Stimmen nach dem Rennen

Michael Schumacher
"Erst einmal möchte ich Fernando und seinem Team zum Titelgewinn gratulieren. Sie haben großartige Arbeit geleistet und für mich persönlich ist es schön, einige der Leute so glücklich zu sehen, mit denen ich schon bei Benetton gearbeitet habe. Ich freue mich schon darauf, gegen sie nächstes Jahr zu kämpfen. Wir hatten ein ordentliches Rennen, sicherlich besser als die letzten. Vielleicht kann die positive Tendenz bei den letzten beiden Saisonrennen anhalten."

Rubens Barrichello
"Ich hatte eine gute Runde, doch wurde von einigen Leuten vor mir blockiert. Ich konnte wirklich nirgendwo hinfahren und war nie am Limit. Das war wirklich schade. Ich hatte einen besonders spannenden Kampf mit Jenson, der etwas verrückt war, weil es auf der Innenseite etwas nass war. Ich versuchte einfach, nicht in irgendwelche Probleme zu kommen. Hätte ich im Qualifying gestern nicht Probleme gehabt, hätte ich ein viel besseres Rennen haben können, weil das Auto heute wieder normal lief. Das einzige Problem, das ich 20 Runden vor Schluss hatte, war, dass die Servolenkung das Lenkrad nach links drehte. Platz sechs war das Beste, was ich erreichen konnte. Gratulation an Fernando. Er verdient diesen Titel."

Jenson Button
"Heute war ein schwerer Tag für uns. Wir waren nicht schnell genug und hatten von Anfang an Probleme mit den Hinterreifen. Wir fuhren mit harten Reifen und hatten nicht erwartet, dass der Abrieb so stark sein würde. Denn nur deshalb hatten wir uns für diese Reifen entschieden. Ich hatte vor allem im letzten Abschnitt der Strecke Probleme, in der schnellen Kurve und in der Geraden, wo der Wagen stark übersteuerte. Folglich war es kein toller Tag, aber wir haben zumindest ein paar weitere Punkte bekommen und konnten uns eine recht gute Qualifying-Position für Suzuka sichern. Ich möchte Fernando Alonso, dem neuen Weltmeister, gratulieren. Er ist in dieser Saison toll gefahren."

Takuma Sato
"Wir sind heute bei feuchtem Wetter gestartet, und ich hatte viel Treibstoff an Bord, so dass der Wagen sehr schwer war. Außerdem fuhr ich mit geringem Abtrieb, und es war sehr schwierig, die Reifen in den ersten Runden aufzuwärmen. Der Wagen ließ sich nur schwer fahren; die Haftung war schlecht und er schlingerte etwas. Als die Strecke trockener und der Wagen leichter wurde, wurde ich schneller, und unsere Strategie fing an, sich zu bewähren. Aber dann tauchte ein mechanisches Problem an der Hinterradfederung auf. Der Wagen schaukelte sich auf und verlor an Stabilität. Ich bin zumindest froh, dass ich den Wagen sicher ins Ziel gebracht habe. Jetzt freue ich mich auf mein Heimatrennen in Suzuka."

