor ihm bleiben."
"Die Ferrari waren heute etwas schneller. Ich versuchte alles, um an Felipe Massa dran zu bleiben und um bei den Boxenstopps einen Platz gutzumachen, doch er und Kimi setzten sich nach und nach ab. Uns fehlte im ersten und letzten Sektor etwas Speed. Der Kampf bis zur Titelentscheidung wird eng und den Fans gefällt das sicherlich."

Lewis Hamilton

"Das Auto war gut, nur für mich lief es hier nicht so wie auf anderen Strecken. Es gelang mir einfach nicht, meine Rundenzeiten zu verbessern. Mein Start war OK und ich versuchte, in der ersten Kurve nach vorn zu kommen, doch Fernando verteidigte seine Position und ich musste durch die Auslaufzone., war aber kurz danach schon wieder mindestens gleichauf."
"Im Kampf um die Weltmeisterschaft kann das passieren. Danach gab ich bis zum Ende alles, leider unterlief mir kurz vor Schluss noch ein kleiner Fehler. Ich holte wichtige WM-Punkte und der Abstand zwischen Fernando und mir beträgt jetzt zwei Zähler - das ist knapp, aber ich sehe mich in einer ehr guten Position im Titelkampf."

Giancarlo Fisichella
"Mein Rennen war so kurz, da gibt es eigentlich gar nicht viel zu sagen. Ich bin aus der Boxengasse gestartet, daher konnten wir eine Aerodynamik mit flacheren Flügeln und weniger Abtrieb einsetzen, um mir das Überholen zu erleichtern. Als ich auf Kurve fünf zugeschossen kam und bremste, hat das Auto einfach nicht verzögert und ich bin geradeaus in die Reifenstapel gerutscht. Dabei ist die vordere linke Radaufhängung gebrochen. Ich habe es zwar noch zurück bis an die Box geschafft, musste dann aber aufgeben."

Heikki Kovalainen
"Ich glaube ich habe während des Rennens mehr in die Rückspiegel geschaut als nach vorne. Und wenn ich einmal eine freie Strecke hatte, war mein Auto zu schwer, um die Zeiten zu fahren, die für die Umsetzung unserer Strategie notwendig gewesen wären."
"Ehrlich gesagt: Ich glaube, wir hätten heute mit einer anderen Taktik vermutlich ein besseres Resultat einfahren können. Unser Renault R27 war viel konkurrenzfähiger, als dies von außen betrachtet den Anschein gehabt haben muss. Nach den Longruns am Freitag dachten wir, dass wir so schnell sind, um eine Einstopp-Strategie erfolgreich umsetzen zu können. Dies hat sich nicht bestätigt. Das kann passieren - nicht jedes Risiko zahlt sich am Ende auch aus."
"Mein Start verlief fantastisch, danach musste ich mich fast nur noch gegen Hintermänner verteidigen und hatte eine Menge Rad-an-Rad-Duelle. Das macht zwar Spaß, ist aber ein viel größeres Vergnügen, wenn ich in der Rolle des Angreifers bin. Aber wir haben hier in Spa auch positive Erkenntnisse gesammelt - zum Beispiel, dass der Basis-Speed unseres Renault R27 viel näher an die Top-Autos heranreicht als gedacht. Ein guter Grund, um den verbleibenden drei Grands Prix optimistisch entgegenzublicken."

Kimi Räikkönen
"Ein großartiger Tag. Ich hatte nach dem Handling des Autos im Qualifying ein paar Zweifel, aber alles ging gut. Das Auto funktionierte im ganzen Rennen prächtig. Es war im ersten Teil schnell genug, um das Rennen danach zu kontrollieren. Es ist schön, hier auf meiner Lieblingsstrecke zum dritten Mal in Folge zu triumphieren. Nun müssen wir weiter pushen. In der Meisterschaft liegen wir noch weit zurück, aber wir geben nicht auf und werden bis zum Ende weiterkämpfen."

Felipe Massa
"Das Rennen war gut. Ich hatte im ersten Stint etwas Übersteuern, aber beim Stopp führten wir eine Änderung am Frontflügel durch. Die weichen Reifen funktionierten gut, wir hätten sie auch im ersten Stint verwenden sollen, aber so was bemerkt man immer erst nach dem Rennen. Ich freue mich für das Team, denn wir wollten diesen Doppelsieg. Nun sieht es in der Meisterschaft etwas besser aus, wir werden bis zum Ende kämpfen."

