Stimmen nach dem Rennen

Michael Schumacher
"Wir waren das ganze Wochenende über nicht schnell genug. Tatsächlich war es schon am Freitag klar, dass wir uns in einer sehr schwierigen Situation befinden. Schon vor dem Start rechnete ich damit, punktelos zu bleiben. Was den Unfall mit Webber angeht: Ich sah ihn aufschließen und fuhr nach rechts. Als ich anfing zu bremsen, sah ich ihn nicht mehr und als ich in der Mitte der Kurve war, fühlte ich einen Stoß von hinten. Er lag eine Runde zurück, also verstehe ich nicht, warum er dieses Manöver machte. Nach der Kollision stimmte etwas mit dem Auto nicht mehr, also fuhr ich an die Box, wo die Mechaniker die Servolenkung extrem schnell auswechselten. Ich fuhr zurück auf die Strecke, um im Qualifying in Monza nicht als Erster auf die Strecke gehen zu müssen. Wenigstens funktionierte das, da ich drei Plätze gutmachte."

Rubens Barrichello
"Das war ein sehr sehr hartes Rennen. Ich gab von Beginn an Gas, doch es war offensichtlich, dass wir seit Beginn am Freitag schwach waren. Nach Ungarn ist es enttäuschend, uns wieder in so einer Situation zu sehen. Wir hatten keinen Grip und wählten die falschen Reifen aus. Platz zehn ist nicht das, was wir bei der Türkei-Premiere erzielen wollten. Wir müssen weiter arbeiten und versuchen, besser zu werden."

Kimi Räikkönen
"Ich freue mich sehr, dass ich die Formel-1-Premiere in der Türkei gewonnen habe. Mein Start war nicht besonders gut, da meine Räder durchdrehten und Fisichella mich deswegen überholen konnte. Doch er machte einen kleinen Fehler auf der ersten Runde, und ich ging wieder in Führung. Ich fuhr so schnell es nur ging und ich wusste, unsere Strategie würde aufgehen. Nach der ersten Boxenstopprunde lag ich sicher in Führung. Der Vorfall mit Juan Pablo hat einen sicheren Doppelsieg verhindert. Am Ende der Saison können diese zwei verlorenen Punkte entscheidend sein."

Juan Pablo Montoya
"Ich ärgere mich, dass ich den zweiten Platz so kurz vor dem Ziel noch verloren habe. Ich hatte den Jordan von Tiago Monteiro gerade überrundet. Möglicherweise haben seine Räder beim Bremsen blockiert, so dass er mir ins Heck rutschte. Das Auto fühlte sich danach eigentlich noch ganz gut an, doch nach dem Rennen habe ich gesehen, dass der Diffusor stark beschädigt war. Das war wohl der Grund, warum ich ein zweites Mal von der Strecke abkam, so dass Alonso vorbei kam. Schade, denn wir waren schnell und hatten die richtige Strategie. Der zweite Platz war so gut wie sicher."

Nick Heidfeld
"Der Start selbst lief durchschnittlich bei mir, aber ich hatte gute Sicht in Kurve eins und hätte Jarno Trulli dort schon beinahe überholt. In Kurve drei wäre es mir fast gelungen, außen an ihm vorbeizufahren. Ich war auf der sauberen Bahn. Er hat mich etwas zur Seite gedrängt, aber insgesamt war das ein gutes Duell. Die erste Hälfte der ersten Runde hat sehr viel Spaß gemacht. Auch danach war ich nicht schlecht unterwegs, obwohl ich mit der Spitze nicht mithalten konnte. Nach den Gründen für unseren Ausfall suchen wir noch."