Fernando Alonso-neuer Weltmeister
„Noch ist es viel zu früh für mich zu verstehen, was heute passiert ist. Es wird sicherlich noch einige Tage dauern, bis ich die Bedeutung dieser Ereignisse vollständig verinnerlicht habe. Seit Rennende habe ich am Telefon mit dem König von Spanien, dem Thronfolger und auch unserem Ministerpräsidenten gesprochen - mir fehlt noch immer die Sprache. Ich hatte gehofft, dass wir heute den Kampf mit den McLaren aufnehmen würden. Nach den ersten Boxenstopps war mir jedoch klar, dass wir ihr Tempo nicht halten können. Also konzentrierte ich mich darauf, Michael Schumacher hinter mir zu kontrollieren und meine Reifen zu schonen. Zugleich befürchteten meine Ingenieure, dass Regen einsetzen würde. Darum schonte ich meine Pneus noch mehr. Gegen Rennende bildete ich mir sogar ein, besorgniserregende Geräusche aus meinem Auto zu hören - dass ich nun als neuer Weltmeister feststehe, dieser Gedanke kam mir wirklich erst beim Überfahren der Ziellinie! Ich möchte diesen Titel meiner Familie widmen und auch meinen engen Freunden, die mich im Laufe meiner Karriere stets unterstützt haben. Spanien besitzt keine Formel 1-Tradition. Wir mussten uns unseren Weg selbst bahnen, Stufe um Stufe und durch alle Nachwuchsklassen, damit dieser Erfolg möglich wurde. Ein riesengroßes und herzliches Dankeschön auch an das Renault F1-Team, dem besten Rennstall der Welt. Wir haben dieses Ziel gemeinsam erreicht. Am Ende vielleicht werde nur ich als Weltmeister genannt werden, in der Tat aber gebührt dieser Titel jedem einzelnen Teammitglied - sie haben es sich wirklich verdient! Jetzt kann ich befreit in die letzten beiden Grands Prix dieser Saison starten. Zuletzt haben wir uns zunehmend für konservative Rennstrategien entschieden, um den Erfolg zu sichern. Jetzt werden wir wieder angreifen, denn wir haben nun nichts mehr zu verlieren."

Giancarlo Fisichella
„Ich kämpfte insbesondere zu Beginn des Rennens mit zu geringer Haftung an der Hinterachse. Speziell in den ganz schnellen und in den langsamen Kurven litt ich unter einem übersteuernden Fahrverhalten und versuchte fortwährend, das Auto auf der Straße zu halten. Ehrlich gesagt bin ich über meinen fünften Rang etwas enttäuscht. Ich hätte den Ferrari von Michael Schumacher heute schlagen müssen. Wichtiger jedoch ist es, dass Fernando Alonso nun den WM-Titel sicher hat. Das freut mich enorm, denn er ist eine tadellose Saison gefahren und hat sich so gut wie keine Fehler erlaubt. Doch noch kämpfen wir um die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft und müssen die McLaren wieder von Rang eins verdrängen. Ich hatte gedacht, dass wir viel näher an sie heran gekommen sind. Ihr Renntempo entpuppte sich als Überraschung. Aber wir geben nicht auf und geben bis zum letzten Meter unser Bestes."

Mark Webber
"Mein Start war ganz gut, aber dann war David Coulthard zwischen mir und Antonio. Ich habe David bis zum letzten Moment nicht gesehen. Es war sehr, sehr eng. Ich habe zugesehen, dass ich den feuchten Stellen in Kurve eins fernbleibe. Als David versuchte, aus dieser Position herauszufahren, traf er leider das Heck von Antonios Auto, und der wiederum drehte sich in meines. Ich habe gesehen, dass die Karosserie beschädigt war, wusste aber nicht, wie stark und bin zur Box gefahren, damit repariert werden kann. Dann ging es nur noch um die Chance, meinen Startplatz für das Qualifying in Japan zu verbessern und für die Zukunft zu lernen."

Antonio Pizzonia
"Ich bin tief enttäuscht, dass mein Heimrennen schon vor der ersten Kurve vorbei war. Ich habe geradeaus voll beschleunigt, hatte also noch nicht begonnen, die Kurve anzubremsen, als ich plötzlich von hinten getroffen wurde. In der Wiederholung habe ich gesehen, dass es Coulthard war, der mir ins Heck gefahren ist. Das hat mich überrascht. Er hat so viel Rennerfahrung und ist eigentlich ein Fahrer, dem solche Fehler nicht passieren."

