Stimmen nach dem Rennen

Michael Schumacher
"Das Beste, was man von diesem Tag mitnehmen kann, ist die Tatsache, dass wir zwei Punkte für die Teamwertung geholt haben. Angesichts der Leistung unseres Pakets in dieser Saison und der harten Zeit, die wir hatten, ist das ein nicht allzu schlechtes Ergebnis. Speziell wenn man berücksichtigt, dass dies in den zehn Jahren für die ich für Ferrari fahre, meine schlechteste Saison war. Was das Rennen angeht, war ich enttäuscht, dass ich im Gegensatz zum Rennen in Brasilien, nicht in der Lage war, mit den Renault mitzuhalten. Sicherlich macht es Spaß, auf der Strecke einen guten Kampf zu haben, doch es wäre besser gewesen, wenn ich konkurrenzfähiger gewesen wäre. Bei meinem zweiten Boxenstopp mussten wir ein paar Veränderungen am Auto vornehmen, was mich eine Position kostete. Alles in Allem ist es schön, wenn auch unerwartet, mit zwei Punkte Vorsprung auf Montoya nach Schanghai zu reisen."

Rubens Barrichello
"Das war ein hartes Rennen für mich, welches schon in der ersten Runde ruiniert war. Ich versuchte, Villeneuve auf der Außenbahn zu überholen und alles verlief gut. Ich konnte Jacques die Tür nicht zu stark zumachen. Ich hatte Sato im Blick, also sah ich auch, wie er von der Bahn rutschte. Als er vor mir lag, hatte ich keinen Abtrieb mehr und flog in den Kies. Dann musste ich reinkommen, weil mein linker Hinterreifen beschädigt war. Da das Safety-Car auf der Strecke war, änderten wir die Strategie auf einen Stopp. Doch ich lag weit hinten und es gab nicht viel, was ich machen konnte."

Jenson Button
"Ich bin natürlich sehr enttäuscht, dass ich nur Fünfter geworden bin, obwohl ich als Zweiter gestartet bin. Ich habe beim Start eine Position verloren, aber der erste Teil des Rennens sah nicht schlecht aus, und ich konnte mit Fisichella Schritt halten. Bei meinem ersten Boxenstopp öffnete sich der Tankverschluss nicht automatisch, und die Crew musste per Hand nachhelfen. Deshalb dauerte mein Stopp über sechs Sekunden. Anschließend konnten wir das Tempo nicht richtig halten, und ich habe beim zweiten Boxenstopp eine weitere Position verloren. Das Ergebnis ist sehr frustrierend, wenn man meine Startposition bedenkt. In China müssen wir jetzt eine bessere Leistung zeigen."

Takuma Sato
"Das ist ein sehr enttäuschendes Ergebnis für mich, nachdem mich die Fans hier so toll unterstützt haben. Der Start war schwierig, und in der ersten Kurve lag ich Seite an Seite mit Klien und bin von der Strecke abgekommen. Rubens kam von hinten angefahren, setzte sich vor mich, und wir berührten uns. Die Front meines Wagens wurde beschädigt, und wir landeten beide im Kiesbett. Wir änderten dann unsere Strategie, aber das zahlte sich für mich nicht aus. Anschließend bin ich dann mit Trulli kollidiert, wodurch ich erneut einige Positionen verloren habe. Ich bin sehr enttäuscht, und es tut mir leid für die Fans, das Team und Honda. Aber das war nicht mein letztes Rennen hier in Suzuka."