Rubens Barrichello
"Das war ein ziemlich frustrierendes Wochenende für uns, da wir die ganze Zeit über mit dem Wagen Probleme hatten. Durch die große Treibstoffmenge bei unserer Ein-Stopp-Strategie blockierten die Hinterräder schnell, und ich habe das ganze Rennen über mit dem Wagen gekämpft."
"Wir müssen uns jetzt auf Dienstag konzentrieren, wo wir in Jerez testen werden. Wir werden den Wagen mit einer anderen Konfiguration testen - hoffentlich einer besseren, damit wir in den verbleibenden drei Rennen Fortschritte machen können."

Jenson Button
"Es ist immer enttäuschend wenn man aus einem Rennen ausscheidet. Aber so hatte ich sechs Runden weniger Stress, denn der Wagen ließ sich so schwer fahren. Wir haben uns an diesem Wochenende auf ein hartes Rennen eingestellt, da wir auf der geänderten Strecke bereits im Juli gefahren sind. Deshalb waren wir nicht überrascht, dass sich der Wagen hier nicht gut fahren ließ."
"Es war ein hartes Rennen, und der Wagen wechselte während der Runde von starkem Übersteuern zu Untersteuern. Dann rutschte die Kupplung durch, die Servolenkung fiel aus, und es war klar, dass wir einen Hydraulikdefekt hatten. Wir sind enttäuscht, aber wir konzentrieren uns jetzt auf Jerez in der nächsten Woche, um neue Entwicklungen für unser Heimatrennen in Japan zu testen. Wir hoffen auf einen größeren Erfolg in Fuji."

Nick Heidfeld
"Mein Start war diesmal wirklich nicht gut. In der ersten Kurve wollte ich das dann wieder wettmachen, aber daraus wurde nichts. Ich habe zu spät gebremst und war dann außen auf verlorenem Posten. Ich wusste, dass ich Heikki Kovalainen überholen musste, weil er nur ein Mal tanken würde. Das war nicht einfach, ging aber."
"Als Nico Rosberg und Mark Webber viel früher als ich zum Tanken fuhren, war klar, dass ich mich vor beiden platzieren kann. Außerdem waren die Rundenzeiten gut, als ich freie Fahrt hatte. Am Ende hatte ich dann keinen Druck mehr und habe die Motordrehzahl zurückgenommen."

Robert Kubica
"So geht es manchmal. Du gibst alles und bekommst nichts. Mein Start war nicht besonders gut, aber das Rennen war wie erwartet schwierig. Heikki Kovalainen hatte einfach viel mehr Top-Speed. Ich hatte keine Chance, ich konnte nicht einmal fünf Meter auf ihn gutmachen."
"Als ich nach dem ersten Boxenstopp hinter David Coulthard lag, war ich in den Kurven viel schneller als er, konnte aber auf den Geraden nicht an ihm dranbleiben. Hinter ihm habe ich fast zehn Runden lang jede Menge Zeit verloren. Ich hätte zwei Sekunden pro Runde schneller fahren können."

David Coulthard
"Ich musste wegen eines Problems im Bereich der Hydraulik aufgeben. Als Folge des Defekts fielen der Gaszug und die Power-Lenkung aus. Freitags trat in der 'Eau Rouge' ein Schaden am Auto auf, was in diesem Streckenabschnitt grundsätzlich unangenehm ist. Glücklicherweise passierte es jetzt auf einer Geraden - entsprechend hatte ich mehr Platz, um mein Auto aus dem Weg der anderen zu manövrieren. In einer solchen Lage hat man keinerlei Chancen, die Boxen zu erreichen, weil das Gaspedal nicht mehr funktioniert."
"Zu Beginn des Rennens war mein Auto sehr schwer. Ich war entsprechend langsam unterwegs. Als der Tank leerer wurde, steigerte sich meine Performance. Ausgangs der Kurven war mein Auto heute nicht besonders gut. Das gilt auch für das Anbremsen der Schikane und der Haarnadelkurve. Tatsächlich trat eine Reihe von Problemen auf, die für dieses Auto untypisch sind. Wir müssen uns also unbedingt darum bemühen, genau zu verstehen, was heute falsch lief."