Juan Pablo Montoya
"Dieses Rennen hat richtig Spaß gemacht. Ich hatte einen schönen Zweikampf mit Kimi und es war nicht einfach, ihn auf Distanz zu halten. Besonders nach seinem zweiten Boxenstopp kam er mir ziemlich nahe. Es ist toll, dass ich zum zweiten Mal in Folge in Brasilien gewonnen habe. Ich freue mich besonders für das Team, denn alle haben hart für diesen Doppelsieg gearbeitet, den wir schon ein paar Mal in diesem Jahr knapp verpasst haben. Glückwunsch an Fernando Alonso zum WM-Titel."

Kimi Räikkönen
"Glückwunsch an Fernando Alonso. Wir werden ihm in den letzten beiden Saisonrennen und im nächsten Jahr einen heißen Kampf liefern. Das Rennen heute war nicht einfach für mich, denn das Auto war schwierig zu fahren. Ich hatte etwas mehr Sprit an Bord als Juan Pablo, aber ich kam bei den Boxenstopps nicht an ihm vorbei. Ich bin etwas enttäuscht, dass es mit der Fahrer-WM nicht geklappt hat, aber wir konzentrieren uns jetzt darauf, die Konstrukteurs-WM zu gewinnen. In den letzten beiden Rennen werden wir alles geben."

Felipe Massa
"Der Asphalt auf meiner Seite der Startaufstellung war etwas feucht und deshalb hatte ich keinen guten Start erwischt. Danach kam ich nicht an Ralf vorbei, und nach einer Weile verschlechterten sich die Fahrzeugbalance und die Traktion so sehr, dass mein Auto anfing zu übersteuern und ich annahm, dass die Hinterreifen am Ende waren. Später lag ich auch noch hinter Sato und Trulli fest. Während den letzten 15 Runden verbesserte sich zwar die Balance, aber dann war es bereits zu spät. Das war heute kein einfaches Rennen für uns."

Jacques Villeneuve
"Mein Auto war zwar heute generell sehr schnell, jedoch nicht auf den Geraden. Deshalb lag ich anfangs auch hinter Doornbos fest. Ich konnte einfach nicht an ihm vorbeiziehen. Während des Rennens änderten wir unsere Strategie von einem zu zwei Boxenstopps, aber es war heute einfach nicht unser Tag."

David Coulthard
"Ich legte einen guten Start hin und fuhr auf die Innenseite neben Webber und Pizzonia. Als wir auf die erste Kurve zusteuerten, lag ich zwischen den beiden Autos und dachte, dass es davon abhinge, wer als Erster bremst. Doch so weit kam es erst gar nicht. Antonio fuhr von rechts nach links um in eine bessere Position zu kommen, doch da Mark auf der anderen Seite war, konnte ich nirgendwo hinfahren. Alle Autos berührten sich, Antonio drehte sich vor mir und traf glaube ich auch Mark. Ich verlor mein rechtes Vorderrad und das war das Ende des Rennens."
"Ich frage mich, ob Antonio mich nicht gesehen hat. In so einer Situation sollte jeder auf seiner Linie bleiben. Wenn die Autos die Linien wechseln, kann man sich nicht unsichtbar machen. Das war das Ende eines ziemlich bescheidenen Wochenendes."

Christian Klien
"Wie erwartet waren wir heute über die Distanz gesehen nicht schnell genug. Ich hatte mit fehlender Traktion zu kämpfen, speziell als viel Benzin im Tank war. Es war mit weniger Benzin einfacher zu fahren, doch wir waren heute auch einfach nicht schnell genug. Ich hatte einen ziemlich guten Start und machte einen Platz gut. Doch in Kurve zwei wurde ich von Michael Schumacher zur Seite gedrängt. Ich musste ziemlich weit auf den Randstein fahren und verlor ein paar Plätze."

Ralf Schumacher
"Das war für uns heute ein ziemlich hartes Rennen. Nach unserem Reifenproblem gestern mussten wir die Flügel steiler stellen, damit sich die Reifen während des Rennens erholen konnten. Doch das Auto war das ganze Rennen über anders zu fahren, speziell zu Beginn. Von der Mitte bis zum Ende verbesserte es sich und ich konnte etwas mehr angreifen. Ich wusste, dass Klien früher zur Box kommen würde als ich, also musste ich einfach nah hinter ihm bleiben. Dann hatte ich Glück, als ich Räikkönen überrunden lassen musste und dabei nicht zu viel Zeit verlor. Nach all dem ist ein Punkt besser als nichts."

