Stimmen nach dem Rennen
Michael Schumacher
"Es ist alles schief gelaufen, was schief laufen kann - zumindest zu Beginn. Ich steckte hinter dem Minardi fest und fuhr mir an Coulthard meine Nase ab, weshalb ich dann an die Box kommen musste."
"Unsere Zeiten waren an und für sich konkurrenzfähig. Schade, dass wir daraus nicht das Maximum herausgeholt haben. Wenn man sich anschaut, was alles schief gegangen ist, dann müssen wir mit den zwei WM-Punkten noch zufrieden sein. Was das Manöver mit Rubens angeht, muss ich sagen, dass wir hier Rennen fahren. Ich empfand das Manöver nicht als besonders riskant."

Rubens Barrichello
"Alle möglichen Dinge sind heute passiert. Mein Motor starb beim Stopp ab, was unglücklich ist, aber das Auto war im Grunde genommen schnell. Die Reifen waren exzellent, aber man hat hier so wenig Platz zum Überholen. Am Ende habe ich dann noch eine Position an Michael verloren, als ich gerade Ralf überholen wollte."
"Michael hat für diesen einen zusätzlichen Punkt ein hohes Risiko genommen. Das Wichtigste, was wir von diesem Rennen wegnehmen können, ist aber, dass das Auto eigentlich sehr gut war."

Fernando Alonso
"Es war ein wirklich zähes Rennen für mich. Ich wollte zu Beginn die Reifen schonen, daher war es mir egal, dass Räikkönen davonziehen konnte. In den letzten 20 Runden war es aber sehr schwierig: Ich habe alles unternommen, um Heidfeld und Webber hinter mir zu halten, aber es war nicht möglich, weil meine Hinterreifen schon am Ende waren. Sie konnten vor der Schikane einfach viel später bremsen. Nach so einem Rennen muss man die positiven Aspekte hervorheben, denn wir hätten ebenso gut leer ausgehen können."

Giancarlo Fisichella
"Ich bin extrem enttäuscht. Das war vielleicht das schwierigste Rennen meines Lebens. In den letzten 25 Runden waren die Hinterreifen total hinüber, weshalb ich die Autos einfach nicht hinter mir halten konnte. Der erste Teil des Rennens war nicht schlecht. Ich lag an dritter Stelle, aber als das Safety-Car kam, tankten wir gleich bis zur Zielflagge auf. Dadurch war das Auto sehr schwer zu fahren, und die Situation wurde immer schlimmer."

Nick Heidfeld
"Ich freue mich riesig über diesen zweiten Platz! Das ist mein bisher bestes Formel-1-Ergebnis. Das in Monaco zu erreichen, ist besonders toll. Mein Start war sehr gut, ich habe Mark in der ersten Kurve sogar leicht berührt, zum Glück ist dabei nichts passiert. Dann steckte ich genau wie Mark und einige andere Fahrer hinter Trulli fest. Ich habe mich bemüht, Benzin zu sparen und die Reifen zu schonen."
"Als das Safety-Car auf die Strecke kam, hat das Team super reagiert und uns sofort an die Box geholt. Später hatte ich Glück, weil das Team entschieden hat, mich etwas früher zu meinem zweiten Stopp reinzuholen. So kam ich an Mark vorbei. Viele Fahrer schienen große Probleme mit ihren Reifen zu haben. Wir nicht. Als ich am Ende freie Fahrt hatte, konnte ich noch einmal alles geben. Ich habe Alonso mit seinen abgefahrenen Reifen ein paar Runden lang beobachtet und mir dann die beste Stelle zum Überholen ausgesucht. Er hat sich gut verteidigt, aber ich konnte ihn ausbremsen."

Mark Webber
"Dies ist mein erster Podiumsplatz in der Formel 1, und ich freue mich, dass wir nach einem schwierigen Saisonstart hier gleich zu zweit das Team vertreten. Beim Test in Vallelunga haben wir in der vergangenen Woche intensiv Reifen getestet, und das hat sich ausgezahlt. McLaren war extrem stark, aber wir waren am dichtesten dran. So lange hinter Jarno Trulli festzuhängen, war frustrierend."
"Anlässlich der zweiten Boxenstopps hat mich Nick leider überholt, und dann hingen wir beide hinter Fernando Alonso fest, der offenbar Reifenprobleme hatte. Nachdem Nick Alonso überholt hatte, wollte der das natürlich nicht noch einmal mit sich machen lassen. Es war hart, aber es ist mir doch gelungen, an ihm vorbeizukommen. Es war eine tolle Leistung von WilliamsF1, BMW und Michelin heute. Wir waren heute stark und zuverlässig. Ich hätte nur gerne etwas mehr freie Fahrt gehabt."