Mark Webber
"Es ist sehr gut für uns, dass wir heute WM-Punkte geholt haben. In diesen Zeiten ist das für uns keineswegs einfach. Es war großartig, das andere Renault-Team im offen ausgetragenen Duell zu besiegen. David machte als Puffer vor Kubica einen tollen Job. Das war eine gute Unterstützung. Es war ein erfreuliches Rennen an diesem Nachmittag. Aufgrund der furchtbaren Tragödie, die sich gestern ereignete, sind meine Gedanken natürlich bei der Familie McRae."

Ralf Schumacher
"Das Rennen war ganz okay. Ich habe mein Bestes gegeben und wir holten alles aus dem Auto heraus. Leider war das für Punkte zu wenig. So gesehen ist das frustrierend, denn wir haben das Auto bis ans Limit getrieben und hofften nach unseren guten Zeiten im Training auf mehr."
"Am Freitag sah es ermutigend aus, doch in der Folgezeit haben wir gegenüber den anderen Teams verloren. Nun müssen wir herausfinden, warum das so war. Das nächste Rennen findet auf unserer Heimstrecke, dem Fuji Speedway, statt. Das gesamte Team freut sich auf den Japan-Grand-Prix, der für uns ganz klar ein wichtiges Rennen ist. Es ist enttäuschend, hier ohne Punkte abzureisen, aber wir werden in Japan alles versuchen."

Jarno Trulli
"Der Nachmittag war schwierig. Schon in der ersten Kurve verlor ich einige Plätze. Ich fiel hinter Autos zurück, die mehr Sprit an Bord hatten als ich. Aber ich konnte sie nicht überholen, weil wir auf der Geraden zu langsam waren. Ich hatte mir im Rennen mehr erwartet. Wenn ich frei fahren konnte, war das Auto gut. Wir hoffen, dass wir bei unserem Heimrennen in Fuji besser abschneiden können."

Alexander Wurz
"Vom 15. Platz aus zu starten war alles andere als ideal und es war furchtbar frustrierend. Es war ohnehin vergebens, denn wir hatten Probleme mit dem Benzindruck. Da wurde immer schlimmer, ich machte einen zusätzlichen Stopp, dich der Druck kam nicht zurück. Das Team holte mich an die Box. Es ist klar, dass ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden bin."

Nico Rosberg

"Ich freue mich riesig über das Ergebnis. Wir waren heute wieder das viertplatzierte Team und das zeigt, dass wir von Rennen zu Rennen Fortschritte machen. Auch für mich ist das gut, denn mit einem guten Auto kann ich zeigen, was ich kann, und ich kann konstant Punkte sammeln, was auch zu Saisonbeginn beim Ziel war."
"BMW war heute zu stark, Rang sechs war das Bestmögliche. Ich bin auch besonders zufrieden, dass ich mich auf dieser herausfordernden Strecke so gut geschlagen habe. Ich hoffe, dass die Fortschritte nun weitergehen, damit sich meine Platzierung in der WM in den kommenden drei Rennen noch weiter verbessert."

Sebastian Vettel

"Ich musste aufgeben weil sich mein Auto nicht mehr nach rechts lenken ließ. Es handelte sich um ein Problem mit der Lenkung, aber die genauen Hintergründe kennen wir noch nicht. In den Linkskurven konnte ich völlig normal einlenken."
"Das Problem wurde immer ärger. Zu diesem Zeitpunkt gingen wir noch davon aus, es könnte an den Reifen liegen. Doch unmittelbar nachdem ich die Boxen mit frischen Reifen verlassen hatte und in die erste Rechtskurve einbog, spürte ich das Problem unverändert. Es ist eine Schande, denn das Rennen war zu diesem Zeitpunkt erst fünf Runden alt, und wir waren mit einem recht guten Tempo unterwegs."

