Stimmen nach dem Rennen

Fernando Alonso

"Es war ein schwieriges Rennen, aber ich bin noch zufrieden. Vielleicht wäre sogar ein Podiumsplatz drin gewesen, aber vom sechsten Startplatz aus war hier, wo man wie in Monaco kaum überholen kann, einfach nicht mehr zu machen. Am Ende attackierte ich nicht mehr allzu sehr, sondern schonte den Motor, den wir auch beim Grand Prix der Türkei in drei Wochen einsetzen werden. Ohne die Strafe wäre der Sieg möglich gewesen, das zeigten meine Rundenzeiten, wenn ich eine freie Strecke hatte. Ich liege jetzt sieben Punkte hinter Lewis. Der Kampf um die Meisterschaft ist noch nicht entschieden und ich werde alles tun, um den Abstand zu verringern."

Lewis Hamilton
"Ein ereignisreiches und emotionales Wochenende. Unser Team arbeitete in den letzten zwei Wochen super und wir erzielten deutliche Fortschritte. Allerdings waren die Ferraris genauso schnell und besonders in den letzten Runden stand ich unter starkem Druck von Kimi Räikkönen. Anfangs fuhr ich einen kleinen Vorsprung heraus, doch nach dem ersten Boxenstopp hatte ich ein kleines Problem mit der Lenkung. Kimi schloss wieder auf und ich wurde etwas nervös. Das Team sagte mir jedoch über Funk, dass alles in Ordnung war und ich gab bis zum Ende alles."

Giancarlo Fisichella
"Ich habe mein Rennen gestern verloren. Die Strafe hat mich um ein besseres Ergebnis gebracht, und ich bin immer noch überzeugt, dass sie ungerecht war. Mein Start klappte sehr gut. Danach war es schwierig, einen guten Rhythmus zu finden, weil ich lange im Verkehr feststeckte. Später konnte ich einige Runden frei fahren - in dieser Phase gelangen mir meine besten Rundenzeiten. Nach meinem zweiten Stopp touchierte mich Anthony Davidson, als ich ihn überholte. Danach war das Auto schwieriger zu fahren. Ich bin von dem heutigen Ergebnis enttäuscht, auch weil es das Team nicht weiterbringt. Es reflektiert nicht unser Leistungsniveau; wir haben das Potenzial für deutlich bessere Resultate. Genau das wollen wir jetzt unbedingt beim nächsten Lauf in Istanbul beweisen."

Heikki Kovalainen
"Von Startplatz elf aus war das heute ein mühsames Rennen. Aber ich habe nie aufgegeben, pausenlos attackiert und bin mit einem WM-Punkt belohnt worden. Mir gelang ein sehr guter Start. Dann musste ich mich selbst ermahnen, ruhig und geduldig zu bleiben, um keinen Fehler zu begehen. Unter diesen schwierigen Bedingungen habe ich heute das Maximum erreicht. Ich bin immer noch etwas enttäuscht vom Ausgang des Qualifyings, aber wie ich gestern schon ankündigte, haben wir noch das Beste aus der Situation gemacht. Wir müssen uns nun voll auf den Grand Prix der Türkei in drei Wochen konzentrieren."

Kimi Räikkönen
"Mein Ziel war es heute gewesen, Punkte auf meine drei härtesten Rivalen im Kampf um den Titel gutzumachen. Das schaffte ich nicht, also kann ich nicht komplett glücklich sein."
"Wir wussten, dass wir uns in Bezug auf die Geschwindigkeit im Rennen auf ein sehr gutes Auto verlassen können, und so war das dann auch, denn das war ein paar Mal klar zu sehen, wenn ich mit einer freien Strecke vor mir fahren konnte. Aber das reichte nicht aus, um zu gewinnen."
"Wenn du dich sehr nahe an einem Auto mit ähnlicher Geschwindigkeit befindest, dann ist es sehr schwierig, es zu überholen, wenn derjenige vor dir keinen Fehler macht, besonders auf einer Strecke wie dieser."
"Ich habe bis zum Ende gekämpft, um es zu versuchen und um zu gewinnen, aber ich hatte nie eine wirkliche Chance, um an Hamilton vorbei zu gehen. Wir kamen zusammen zu unserem ersten Boxenstopp an die Box und an diesem Punkt entschied die Wahl der Benzin-Mengen den Ausgang."
"Meine Leistung verbesserte sich jedoch Stück für Stück, als Gummi auf die Strecke gelegt wurde und sie mehr Haftung lieferte. Es ist klar, dass wir auf manchen Strecken im Qualifying stark leiden, und wir müssen verstehen, warum dies so ist. Ich denke, dass die Situation in den kommenden Rennen definitiv besser sein sollte, schon ab Istanbul."