Giancarlo Fisichella
"Das war ein wirklich anstrengendes Rennen. Mir gelang ein guter Start, doch die frühe und lange Safety-Car-Phase entpuppte sich für mich als Nachteil: Sie verhinderte, dass ich mir wie erhofft einen größeren Vorsprung auf die schnellen Teilnehmer hinter mir herausfahren konnte. Dennoch zahlte sich unsere Strategie aus, denn ich konnte mich schnell an Ralf Schumacher und Jenson Button vorbei an die Spitze setzen. Von da an konzentrierte ich mich darauf, schnell und konstant meine Runden zu drehen. Nach seinem letzten Stopp lag Kimi Räikkönen knapp hinter mir und holte insbesondere im letzten Streckendrittel schnell auf. Als ich auch noch bei einem Überrundungsmanöver in der '130R'-Kurve behindert wurde und zusätzlich Zeit verlor, war er an mir dran. Ich habe mein Bestes gegeben, um ihn aufzuhalten. Eingangs der ersten Kurve der letzten Runde lag er jedoch auf der besseren Linie und ging vorbei. Den Sieg verpasst zu haben, ist natürlich eine Enttäuschung. Dennoch haben wir für das Renault F1-Team ein gutes Ergebnis herausgefahren, das uns im Kampf um den Konstrukteurs-Titel hilft."

Fernando Alonso
"Auch wenn sich dies jetzt sonderbar anhört: Ich bin mit meinem dritten Platz heute eher unzufrieden. Mein Renault R25 fühlte sich einfach fantastisch an. Ich hatte zum ersten Mal seit Beginn dieser Saison den Eindruck, das Tempo der McLaren halten und sie herausfordern zu können. Wir sind vor ihnen gestartet und hatten die Gelegenheit, sie zu schlagen, doch dies ist uns nicht gelungen. Zudem erlebte ich einen eigenartigen Vorfall mit Christian Klien: Ich lag nach unserem Duell bereits sieben Sekunden vor dem Österreicher, als ich angewiesen wurde, meine Position wieder an ihn auszuhändigen - das hat mich doch sehr überrascht. In Kombination mit meiner Rennstrategie führte dies dazu, dass ich nach meinem ersten Boxenstopp hinter langsameren Fahrzeugen wieder auf die Strecke ging. Zum ersten Mal besaß ich in Suzuka einen Rennwagen, mit dem ich überholen konnte. Insbesondere mit Michael Schumacher und Mark Webber lieferte ich mir spannende Kämpfe. Ich glaube, im Laufe der bisherigen Saison habe ich zwei oder drei richtige Überholmanöver im Kampf um Platzierungen erlebt - heute waren es 14. Da ich den Fahrertitel nicht mehr verlieren kann, durfte ich mit etwas mehr Risiko an die Sache herangehen. Nach meinem 14. Podiumsresultat in 2005 möchte ich in China nun das 15. folgen lassen."

Mark Webber
"Wir waren heute ziemlich gut, aber hundertprozentig zufrieden bin ich nicht. Wir haben nicht ganz das erreicht, was wir wollten. Das Beste heute war die Arbeit der Boxencrew bei beiden Stopps, als wir erst an Coulthard und dann an Button vorbeikamen. Aber in den letzten Runden konnte ich Alonso nicht hinter mir halten. Das Auto ist klar besser geworden, weil die Jungs in der Aerodynamik-Abteilung mächtig Gas geben und BMW uns einen starken Motor gibt. Aber wir konnten heute auf der Geraden nicht mithalten."

Antonio Pizzonia
"Ich habe mein Rennen durch einen Fahrfehler ruiniert. Ich kam innen auf einen Randstein und habe die Kontrolle über mein Auto verloren. Das war das Aus. Alles, was ich von hier mitnehmen kann, ist, dass ich nun die Strecke kennen gelernt und an einem weiteren Grand Prix teilgenommen habe. Leider ist das Ergebnis nicht das, was ich wollte."

Kimi Räikkönen
"Das war zweifellos eines meiner besten Rennen. Es war sehr anstrengend, aber es hat riesig Spaß gemacht. Nach den ganzen Problemen im Regen des Qualifyings ist der Sieg einfach fantastisch. Ich habe so hart wie möglich attackiert und dabei lief das Auto immer besser. Nach meinem zweiten Boxenstopp habe ich schnell auf Giancarlo Fisichella aufgeholt. Eingangs der letzten Runde sah ich meine Chance und es hat funktioniert. Jetzt freue ich mich auf ein spannendes Saisonfinale in China. Wir werden alles geben, um den Konstrukteurstitel zu gewinnen."

