Stimmen nach dem Rennen

Fernando Alonso

"Ein spannendes Rennen für uns Fahrer wie für die Zuschauer. Das waren wirklich unglaubliche Bedingungen, vor allem nach dem Start, als wir überall Aquaplaning hatten. Im Trockenen waren die Ferrari leicht im Vorteil, aber als es am Ende wieder zu regnen begann, war ich wieder schneller und überholte Massa und ging in Führung."
"Während dieses Zweikampfes berührten wir uns zweimal, aber das kommt vor, schließlich ging es um den Sieg. Bei meinem letzten Boxenstopp herrschte in der Boxengasse viel Verkehr und ich fuhr sehr eng Seite an Seite mit Giancarlo Fisichella. Insgesamt ein gutes Wochenende und ich habe wichtige Punkte für beide Weltmeisterschaften geholt. Das Team hat unter schwierigen Umständen sehr gut gearbeitet."

Lewis Hamilton
"Ein außergewöhnliches Wochenende mit einer neuen Erfahrung für mich. Ich startete gut und war Sechster. Als die beiden BMW Sauber vor mir aneinander gerieten, übernahm ich Platz vier, doch dann hatte ich einen schleichenden Plattfuß und fuhr an die Box. Das Team montierte Regenreifen, aber die Strecke war sehr rutschig und ich rutschte ins Kiesbett."
"Ich hielt den Motor am Laufen und ein Kran stellte mich wieder auf die Piste - danke an die Streckenposten des Nürburgrings. Nach dem Neustart attackierte ich so gut es ging, aber mit fast einer Runde Rückstand muss man auf das Pech der anderen hoffen. In der letzten Runde überholte ich den Renault von Giancarlo Fisichella und wurde Neunter, aber dafür gibt es keine Punkte."

Giancarlo Fisichella

"Wir hielten heute die Chance in der Hand, ein gutes Ergebnis einzufahren, doch wir konnten sie nicht umsetzten. Ich verlor gleich zu Beginn des Rennens wichtige Positionen, weil ich auf Trockenpneus eine Extrarunde im Regen drehen und mich dann in der Box beim Reifenwechsel hinter Heikki anstellen musste. Anschließend war ich mit einer sehr schweren Treibstoffladung unterwegs. Obwohl die Balance des R27 in Ordnung ging, fehlte einfach die entscheidende Schnelligkeit. Wir haben uns das ganze Wochenende schwer getan. Jetzt müssen wir hart arbeiten, um in Budapest wieder besser dazustehen."

Heikki Kovalainen
"Angesichts des wechselhaften Wetters sind wir auf dem Nürburgring Risiken eingegangen, die sich leider nicht ausgezahlt haben - zum Beispiel mein frühzeitiger Wechsel auf Regenreifen bei meinem letzten Tankstopp."
"Bis der Niederschlag wirklich wie vorhergesagt einsetzte, musste ich meine Intermedeates aber auf der trockenen Piste schonen. Dies hat mehr Zeit gekostet als ich später, als es wirklich zu tröpfeln begann, aufholen konnte. Angesichtes unserer Ausgangsposition hätte dies aber auch funktionieren können."
"Dies war heute kein wirklich guter Tag für das Team, immerhin haben wir noch einen WM-Punkt gerettet. In der kommenden Woche steht uns ein wichtiger Test bevor - nicht nur, weil es der letzte vor der Sommerpause ist. Ich denke, dass wir in Jerez viele wichtige Antworten und Daten finden werden, die uns für die kommenden Rennen in Ungarn und der Türkei nach vorne bringen werden."

Felipe Massa
"Ein zweiter Platz hinterlässt bei mir einen bitteren Nachgeschmack. Bis zum letzten Regenschauer bin ich ein starkes Rennen gefahren. Als dann die Regenreifen drauf waren, habe ich sofort Vibrationen gespürt. Das Auto war nicht mehr ausbalanciert - und das, nachdem ich zu Beginn, als es nass war, stark unterwegs war. Als es trocken war, konnte ich mich von Alonso absetzten, denn das Auto war großartig."
Beim Start hatte ich Glück, denn ich blieb auf der Strecke, als die Bedingungen das kaum ermöglicht haben. Am Ende aber fehlte das Glück. Aber so ist der Motorsport und ich muss das akzeptieren. Und was die Diskussion mit Fernando betrifft: Ich war etwas gereizt, aber er entschuldigte sich später und damit ist das vorbei. Immerhin konnte ich in der Fahrerwertung Boden gutmachen. Die Saison ist noch lang und wir müssen zuversichtlich bleiben."