Mark Webber
"Ein schwieriger Tag für uns. Mein Start war ziemlich armselig. Dann habe ich in der ersten Kurve gesehen, wie Felipe Massa beinahe Nick ins Aus geschickt hätte und habe aufgepasst, aus der Schusslinie zu kommen. Die beiden Red Bull Autos sind mir erstmal davongefahren, aber ich konnte Christian Klien und David Coulthard schnell wieder hinter mich bringen. Ich wollte schnellstmöglich meinen ersten Stint zu Ende fahren, als ich in Kurve zwölf aus irgendwelchen Gründen den Reifenschaden hatte. Nach dem Stopp hatte ich eine Runde Rückstand auf Michael Schumacher, war aber viel schneller als er. Ich fand es seltsam, dass er sich in der Bremszone hin- und herbewegt hat, weil alle Fahrer übereingekommen waren, genau das nicht zu tun. Michael wollte dies offenbar trotzdem tun, von daher zeigte ich nicht allzu viel Respekt, als ich um diese Kurve fuhr. Wir haben uns berührt. Später musste ich dann aus anderen Gründen aufgeben."

David Coulthard
"Nun, das ist ein ziemlich gutes Ergebnis. Ich war mit der Gesamtleistung des Autos im Rennen zufrieden und obwohl wir mit dem Abtrieb bei der Endgeschwindigkeit ein paar Probleme hatten, fühlte sich die Balance des Autos gut an. Zu Beginn trat etwas Untersteuern auf, doch beim Boxenstopp verstellten wir den Flügel etwas, um mehr Abtrieb zu bekommen, wodurch sich die Situation sehr verbesserte. Es gab keinerlei Probleme im Rennen und ich bin glücklich, dass wir drei Punkte holen konnten."

Christian Klien
"Das war ein wirklich sehr hartes Rennen. Ich gab auf jeder Runde mein Maximum - man darf nicht nachlassen und die Strecke verlangt immer 110 Prozent Konzentration. Ich holte am Ende einen Punkt, was meiner Meinung nach angesichts der Platzierung im Qualifying ziemlich gut ist. Ich bin also zufrieden."

Jarno Trulli
"Nach ein paar Monaten Pech und enttäuschenden Rennen ist es gut, endlich wieder ein gutes Rennen gehabt zu haben. Ich legte einen guten Start hin und griff das ganze Rennen über an. Ich verlor dabei etwas Zeit im Verkehr, doch abgesehen davon lief alles gut. Ich persönlich hatte ein sehr starkes Rennen, also ist es gut, wieder da zu sein, wo ich hingehöre. Ich habe immer damit gerechnet, hinter den beiden McLaren und Renault zu sein und die BAR waren am Wochenende ebenfalls stark. Also bin ich mit unserer Arbeit an diesem Wochenende echt zufrieden und ich freue mich, drei Punkte mitgenommen zu haben."

Ralf Schumacher
"Ich hatte einen denkbar schlechten Start, da ich weit nach Außen musste, um in der ersten Kurve einem Zwischenfall auszuweichen. Dann fand ich mich am Ende des Feldes wieder. Also war quasi schon alles gelaufen. Dann fuhr ich über Massas Frontflügel, als ich auf die Strecke zurückfuhr. Glücklicherweise war mein Auto in Ordnung und ich gab bis zur Zielflagge alles. Gegen Ende jagte ich Villeneuve, doch es gab keinen Weg an ihm vorbei. Alles in Allem ein unglücklicher Tag, was schade fürs Team ist, weil wir schnell waren und heute locker in die Punkte hätten fahren können."

Jenson Button
"Ich habe das Rennen wirklich genossen! Ich hatte einen sehr schlechten Start, aber es war toll, sich durch das Feld nach vorne zu kämpfen. Für mich war es wahrscheinlich eines der spannendesten Rennen in diesem Jahr. Das Ergebnis ist etwas enttäuschend, da wir das ganze Wochenende über leistungsstark waren. Aber wir mussten versuchen, nicht wieder dieselben Fehler zu machen. Es war ein fantastisches Wochenende für uns, und wir sind den beiden Spitzenteams wieder etwas näher gekommen. Deshalb freuen wir uns sehr auf das nächste Rennen in Monza."