Felipe Massa
"Es war ein schreckliches Rennen. Es gibt keine anderen Worte, um es zu beschreiben. Am Start schaffte ich es, an ein paar Autos vorbeizukommen, aber am Ausgang der ersten Kurve verlor ich erneut eine Position. Dann, in der folgenden Kurve, versuchte ich an Wurz vorbei zu gehen, aber ich kam zu weit nach außen und auch Sato kam an mir vorbei."
"An diesem Punkt schwanden alle Hoffnungen dahin, die ich hatte. Ich hatte ein sehr schweres Auto und verlor jedes Mal Abtrieb, wenn ich versuchte, nahe an andere Autos heran zu fahren."
"Es war ein Wochenende zum Vergessen, aber ich habe die Zuversicht nicht verloren. Wir wissen, dass wir ein gutes Auto haben und wir müssen so schnell wie möglich wieder siegen, schon ab der Türkei. Wir dürfen nicht aufgeben."

Rubens Barrichello
"Wir waren heute nicht schnell genug, und obwohl ich so viel Druck machte wie möglich, konnte ich leistungsmäßig nicht mithalten. Das Rennen hat schlecht begonnen. Am Ausgang der zweiten Kurve bin ich von der Strecke abgekommen und landete am Ende des Feldes. Überholmanöver sind auf dieser Strecke nahezu unmöglich, und deshalb war das Rennen für mich gelaufen."
"Alle im Team sind momentan ziemlich niedergeschlagen. Wir wissen, in welcher Lage wir uns befinden, aber wir müssen jetzt nach vorne schauen und die dreiwöchige Pause nutzen, um Verbesserungen erzielen zu können", so der Brasilianer weiter.

Jenson Button
"Was soll ich sagen? Wir alle wissen um die Probleme und wie viel Arbeit noch vor uns liegt. Offenbar hat ein defekter Sensor mein Rennen beendet, da ich ein paar Runden lang kein Vollgas geben konnte, bevor ich schließlich wegen der blauen Fahnen vom Gas ging. Dann ist der Motor einfach ausgegangen. Zuvor hatten wir große Probleme mit der Geschwindigkeit, und dann übersteuerte der Wagen stark. Unsere heutigen Ergebnisse sprechen für sich."

Nick Heidfeld
"Das war ein super Rennen für mich. Ich war 2007 zum zweiten Mal auf dem Podium, und Podestplätze hatten wir uns für dieses Jahr vorgenommen. Ich hatte einen schlechten Start auf der schmutzigen Fahrbahn und habe so einen Platz an Kimi Räikkönen verloren, aber Lewis Hamilton und er waren heute sowieso deutlich schneller als ich, da hätte ich auch mit einem besseren Start nicht viel ausrichten können."
"Mit dem zweiten und dritten Satz Reifen hatte ich etwas Probleme, und es war auch nicht leicht, gegen einen "Geist" zu fahren. Ich wusste natürlich, dass ich gegen Fernando Alonso kämpfe, aber er war aufgrund der unterschiedlichen Strategien für mich ja nicht zu sehen."
"Uns war früh am Wochenende klar, dass wir auf drei Stopps setzen, weil die weicheren Reifen Schwierigkeiten machten, ich bin diese Mischung nur am Schluss gefahren, als mein Auto recht leicht war und die Strecke viel Gummiabrieb hatte. Fernando war eigentlich überall schneller als ich und hat mich entsprechend unter Druck gesetzt, aber er hatte eben auch keine echte Chance, weil hier Überholen sehr schwierig ist."