Juan Pablo Montoya
"Das war enttäuschend. Ich bin gut gestartet und in den ersten beiden Kurven wurde es etwas eng. Ich glaube, Kimi und ich haben uns leicht berührt, aber es ging zunächst alles gut. Dann verpasste Jacques Villeneuve die Schikane und drängte mich von der Strecke. Das wars."

Felipe Massa
"Ich habe gleich am Start einige Positionen verloren, weil sich die Elektronik, die das Absterben des Motors verhindert, selbst aktivierte. Mit meiner Zwei-Stopp-Strategie konnte ich Jacques überholen, was positiv war. Das Auto fühlte sich gut an, die Balance war in Ordnung, aber uns fehlte es heute ganz einfach an Speed."

Jacques Villeneuve
"Wir haben in der Safety-Car-Phase die Strategie auf einen Stopp geändert, aber als nach meinem Boxenhalt alle andern, die bereits einmal getankt hatten, vor mir waren, wusste ich, dass es heute nicht viel zu holen gab. Mein Auto war an sich gut, und ich denke, dass meines etwas schneller war als das von Felipe. Ich habe gegen Ende zu ihm aufgeschlossen, aber dann meine Position einfach gehalten. Wahrlich kein grossartiger Tag für uns! Was den Zwischenfall mit Montoya in der ersten Runde betrifft, kann ich nur sagen, dass ich ihn gar nie gesehen habe. Ich habe keine Ahnung, was er da versucht hat, als er rausflog."

David Coulthard
"Als Team müssen wir zufrieden sein, da es da draußen so viele starke Teams gibt. In Kurve eins hatte ich einen guten Kampf mit Jenson (Button) und meine anfängliche Geschwindigkeit war gut. Nur nach dem Tankstopp hatte ich Probleme. Wir mussten ziemlich viel Benzin ins Auto füllen, was die Balance etwas verschlechterte. Doch als das Benzin verbraucht wurde, wurde es wieder besser. Das passierte in diesem Jahr schon desöfteren - wir füllten Benzin nach und waren im mittleren Teil im Vergleich zu den anderen langsamer. Wir konnten das ganze Wochenende mit den Williams mithalten und sie wurden Vierter, weshalb ich auf mehr gehofft hatte, auch wenn ich für die Punkte dankbar bin."

Christian Klien
"Ich hatte einen guten Start, auch wenn das Auto am Start nicht so gut war. Ich kämpfte in der ersten Kurve mit Sato, er versuchte mich zu überholen, doch ich verteidigte meine Position, auch wenn die ersten zehn Runden schwierig waren. Das Auto fühlte sich schwer an und meine harten Reifen waren auf der Strecke mit wenig Gummiabrieb nicht so gut, weshalb ich etwas Zeit verlor. Die Renault und McLaren waren in einer anderen Liga als wir, also konnte man sich gegen sie nicht behaupten. Das Auto verbesserte sich im Verlauf des Rennens und ich konnte schnellere Rundenzeiten fahren. Doch dann war es schon zu spät. Ich bin ehrlich gesagt nicht so glücklich. Von Startplatz vier erwartet man mehr als nur Neunter zu werden."

Ralf Schumacher
"Das war ein ziemlich schwieriges Ende eines so viel versprechenden Wochenendes. Ich machte einen tollen Start und konnte dem Rest des Feldes wegziehen. Das Safety-Car war eine schlechte Nachricht wegen meiner Drei-Stopp-Strategie. Dass es für so viele Runden draußen blieb, verschlechterte unsere Chancen sehr. Wir fuhren weiterhin so schnell wie wir konnten und kämpften, um so viel wie möglich aus dem Rennen herauszuholen."
"Leider musste ich in der zweiten Hälfte des Rennens wegen ziemlich starker Vibrationen an die Box kommen und fiel deshalb wieder zurück. Ohne die Safety-Car-Phase wären wir wohl an dritter bis fünfter Stelle ins Ziel gekommen, doch ich denke, dass ein Punkt besser ist als nichts. Wir hoffen, beim nächsten Mal besser zu sein."