Kimi Räikkönen
"Das ist großartig. Zu siegen ist immer fantastisch, aber Monaco ist eine besondere Herausforderung. Wir waren das Wochenende über stark und ich konnte das Rennen ziemlich leicht kontrollieren. Ich war in der Lage, Druck zu machen und einen ordentlichen Vorsprung herauszufahren. Als die Zeit gekommen war, kam ich einfach an die Box, tankte auf und kam dennoch wieder in Führung liegend ins Rennen."
"Danach konnte ich es ein wenig lockerer angehen lassen und nach dem Auto und den Michelin-Reifen schauen. Einmal mehr bedanke ich mich beim gesamten Team und bei allen bei Michelin. Wir haben hart gearbeitet und ich denke, dass wir im Moment über das beste Paket verfügen. Unser Kampf um den Titel hat heute neuen Schwung erhalten. Wir werden weiterhin unser Bestes geben."

Juan-Pablo Montoya
"Ich denke, dass wir das Beste aus unserer Situation gemacht haben und ein paar wichtige Punkte für mich und das Team geholt haben. Ich war so nah dran, Fernando Alonso in den letzten paar Runden zu holen, aber ich musste mich auf der fünften Position niederlassen, da ich nicht zu viel riskieren wollte."
"Mein Auto hat sehr gut funktioniert und ohne den Start von so weit hinten wäre ein Podium möglich gewesen. Ich machte beim Start eine Menge Plätze gut und hatte ein paar Kämpfe im Rennen mit Massa, Rubens und Trulli, die mich in Atem gehalten haben. Gratulation an Kimi zu diesem Sieg. Ich habe das Rennen einmal gewonnen und weiß, wie speziell es ist, einen Sieg in Monaco zu holen."

Felipe Massa
"Mein Start war sehr gut und beim Zwischenfall in der Mirabeau zwischen Coulthard und Schumacher fand ich einen kleinen Weg durch das Chaos. Das Team hat mich an die Box beordert, als das Safety-Car kam, und das war ein brillanter Plan. Ich lag danach hinter Heidfeld und konnte ihm mühelos folgen, bis ich in Runde 50 zum zweiten Stopp kommen musste. Auch der klappte problemlos."
"Leider begannen meine Reifen abzubauen, wodurch mich Montoya überholen konnte, und dann passierte der Zwischenfall mit Jacques in der Sainte Devote. Ich denke, das war sein Fehler, aber ich konzentriere mich jetzt einfach auf das nächste Rennen.

Jacques Villeneuve
"Gegen Ende holte ich auf Felipe auf. Ich konnte sehen, dass seine Hinterreifen am Ende waren, während mein Auto noch so gut war wie das gesamte Rennen. Man hat mir gesagt, den Abstand auf die Autos vor mir zu schließen, weil von hinten mehrere Fahrer in den Kampf um die Punkte eingreifen wollten, und dabei habe ich etwas versucht, was nicht klappte."
"Unsere Strategie war okay. Ich schonte meine Reifen, weil ich relativ viel Benzin an Bord hatte. Der Zwischenfall in der Mirabeau in der 25. Runde zerstörte aber mein Rennen. Felipe schlüpfte durch ein kleines Loch und konnte seinen Boxenstopp absolvieren, aber ich wurde stark aufgehalten. Nachtanken hätte keinen Sinn gemacht, denn ich war ja auf einem langen ersten Stint."

David Coulthard
"Sehr viel zu sagen gibt es nicht. Albers drehte sich, ich machte langsamer, um ihm auszuweichen. Aber Michael Schumacher konnte ihn nicht sehen, der traf mich, was meinen Heckflügel und die hintere Aufhängung beschädigte. Dass das nun zwei Mal an einem Wochenende passierte, war reines Pech.Wir hatten richtig viel getankt und es sah gut aus. Wir hätten so lange wie alle anderen draußen bleiben können, wenn nicht gar am längsten."

Vitantonio Liuzzi
"Ich kämpft von Anfang an mit dem Heck meines Autos. Durch den Reifenverschleiß rutschte es sehr stark, es war schwierig, das Auto auszubalancieren. Ich kämpfte mit Juan-Pablo Montoya und Michael und Ralf Schumacher, aber in Runde 61 waren die Hinterreifen hinüber. Beim Tunnelausgang berührte ich die Leitplanken, damit war die Veranstaltung für mich gelaufen. Es ist sehr enttäuschend."