Kimi Raikkönen
"Ich habe die Boxeneinfahrt verpasst, weil es so rutschig war. Ich war direkt hinter Felipe und Alonso, das Auto war schnell. Ich war überzeugt, gewinnen zu können. Aber, nach und nach funktionierte die Hydraulik nicht mehr richtig, ich verlor Zeit und musste schließlich anhalten."
"Ich gebe den Kampf nicht auf. Der Abstand an die Spitze der WM bleibt ja gleich. Und in sieben Rennen kann alles passieren. Wir hatten ein sehr konkurrenzfähiges Auto, aber bei der Zuverlässigkeit müssen wir uns verbessern"

Rubens Barrichello
"Ich bin über das heutige Ergebnis sehr enttäuscht. Der Wagen ließ sich von Anfang an schlecht fahren, und das besserte sich auch während des Rennens nicht wirklich. Die Ursache ist vermutlich die Kollision mit Rosberg. Ich fahre gern bei diesen Wetterbedingungen, und wir hatten heute gute Chancen, so wie sich das Wetter entwickelte. Der Wagen spielte jedoch nicht mit, und wir konnten unsere Möglichkeiten nicht optimal nutzen."

Jenson Button
"Ich hatte keinen guten Start und fiel auf Position 20 zurück. Die erste Runde lief aber sehr gut für mich, und ich lag in Position sechs, als ich an die Box fuhr, um Regenreifen aufziehen zu lassen. Anschließend regnete es so heftig, und die erste Kurve verwandelte sich in einen See. Zu diesem Zeitpunkt lag ich in Position vier hinter Massa und Alonso."
"Ich habe nur kurz die Bremse berührt; alle vier Räder blockierten, und ich landete im Kiesbett. Es ist wirklich eine Schande, da mein Tank voll war und wir eine gute Strategie hatten, wenn man bedenkt, wie sich das Rennen für die anderen entwickelte. Außerdem fahre ich gern auf nasser Strecke. Dieses Rennen war ein Glücksspiel, und ich habe leider verloren."

Nick Heidfeld
"Mein Start war nicht so gut wie sonst. In der ersten Kurve hat mich Robert leider in den Dreck geschickt und in der zweiten Kurve wieder. Dabei sind wir unglücklicherweise zusammengerappelt, und danach war mein Auto kaputt. Es war Glück im Unglück, dass das Rennen abgebrochen wurde und wir das Auto reparieren konnten. Das hat das Team sehr gut hinbekommen."
"Später hing ich eigentlich die ganze Zeit hinter Robert fest. Am Schluss hat er einen Fehler gemacht, und ich konnte endlich vorbei. Der Unfall mit Ralf Schumacher war wirklich unglücklich. Er war schlecht aus der Schikane herausgekommen und hatte mir die Tür erst offen gelassen, dann aber doch reingezogen, als er mich gesehen hat. Ich war aber auf dem nassen Teil der Strecke und konnte die Kollision leider nicht mehr vermeiden."

Robert Kubica
"Ich hatte einen sehr guten Start, aber in der zweiten Kurve ist Nick anscheinend etwas zu schnell angekommen. Er hat mein Auto getroffen, ich habe mich gedreht und war letzter. Dann begann es zu regnen. Ich habe das Team gefragt, ob ich zur Box kommen soll. Da ich keine Antwort hörte, bin ich weitergefahren, was falsch war."
"Das Rennen hat bei den wechselnden Bedingungen Spaß gemacht, aber ich hatte große Probleme beim Bremsen. Jedes Mal tanzte das Heck, und mit den Regenreifen konnte ich praktisch gar nicht verzögern. Als Nick mich in der letzten Runde überholt hat, hatte ich keine Chance, weil ich vor der Schikane kaum bremsen konnte. Ich wollte die Schikane auch nicht abkürzen, aber vielleicht hätte ich das tun sollen, weil ich so fast stehen bleiben musste."
"Das Rennen war eine Herausforderung. Nicht nur die Autos mussten schnell sein, sondern auch die Reaktionen des Teams, welche Reifen wann am besten sind. Unser Ergebnis hätte besser sein können, aber das müssen wir jetzt analysieren."