Vitantonio Liuzzi
"Nach eigenem Eindruck fuhr ich ein gutes Rennen mit einigen schönen Überholmanövern. Das Wochenende begann am Freitag mit mehreren Problemen, doch im Qualifying lief es dann sehr gut, und ich machte anschließend wegen der Probleme anderer noch zwei Startplätze gut."
"Unterm Strich hätten wir es meiner Meinung nach nicht besser machen können. Wenn man bedenkt, wie schwierig diese Rennstrecke ist, dann lief es an diesem Wochenende besser als erwartet. Wir konnten zeigen, dass wir im Vergleich zu den Autos von Red Bull Racing eine gute Race-Pace vorlegen konnten."
"Wir haben einen guten Job gemacht, wenn man von einem Problem mit dem rechten Vorderrad absieht, das mich während des Boxenstopps einige Sekunden kostete und dadurch um einen möglichen Fight mit Button brachte. Aber der fiel später ja ohnehin aus."

Adrian Sutil

"Dies ist das erste Mal, dass ich lächle, nachdem ich aus dem Auto gestiegen bin! Es war ein gutes Rennen und in jeder Runde waren Autos vor und hinter mir, ich musste also wirklich Druck machen, mich jedoch auch verteidigen."
"Es war ein großartiges Gefühl, besonders nach dem ersten Rennabschnitt, der verrückt war. Ich konnte ein Auto nach dem anderen überholen und schaffte es vor dem ersten Boxenstopp bis auf Platz 12. Wir hatten bei den Boxenstopps keinerlei Probleme, alles verlief sehr reibungslos, und ich denke, dass der 14. Platz mit dem Auto der B-Spezifikation sehr gut ist."

Sakon Yamamoto
"Vom Start weg habe ich wirklich so viel Druck gemacht, wie ich konnte. Ich konnte die gleiche Geschwindigkeit an den Tag legen wie die anderen Fahrer, aber ich hatte einen weicheren Reifen, der mir eine Menge Untersteuern bescherte. Bei meinem ersten Boxenstopp wechselten wir auf den härteren Reifen und nahmen eine Veränderung am Frontflügel vor, so dass das Auto wesentlich besser balanciert war. Dann konnte ich für den Rest der Renndistanz Druck machen."
"Dies war ein gutes Ergebnis und ich denke, dass wir zufrieden sein können, denn an diesem Wochenende haben wir gezeigt, wie viel wir mit dem B-Modell erreichen können. Das kommende Rennen in Fuji wird mein Heimrennen sein, ich freue mich aus diesem Grund wirklich darauf, dort ein Rennen zu bestreiten

Takuma Sato

"Es war ein gutes Rennen unter den schwierigen Umständen. Ich machte beim Start ein paar Plätze gut, aber auf der 'Kemmel'-Geraden, als ich Seite an Seite mit einem Toro Rosso lag, wurde ich weg gedrückt und musst aus diesem Grund auf das Grün ausweichen und verlor eine Menge Schwung. Ich musste dann weiter kämpfen, um meine verlorenen Positionen gutzumachen, aber ich hatte dabei Spaß und ein paar aufregende Momente."
"Dies zeigt, wie großartig der Kurs von Spa für die Formel 1 ist, dass es hier Überholmöglichkeiten gibt und dass es eine herausfordernde Strecke ist. Es ist einfach schade, dass wir heute nicht die Geschwindigkeit hatten, und das war frustrierend. Ich denke jedoch, dass wir alles in allem ein paar positive Eindrücke hinterlassen haben, bevor wir uns auf den Weg zum Großen Preis von Japan machen."

Anthony Davidson
"Für mich war dies ein ziemlich wenig ereignisreiches Rennen. Ich musste aus der Boxengasse starten, nachdem ich auf meiner Runde auf die Startaufstellung ein Problem an der Front des Autos verspürte, das war schade. Aber ich schloss auf das Ende des Feldes auf und kämpfte auf meiner Ein-Boxenstopp-Strategie, um das Maximum daraus zu machen. Und ich denke, dass wir dies getan haben."
"Auf dem Prime-Reifen steckte ich länger im Verkehr fest, als ich wollte, und bis zu dem Moment, als die Options in jenen Bereich kamen, in dem sie arbeiteten. Von da an musste ich einfach nur das Auto ins Ziel bringen. Es war gut zu sehen, dass sich unsere Strategie ausgezahlt hat, und ich denke, dass wir an diesem Wochenende eine Menge gelernt haben und in den letzten drei Rennen Fortschritte erzielen werden."