Robert Kubica

"Mein Auto hat heute prima funktioniert, und das Rennen war auch insgesamt ziemlich gut. Ich musste mit angefahrenen Reifen starten, deshalb waren die ersten Runden schwierig für mich. Aber nach dem ersten Stopp konnte ich schneller fahren und letztlich den Abstand zu Nick bis auf drei Sekunden verkürzen. Ohne die Probleme von gestern hätte ich noch besser abschneiden können. Das Ergebnis von Nick ist sehr gut für uns."

Jarno Trulli
"Das war ein enttäuschendes Rennen, denn wir sahen an diesem Wochenende konkurrenzfähig aus. Nach dem Start war es sehr schwierig. Ich verlor ein paar Positionen und konnte dann nichts mehr machen, weil man hier kaum überholen kann. Ich steckte einfach im Verkehr fest. Wir wollten mit der Strategie etwas gutmachen und bei freier Fahrt waren meine Rundenzeiten gut, daher kam ich ein wenig nach vorne, aber man kann auf dieser Strecke nicht viel machen. Der letzte Stint mit dem weichen Reifen war ziemlich schwierig, aber da war das Rennen sowieso schon verloren. Wir müssen vor dem nächsten Rennen arbeiten."

Ralf Schumacher
"Das Rennen war großartig. Ich legte einen starken Start hin und kämpfte in den ersten paar Kurven um den vierten Platz. Das Auto war wirklich gut, anfangs zwar ein bisschen nervös, aber beim Boxenstopp stellten wir den Frontflügel ein bisschen um und dann war es okay. Beim ersten Boxenstopp sah man dann auch die unterschiedlichen Strategien einiger Teams. Wir setzten auf eine Zweistoppstrategie und haben uns richtig entschieden, glaube ich. Schade, dass wir später im Rennen hinter Heidfeld ein bisschen Zeit verloren haben, aber drei Punkte sind dennoch gut und wichtig für das Team. Wir brauchen diese Punkte und freuen uns nun auf den Rest der Saison. Das ist mein bestes Saisonresultat, also freue ich mich!"

Mark Webber
"Was die Strategie betrifft, wechselten wir auf drei Stopps, da ich von den frühen 20er-Runden an bis zur 30. freie Fahrt ohne störende Turbulenzen hatte. Aber heute reichte es nicht für uns, einen Punkt zu holen. Die Balance des Autos verbesserte sich mit Fortdauer des Rennens, und während der beiden letzten Stints war ich ein wenig schneller unterwegs. Trotzdem bin ich der Meinung, dass heute nicht viel mehr möglich war. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, denn ich habe alles gegeben. Jetzt ist es für jeden von uns gut, eine Pause zu haben. Wir können uns neu formieren, um bei den letzten sechs Rennen so stark wie irgend möglich aufzutreten."

David Coulthard
"Die Reifensätze verhielten sich draußen auf der Piste sehr unbeständig. Das macht es schwierig, unsere Performance zu beurteilen. Davon abgesehen gibt es über dieses Rennen nicht viel zu berichten."

Alexander Wurz
"Leider verlor ich zum ersten Mal in dieser Saison am Start eine Position, was mich hinter Davidson zurückfallen ließ und mich eine Menge Zeit kostete. Danach fuhr ich ein paar gute Rundenzeiten - wenn man meine Strategie bedenkt."
"Ich verbrachte das Rennen damit, gegen Fisichella und Massa um Positionen zu kämpfen. Wir hatten einen kleinen Kampf, aber dann liefen wir auf Sutil im Spyker auf, um ihn zu überrunden. Er ließ die anderen beiden vorbei, mich drückte er jedoch ins Gras. Ich denke nicht, dass Adrian realisiert hat, dass ich hier war, aber dies bedeutete, dass ich einen Platz an Massa verlor."

Nico Rosberg
"Schlussendlich muss ich mit diesem Ergebnis zufrieden sein, auch wenn ich gehofft hatte, dass ich besser abschneiden kann als Rang sieben. Der ist es nun einmal geworden und ich hätte nicht viel mehr erreichen können. Es war kein leichtes Rennen."
"Ungarn ist in Bezug auf die körperliche Perspektive eine der härtesten Strecken im Kalender, aber aus diesem Grund arbeite ich im Training so hart und hatte keine Probleme. Unsere Strategie war gut. Ich kam in keinerlei Verkehr und das erlaubte es mir, mein eigenes Tempo anzuschlagen."