Ralf Schumacher
"So wollte ich mein Heimrennen natürlich nicht beenden. Das ist enttäuschend für das Team, denn wir hatten eine Chance auf Punkte. Selbst nach dem Regen lagen wir noch in guter Position. Wir waren schnell, genauso schnell wie die Autos vorne, also hätten wir wirklich wichtige Punkte sammeln können. Im Qualifying waren wir stark unterwegs, aber am Ende stimmt das Resultat wieder nicht, was enttäuschend ist."
Zum Zwischenfall mit Heidfeld: "Ich machte in der Kurve davor einen kleine Fehler und er fuhr an mich ran, wollte mich in der Zielkurve überholen. Dabei kollidierten wir. Nick ist normal ein sehr fairer Fahrer, aber so etwas kann passieren. Es wr ein normaler Rennunfall. Schade, denn Punkte wären bestimmt drin gewesen."

Jarno Trulli
"Man weiß nie, was das Wetter bringt, aber das ist das Problem. Wir riskierten ein paar Mal und lagen immer daneben. Wir hatten so viel Pech, aber ich hoffe, dass sich das irgendwann ausgleicht. Heute waren das Glück entscheidend und die Strategie - und die waren nicht auf meiner Seite."
"Mein Start war sehr gut und ich war schon Fünfter, aber so ist eben das Rennfahren im Regen, das gibt es schöne und unschöne Überraschungen. Wirklich weh getan hat mir der Schauer zu Beginn, als ich reinkam. Ich hatte viel Pech, denn die rote Flagge kam dann auch genau zu falschen Zeitpunkt. Im Trockenen war ich sehr konkurrenzfähig und ich holte zu den Autos vor mir auf, aber an der Box ging einiges daneben heute. Ein Rennen zum Vergessen!"

David Coulthard
"Ich freue mich sehr für das Team. Wegen einiger Zuverlässigkeits-Probleme hatten wir einen eindeutig schwierigen Start in das laufende Rennjahr. Aber die Pace, die wir in diesem Rennen vorlegten, war gut, und mit der Strategie verdient sich das Team ein Lob. Die Boxenstopps waren großartig."
"Nach einem derart schlechten Qualifying waren wechselhafte Bedingungen, wie wir sie heute erlebten, unsere einzige Chance, nach vorn zu kommen. Am Ende hatten wir einen Podestplatz sowie einen fünften Rang für mich."

Mark Webber
"Die ist ein Podestplatz, an dem ich mich an einem für unser Team ganz besonderen Tag erfreue. Nach all den Anstrengungen, die hinter den Kulissen über die Bühne gingen, hat das Team dieses Abschneiden verdient. Es ist großartig, einige Punkte im WM-Zwischenklassement vorweisen zu können - speziell, da David zusätzlich als Fünfter ins Ziel kam."
"Mein Start war nicht gut, und zunächst lief es schlecht. Der Regen setzte eindeutig früher ein, als wir kalkuliert hatten. Es galt, schnell eine Entscheidung zu treffen, und wir wählten Intermediates. Als der Regen stärker wurde, trat wirklich übles Aquaplaning auf. Die FIA machte es richtig, als sie zunächst das Safety-Car auf die Bahn schickte und das Rennen anschließend unterbrach."
"Ich fuhr danach einen langen Stint auf Trockenreifen und konnte mich - trotz kleiner Schwierigkeiten mit den Hinterreifen zu Mitte dieser Phase - von den Jungs absetzen, die hinter mir lagen. Ich muss gestehen, dass ich nicht allzu enttäuscht war, als ich Kimis Ausfall sah. Gegen Ende begann ich mich an den Gedanken zu gewöhnen, das Resultat im Sack zu haben."
"Dann schoss mir ein 'Oh Gott' durch den Kopf, als ich sah, dass es erneut regnet. In der Schlussphase verursachten die Hinterreifen enorme Vibrationen, weshalb mir Alex noch so nahe kam."