Jarno Trulli
"Sato versuchte ein Manöver, das offensichtlich unmöglich war. Er versuchte einfach, mich zu überholen, doch rammte mich und beförderte mich ins Aus. Es gab keinen Grund, um dieses Manöver zu machen, also weiß ich nicht, was er sich dabei dachte. Er sorgt schon lange für Probleme und die FIA muss handeln, um dem endlich ein Ende zu setzen. Bis dahin war das Rennen für mich gut gelaufen."
"Wir starteten aus der Boxengasse um eine andere Strategie auszuprobieren, doch hatten nie die Chance, sie wirklich anzuwenden. Ich bin mit dem Verlauf des Wochenendes definitiv unzufrieden, doch wusste schon im Vorfeld, dass die letzten beiden Rennen für uns schwierig werden würden. Das Auto bereitete mir am ganzen Wochenende Probleme. Doch wir werden weitermachen und werden in Schanghai hoffentlich besser sein."

Tiago Monteiro
"Ich denke, dass ich auf einer Strecke, die ich im Trockenen nicht wirklich kannte, ein gutes Rennen gefahren bin. Ich hatte mich gefragt, wie es sein würde, doch konnte zu Beginn mit den Piloten vor mir mithalten und griff permanent an. Wir waren auf einer Strategie mit vollem Tank, ich musste also nah an ihnen dran bleiben und sie bis zum Boxenstopp unter Druck setzen. Ich machte keine Fehler und freue mich, auf einer schwierigen Strecke Vierzehnter geworden zu sein."

Narain Karthikeyan
"Ich machte einen guten Start, doch durchfuhr die erste Kurve etwas falsch, weil das aufgrund meiner Probleme am Freitag meine erste Runde auf diesen Rennreifen war und die Bodenhaftung nicht perfekt war. Nachdem das Safety-Car wieder reingefahren war, konnte ich mich bis zum ersten Boxenstopp hinter Massa hängen. Nach dem Stopp lösten sich die Vorderreifen stark auf und nach dem zweiten Stopp hatte ich mit der Balance des Autos zu kämpfen - es untersteuerte stark. Gegen Ende musste ich meine Vorderreifen wechseln lassen, was leider etwas Zeit kostete. Generell war es ein durchschnittliches Rennen."

Robert Doornbos
"Das war ein gutes Rennen. Wir kamen bis ins Ziel also freue ich mich. Mein Rhythmus war nicht so gut, wie er hätte sein sollen als das Safety-Car rausfuhr. Ich muss weiterhin noch lernen, wie sich die Reifen in so einer Situation verhalten. Als Ergebnis konnte ich beim Restart nicht so angreifen, wie ich es gerne getan hätte."
"Nach dem ersten Stopp konnte ich dennoch Druck ausüben und konnte in der letzten Schikane Karthikeyans Jordan überholen, was eine gute Motivation war. Zuletzt muss ich mich bei der Boxenmannschaft entschuldigen, da ich beim zweiten Stopp meine Konzentration etwas verlor und den Bremspunkt verpasste, wodurch ich einen meiner Mechaniker, Roberto Venturi, traf. Ich weiß jetzt, dass er bis auf blaue Flecken okay ist, was erleichternd ist."

Christijan Albers
"Ich hatte einen guten Kampf mit den Jordan, doch leider machte ich einen Fehler, als ich beim zweiten Stopp über die Markierungen hinausschoss. Das führte zu einem Problem beim Tanken und es brach Feuer aus, was mich das Rennen kostete. Ich muss mich beim Team entschuldigen und speziell bei meinem Reifenmechaniker Sandro Parrini und den Tankwarten."