Jarno Trulli
"Ich hatte einen guten Start und fuhr zu Beginn ein sehr gutes Rennen, konnte mit dem Tempo mithalten. Wir waren auf einer Ein-Stopp-Strategie, ich gab alles, während ich gleichzeitig auf den Sprit schaute. Es war nicht einfach, aber ich war gut unterwegs. Leider verbrachte ich die Hälfte des Rennens hinter Fisichella, als ich von meinem Boxenstopp auf die Strecke kam, der mit seinen Reifen kämpfte und einige Sekunden pro Runde verlor."
"Das bedeutete, dass ich auch Positionen an die beiden Williams verlor. Dann machte Giancarlo einen Fehler bei der Zufahrt in die 'Mirabeau' und ich konnte ihn in der 'Loews'-Haarnadel überholen. Aber ich traf innen den Randstein, was mein Auto schlussendlich unausbalanciert anfühlen ließ. Ich kam in die Box, um das Problem checken zu lassen, und das warf mich aus den Punkten."

Ralf Schumacher
"Zunächst einmal danke ich dem ganzen Team dafür, dass es mein Auto nach meinem Unfall gestern wieder zusammengebaut hat. Das war eine große Leistung und das Auto machte das ganze Rennen durch, ich bin aus diesem Grund darüber wirklich glücklich. Was am Samstag passiert ist, ist schade, denn ich hätte sogar noch mit mehr Punkten ins Ziel kommen können, ich hatte heute einen sehr guten Tag."
"In den ersten Runden überholte ich ein paar langsamere Autos bei der Anfahrt in die 'Mirabeau', dann wurde ich vom Verkehr aufgehalten. Nach der Safety Car-Phase begann ich, im Feld nach vorn zu kommen. Am Ende war ich in einer langen Kette von Autos hinter Alonso, der langsam unterwegs war. Mit den Ferraris hinter mir war das ein wenig schwierig. Dann unternahm Michael ein ziemlich hartes Manöver auf der Start- und Ziellinie und wir wären beinahe kollidiert. Es ist großartig, drei Punkte zu holen."

Tiago Monteiro
"Sechs Zielankünfte in Folge sind natürlich eine wichtige Sache, um so viele Informationen wie möglich sammeln zu können. Nach diesem Wochenende müssen wir viel unternehmen, um das Auto zu verbessern, denn wir haben an diesen drei Tagen Probleme gehabt. Mit dem Auto und den Reifen war es ein hartes Rennen, aber auch mental mussten wir konzentriert bleiben, um auf der Strecke zu bleiben, keinerlei Fehler zu machen. Wir mussten schnellere Fahrer vorbeilassen und das Auto ins Ziel bringen. Es ist ein bisschen frustrierend, da es so viele Autos ins Ziel geschafft haben, aber wenn wir es positiv sehen, dann sind wir eines von ihnen."

Narain Karthikeyan
"Es ist wirklich schade, dass ich ausfallen musste. Ich hatte einen anständigen Start und dann berührte ich die Leitplanken, was mein Hydraulik-System beschädigte. Dies erklärt, warum ich so früh im Rennen an die Box kommen musste. Das Team hat gute Arbeit geleistet und versucht, das Problem zu beheben, aber leider war das nicht möglich und ich musste aufgeben. Das gesamte Wochenende war für uns sehr schwierig, wir müssen nun sicherstellen, dass wir beim Europa-Grand-Prix kommende Woche besser sein werden."

Patrick Friesacher
"Der Start war gut, das Auto hat auch wirklich gut funktioniert, bis das Safety-Car herauskam. Danach fühlte sich das Heck sehr eigenartig an, wie bei einem Reifenschaden. Ich habe nur die Bremsen angetippt bei dem Dreher und war schon weg. Das ist umso bitterer, als das Rennen wirklich gut gelaufen ist. Das Auto hat super funktioniert. Mir tut es leid für die Jungs, die einen Superjob gemacht haben an diesem Wochenende, aber zumindest ist Christijan ins Ziel gekommen. Unsere Qualifying-Performances waren ja auch ermutigend."

Christijan Albers
"Ich hatte einen guten Start und kam vor Patrick, aber ich habe ihm Platz gelassen, weil er auf zwei Stopps unterwegs war und ich auf einem. Da wäre es nicht fair gewesen, ihn aufzuhalten", gab er zu Protokoll. "Während der ersten Runden hatte ich beim Bremsen nach dem Tunnel Probleme, aber nach ein paar Runden bekamen wir das in den Griff. Die Pace war danach angesichts der Benzinmenge recht gut, aber dann ging ständig Grip verloren - sogar im Tunnel. Nach dem Boxenstopp änderte sich nichts, aber in den letzten elf oder zwölf Runden war es wieder okay."
"Wir müssen jetzt die Daten genau analysieren, um unsere Probleme verstehen und das Auto für den Nürburgring verbessern zu können. Ich habe mich einmal in der Mirabeau gedreht, wobei ich noch nicht weiß warum. Auch das müssen wir untersuchen. Zum Glück konnte ich den Motor am Laufen halten, so konnte ich weiterfahren. Es ist schade für die anderen Fahrer, die in den Zwischenfall verwickelt wurden, aber so ist nun einmal der Rennsport - speziell hier in Monaco."