Takuma Sato
"Ich hatte ein gemischtes Wochenende. Einerseits war es toll, da ich ein wirklich gutes Rennen hatte. Aber es war schade, dass ich heute nicht in die Punkte fahren konnte. Unsere Qualifying-Positionen haben leider kein besseres Ergebnis ermöglicht, aber wir haben heute eine ganz andere Strategie verwendet, um einige Plätze gut zu machen. Das Team hat an diesem Wochenende gute Arbeit geleistet, und ich möchte allen danken, die so hart gearbeitet haben. Ich hoffe, dass wir beim nächsten Rennen genauso motiviert sein werden."

Fernando Alonso
"Dieses Mal haben wir eine etwas ungewöhnliche Strategie verfolgt, die sich aber perfekt ausgezahlt hat. Da wir gestern sehr früh ins Qualifying gehen mussten, entschieden wir uns für eine vergleichsweise geringe Benzinladung. Dadurch konnten wir vordere Startplätze erringen, von Beginn an vorne wegfahren und mussten uns während des gesamten Grand Prix nicht mit langsameren Teilnehmern herumschlagen. Platz zwei und vier beweisen, dass dieser Plan aufgegangen ist. Aus meiner Sicht war mir klar, dass die McLaren schneller sein würden. Also konzentrierte ich mich darauf, mein eigenes Rennen möglichst konstant und fehlerlos zu bestreiten. Unser Renault R25 hat sich wieder als überaus zuverlässig erwiesen. Juan Pablo Montoyas Probleme spielten mir dann in die Karten. Manchmal kann man sein Glück eben doch beeinflussen - ich habe ihn die ganze Zeit unter Druck gehalten und konnte erst dadurch von seinem Ausrutscher profitieren. Und was die Meisterschaft betrifft, hätte es für mich hier in der Türkei fast gar nicht besser laufen können."

Giancarlo Fisichella
"Mein Start verlief grandios, obwohl ich auf der schmutzigeren Seite der Strecke stand. Da wir eine geringere Treibstoffmenge an Bord hatten als die McLaren, waren wir klar im Vorteil. Doch mir gelang es nur mit Mühe, in den ersten Runden meine Rennreifen auf Temperatur zu bringen. Dies ist auch der Grund, warum ich noch im ersten Umlauf von der Strecke abgekommen bin und Kimi Räikkönen wieder vorbeilassen musste. Da Fernando angesichts seines leichteren Renault R25 deutlich schneller fahren konnte als ich, habe ich es ihm in der zweiten Runde nicht schwer gemacht, mich aus dem Windschatten heraus zu überholen. Bei meinem ersten Boxenstopp verlor ich Zeit, da der Tankeinfüllstutzen klemmte. Ich konnte mich jedoch vom neunten Rang wieder bis auf die vierte Position vor arbeiten. Die Balance meines Autos war richtig gut, dadurch konnte ich sehr konstante Rundenzeiten fahren und bis ans Limit gehen. Wir haben auf McLaren zwar einige Punkte in der Meisterschaft eingebüßt, doch nicht zu viel von unserem Vorsprung preisgegeben."

Narain Karthikeyan
"Am Samstag so viel Trainingszeit verloren zu haben, schmerzte im Rennen sehr, da ich zu Beginn des Rennens erst die Strecke richtig lernen konnte, was ein großer Nachteil war. Ich habe angegriffen und wollte einfach ins Ziel kommen. Gegen Ende musste ich meine Reifen etwas schonen, was erklärt, warum ich Doornbos nicht überholen konnte. Angesichts der wenigen Runden, die ich am Samstag fahren konnte, bin ich mit meinem heutigen Resultat recht zufrieden."