Jarno Trulli
"Das war ein Wochenende an dem für mich alles schief lief. Erst hatten wir gestern den Motor austauschen müssen, was mich zehn Plätze in der Startaufstellung kostete. Und dann musste ich dem Zwischenfall in der ersten Kurve ausweichen, wobei ich fast von einem sich drehenden Auto getroffen wurde. Mein Rennen dauerte eigentlich nur ein paar Runden in denen ich keinen Verkehr hatte und gute Rundenzeiten fahren konnte. Die restliche Zeit waren wir zwar schnell aber nicht schnell genug um Autos da zu überholen, wo es auf dieser Strecke möglich ist - auf der Geraden. Also war das ein Wochenende zum Vergessen. Doch wir hoffen jetzt auf ein besseres Ergebnis in zwei Wochen in Suzuka."

Narain Karthikeyan
"Ich machte einen ordentlichen Start und konnte einige Zeit mit Sato und Trulli mithalten. Dann musste ich meinen ersten Boxenstopp einlegen und als ich wieder hinausfuhr, musste ich den Führenden Platz machen und verlor in zwei aufeinander folgenden Runden rund drei Sekunden. Das kostete mich viel Zeit. Ich holte dann auf Albers auf, doch erlitt in Kurve eins einen Plattfuß, wodurch ich ein zusätzliches Mal die Box ansteuern musste. Das Auto lief danach sehr gut, doch dann war es schon zu spät. Ich freue mich jedoch über eine erneute Zielankunft."

Tiago Monteiro
"Meine Reihe an Zielankünfte mussten irgendwann mal aufhören. Es ist schade, weil jeder gehofft hatte, dass wir das bis zum Saisonende durchhalten könnten. Ich hatte ein mechanisches Problem, doch so ist der Rennsport. Es passierte mir schon früher und es wird mir auch künftig passieren. Dennoch ist das frustrierend. Bis dahin war es ein erstaunliches Wochenende. Ich startete durch Villeneuves Strafe von Platz elf und lag gut im Rennen. Doch mechanische Probleme kann man nicht kontrollieren - daran kann man nichts ändern. Jetzt denken wir schon an die kommenden beiden Rennen."

Christijan Albers
"Ich denke, es war ein ordentliches Ergebnis, da wir vor beiden Jordan das Ziel erreichten, auch wenn Tiago einen Motorschaden hatte. Wir hatten eine gute Rennstrategie, da wir mit vollen Tanks starteten. Somit konnte ich später als Karthikeyan stoppen und ihn damit überholen. Ich möchte dem Team für die Bemühungen danken, es ist klar, dass wir weitere Fortschritte machen. Ich möchte auch Fernando zum Gewinn der Meisterschaft gratulieren - es ist schön, dass ein Fahrer, der bei Minardi begonnen hat, so ein Ergebnis erreichen konnte."

Robert Doornbos
"Ich habe das Rennen leider nicht beendet. Dieser Sport beinhaltet eben auch die Mechanik, also muss man als Fahrer damit zurechtkommen. Es war aber dennoch frustrierend, denn die Strategie war sehr gut. Ich habe gegenüber meinem Teamkollegen im ersten Stint einige Sekunden verloren, aber wir konnten dennoch mit Jordan kämpfen. Wir hatten einen guten ersten Stopp, der mich zwischen die Jordan brachte, ich holte dann auf Narain und Christijan auf. Dann aber ließ die Leistung nach und mein Auto stieß eine Rauchwolke aus. Wir mussten das Rennen beendeten. Nun freuen wir uns auf die letzten beiden Saisonrennen in Suzuka und Shanghai."