Sebastian Vettel
"Ich habe meinen ersten Tag genossen. Alle gaben mir das Gefühl, willkommen zu sein. Ich habe bereits den Eindruck, ein vollwertiges Mitglied des Teams zu sein. Heute war es das Wichtigste, Erfahrung mit dem Auto zu sammeln. Ich meine, diesbezüglich einen guten Job gemacht zu haben, denn wir speicherten viele Daten mit Blick auf morgen und das Rennen."
"Ich fühle mich gut, und es war ein Vergnügen, das Auto zu fahren. Natürlich ist dieser Rennwagen anders als alle anderen, die ich bisher fuhr, da jedes Auto unterschiedliche Funktionsknöpfe am Lenkrad sowie andere abweichende Details hat. Ich arbeitete daran, mich entsprechend umzustellen."

Vitantonio Liuzzi
"Das war kein leichter Tag, denn die Piste veränderte sich im Verlauf beider Sitzungen. Auf dem Asphalt lag viel Split. Deshalb war es schwierig, eine saubere Runde zu drehen, was man auch daran sehen kann, dass vielen Fahrern Fehler unterliefen. Diese Bedingungen erschwerten es, bei Long-Runs beständige Rundenzeiten zu fahren."
"Wir müssen noch am Setup arbeiten, und deshalb glaube ich nicht, dass unsere Rundenzeiten widerspiegeln, wo wir eigentlich stehen sollten. Vorläufig kriegten wir es einfach nicht richtig auf die Reihe. Insgesamt ist das Auto nicht schlecht. Doch bei den Long-Runs müssen wir besser werden, denn offenbar haben wir Schwierigkeiten damit, dass die Reifen körnen, weil diese Rennstrecke die Pneus so sehr fordert."

Adrian Sutil

"Das Rennen hat gezeigt, dass wir relativ konkurrenzfähig waren gegenüber den Autos vor uns. Wir konnten mit Honda kämpfen, was bedeutete, dass ich in jeder einzelnen Runde voll angreifen musste."
"Wir konnten Honda bis zum Ende hinter uns halten, was einen kleinen Erfolg mit dem alten Auto bedeutet. Nun müssen wir sehen, was wir in der Türkei ausrichten können. Wir wissen, dass wir in den Rennen viel näher an der Konkurrenz dran sind, also hoffe ich, dass wir mit einem neuen Auto noch besser sein können."

Sakon Yamamoto
"Nach dem Start pushte ich sehr hart, aber plötzlich verlor ich Grip in Kurve elf, drehte mich und landete im Reifenstapel. Ich habe schlicht und ergreifend einen Fehler gemacht, ich bin also sehr enttäuscht mit diesem Resultat, weil ich das Rennen unbedingt beenden wollte", gab sich der Japaner zerknirscht, versprach aber "weiterhin hart zu arbeiten und den nächsten Grand Prix zu fokussieren, wo das neue Auto zum Einsatz kommt."

Takuma Sato
"Es war ein guter Testtag. Zu Beginn der ersten Sitzung war die Strecke noch staubig und 'grün' und bot wehr wenig Grip. Wir warteten daher eine halbe Stunde, bis die Strecke besser war, und gingen dann raus. Danach hatten wir einen guten Morgen. Am Nachmittag war es hektisch. Wir gingen unser normales Freitagsprogramm durch und halten den Reifenvergleich ab. Leider hatte ich ein kleines mechanisches Problem. Zudem regnete es leicht und während meiner schnellsten Runde geriet ich in die gelben Flaggen. Aber insgesamt haben wir heute wichtige Daten gesammelt."

Anthony Davidson
"Wir haben den Regen am Ende verknapp verpasst und unser Programm beendet. Trotz des hohen Reifenverschleißes haben wir eine gute Balance gefunden. Es wird interessant sein, wer die Reifen am Wochenende am besten nutzen wird. Wir sind recht gut auf die kommenden Dinge vorbereitet, aber wir haben nur unser normales Freitagsprogramm abgespult und haben alles, was wir wollten, abgehakt."