Tiago Monteiro
"Eine weitere Zielankunft für mich, was gut für meinen Rekord und das Team ist. Es war ein sehr hartes Wochenende, weil ich einen schmerzenden Zahn hatte. Ich habe wirklich gekämpft und wollte ein gutes Ergebnis. Nach dem ersten Boxenstopp hatte ich ein Getriebeproblem und verlor den ersten Gang. Anschließend waren alle Gänge durcheinander, was das Rennen sehr schwierig machte."
"Die Rundenzeiten sahen aber gut aus, ich wurde immer schneller und schloss gegen Ende auf meinen Teamkollegen auf. Dann überholte mich Montoya und warf mir in der Bremszone die Tür zu. Ich konnte es nicht verhindern, ihn anzuschieben, da ich nichts sah und allen Abtrieb verloren hatte. Das tut mir wirklich Leid für ihn, da er um einen Podiumsplatz kämpfte. Doch wir einigten uns in den Fahrertreffen oft darauf, in den Bremszonen nicht die Linie zu wechseln. Ich weiß wirklich nicht, was passiert ist, weil ich noch nicht mit ihm gesprochen habe."

Jacques Villeneuve
"In der ersten Kurve wurde es sehr eng, denn jeder wollte gleichzeitig dort hindurch. Also bin ich etwas vom Gas gegangen. Ich konnte sehen, dass jemand Schwierigkeiten hatte. Leider warf mich das hinter die Jordans und Minardis. Ihre Reifen wärmten sich schneller auf als meine und dadurch konnten sie auf den Geraden schneller fahren. So war es anfangs schwierig für mich, sie zu überholen. Danach war mein Tempo ganz gut und ich konnte ohne Probleme Ralf hinter mich lassen. Allerdings wären heute so oder so nur schwer Punkte drin gewesen."

Felipe Massa
"Beim Start hatte ich versucht, innen an Nick vorbei zu kommen. Doch als er nach links fuhr, um seine Position zu verteidigen, musste ich aufs Gras ausweichen und er erwischte meinen Frontflügel. Dadurch verlor ich nicht nur eines meiner Luftleitbleche, sondern auch eine Menge Zeit. Das Auto war nach meinem dadurch notwendig gewordenen Boxenstopp, bei dem ich mir eine neue Nase und einen neuen Frontflügel holte, trotzdem wirklich sehr gut. Wir änderten meine Strategie auf einen Tankstopp um und sogar mit viel Sprit an Bord konnte ich sehr konkurrenzfähige Rundenzeiten fahren. Es wäre vielleicht sogar noch möglich gewesen, trotz des Crashs Punkte zu holen, aber dann verlor mein Motor an Leistung, was für mich das Ende des Rennens bedeutete."

Robert Doornbos
"Was für ein Rennen! Ich hatte wirklich sehr viel Spaß und fuhr ohne große Mühe ins Ziel. Ich bin zudem mit meiner körperlichen Verfassung am Ende eines harten Grand Prix zufrieden. Das Auto wurde im Verlauf des Rennens besser und ich denke, dass es auch so weitergegangen wäre, weil die Reifen noch in guter Form waren. Ich hatte zum ersten Mal einen super Start und kämpfte mit Villeneuve, was Spaß machte. Danach konnte ich sehr schnell fahren und mich mit beiden Jordan duelliert zu haben und vor ihnen ins Ziel gekommen zu sein macht mich sehr glücklich!"

Christijan Albers
"Ich denke, dass wir ein gutes Qualifying hatten, speziell weil wir viel Benzin im Auto hatten und auf harten Reifen fuhren. Es war wirklich schade, dass wir im Rennen Probleme hatten und es auch Schwierigkeiten mit dem Tankschlauch gab. Es ist wirklich enttäuschend, diese Probleme zu haben, wenn das Auto besser wird. Doch ich denke, dass es die richtige Entscheidung war, so lange wie möglich draußen zu bleiben, um beim Qualifying beim nächsten Grand Prix eine bessere Ausgangsposition zu haben."