Nico Rosberg
"Die erste Runde war auf den harten Reifen sehr schwierig. Es fiel nicht leicht, sie aufzuwärmen und ich schien damit mehr zu kämpfen als die Autos um mich herum. Wir wussten, dass der Regen kommt, und wir kamen zur richtigen zeit an die Box, aber wir erwarteten nicht so viel Wasser und rüsteten mein Auto mit den Intermediates statt mit den Regenreifen aus."
"Ich ging wieder auf die Strecke und etwas später wurden in der ersten Kurve gelben Flaggen geschenkt. Ich machte langsamer, hatte jedoch eine Menge Aquaplaning und rutschte in das Kiesbett. In solch einer Situation schwimmen die Reifen auf dem Wasser und man hat keinen Kontakt zum Boden. Der Motor ging aus und das war es. Das war sehr enttäuschend. Ich freue mich nun auf das kommende Rennen."

Alexander Wurz
"Ich konnte heute fast den Champagner kosten. Ich bin über die vierte Position und die vielen Punkte sehr glücklich. Es war ein sehr hartes Rennen, ich musste meine gesamte Hirnleistung zu den richtigen Momenten abrufen. Das Härteste dort draußen war es heute, einen kühlen Kopf zu bewahren, denn in solch einer Situation ist es schnell passiert, sich nicht mehr bremsen zu können. Ich musste mich konzentrieren und das Auto nach Hause bringen."
"Mein Auto war heute gut. In den letzten paar Runden setzte ich Mark Webber deutlich unter Druck, denn ich sah, wie er etwas rutschte und hoffte, dass er einen Fehler machen würde. Er machte einen kleinen Fehler, gerade am Ende, aber er reichte nicht aus, um eine Attacke zu starten, und mein Hauptziel war es natürlich, die Punkte für das Team nach Hause zu bringen. Man könnte sagen, dass es frustrierend ist, nur 0,2 Sekunden hinter dem Podium ins Ziel zu kommen, aber ich bin über den vierten Rand glücklich."


Markus Winkelhock
"Zunächst möchte ich dem Team danken, dass ich hier mein Heimrennen und meinen ersten Grand Prix fahren durfte. Zudem möchte ich mich für die Entscheidung bedanken, mich noch vor dem Start zum Reifenwechsel reinzuholen. Auf Regenreifen zu starten, war eine fantastische Entscheidung. Dadurch führte ich mein erstes Formel 1 Rennen an."
Ein Formel 1 Rennen anzuführen, kann einem niemand mehr nehmen - das bleibt das ganze Leben. Darüber freue ich mich - ich habe mein Heim-Grand-Prix angeführt. Leider gab es dann ein Hydraulikproblem und ich musste anhalten. Das Ziel war es eigentlich, ins Ziel zu kommen, aber das gelang aus Gründen nicht, die nicht in meiner Macht stehen. Daher bin ich zufrieden."

Adrian Sutil
"Ich konnte das Auto auf der nassen Strasse einfach nicht mehr halten und war in der Haarnadel nur noch Passagier. Es war unglaublich, wie viele auch dort rausgeflogen sind. Ich bremste einfach und verlor dann das Heck - das war es dann. Der Einschlag war hart, aber mir geht es gut, ich bin nur enttäuscht. Wir müssen hoffen, dass es das nächste Mal besser läuft."

Takuma Sato
"Es hat viel Spaß gemacht, beim Start des Rennens mit Trockenreifen im Regen zu fahren. Ich machte eine Menge Positionen gut und war am Ende der ersten Runde Zehnter. Aber dann war der Regen zu stark, um auf Trockenreifen weiterzumachen, und ich kam in der folgenden Runde vor der roten Flagge an die Box. Beim Restart sah es so aus, als hätten wir einen ordentlichen Speed, aber leider hatte ich einen Hydraulik-Defekt und musste aufgeben, was sehr schade ist."

Anthony Davidson
"Es war ein harte Tag, denn das Wetter verursachte für alle Teams dort draußen Verwüstung. Es war schwierig zu wissen, auf welchem Reifen man zu welchem Zeitpunkt sein sollte, aber im Trockenen schien unser Auto den Speed der Honda zu haben, und ich hatte zu dieser Zeit einen netten Kampf mit Rubens um den elften und zwölften Platz. Das machte viel Spaß und war der beste Teil des Rennens für mich."
"Ich musste dann nur abwarten, wie sich das Rennen dann für mich im letzten Rennabschnitt entwickelt. Wir wurden dann am Ende vom Regen überrascht und haben zu dieser Zeit womöglich die falsche Reifenwahl getroffen. Es war ein gutes Zeichen, dass wir den Speed hatten, aber alles in allem war es ein enttäuschender Tag, da wir nicht vom Pech der anderen profitieren konnten."