Stimmen nach dem Rennen

Michael Schumacher
"Rubens ist ein großartiges Rennen gefahren und er verdient den Sieg, ich den zweiten Platz. Ich habe mich am Start fälschlicherweise für die Außenbahn entschieden und dann gingen Rubens und David an mir vorbei. Ralf war sehr fair, es war ein guter Zweikampf, aber davor hatte ich ein paar harte Runden hinter Montoya. Als ich an den Williams vorbei war, konnte ich zu Rubens aufschließen. Später passierte mir dann ein Dreher, aber ich habe gehört, dass Rubens dort auch Probleme hatte, also hing es vielleicht mit einer Öl- oder Wasserspur zusammen. Ich gab alles und wollte bei den Boxenstopps in Führung gehen, aber dann lief ich auf ein paar Überrundete auf. Rubens wurde nicht darum gebeten, mich überholen zu lassen, weil die Punktesituation besser als in Österreich ist, obwohl wir nicht so arrogant sind und glauben, dass die Weltmeisterschaft schon im Sack ist. Es ist noch nichts entschieden."

Rubens Barrichello
"Das ist ein fantastisches Resultat und ich danke dem Team für ein tolles Auto und tollen Support, speziell zu Beginn des Wochenendes, als ich Probleme bei der Reifenwahl hatte. Der Start war aufregend, obwohl ich Michael nicht in eine schwierige Situation bringen wollte, aber Coulthard tauchte auf einmal neben mir auf und dann ging ich noch einmal von der Bremse und lag an zweiter Stelle. In der ersten Runde ging ich noch an Ralf vorbei in Führung und das hat mein Rennen gemacht. Wir konnten lange pushen, aber nach dem zweiten Boxenstopp hat das Team Michael und mich darum gebeten, die Autos ins Ziel zu bringen. An Österreich habe ich nicht gedacht, denn das ist Geschichte. Damals hat die Teamstrategie Michael geholfen, diesmal mir. Das zeigt nur, was für ein starkes und homogenes Team wir sind. Jetzt will ich mich über diesen Tag freuen, weil meine Frau und mein Sohn auch hier sind. Ich freue mich auf Silverstone, denn es ist wie eine Heimstrecke für mich."

David Coulthard
"Ich bin ernsthaft enttäuscht, denn heute hatten wir ein sehr gutes Auto. Wir waren klar schneller als BMW-Williams, es sah jedenfalls sehr gut aus. Montoya war in den Kurven viel langsamer als ich, aber auf den Geraden hatte er einen zu guten Top-Speed. Die einzige Überholmöglichkeit bot sich bei der Anfahrt zur ersten Kurve im Windschatten. Er hat mich nach außen gedrängt, aber ich ließ ihm genug Platz und wir konnten gemeinsam durch die Kurve fahren. Leider ist ihm dann das Heck ausgebrochen und dann kollidierten wir. Wenn ich nicht außen gewesen wäre, wäre es nicht passiert, aber dann hätte ich auch nicht überholen können. Ich bin der Ansicht, es war genügend Platz vorhanden. Er hat sich bei mir entschuldigt und mir ist klar, dass so etwas im Rennsport passieren kann, aber es ist bitter, weil wir am Ende beide mit leeren Händen dastehen."

Kimi Raikkönen
"Es freut mich, dass ich mein bisher bestes Resultat von Australien wiederholen konnte. Am Start ist eine Menge passiert, aber ich blieb Sechster. Ich habe alles gegeben, verbremste mich dann aber und wurde deshalb von Button überholt. Große Sorgen hat mir das aber nicht gemacht, weil ich wusste, dass er zweimal stoppen würde. Nach der Kollision zwischen David und Montoya konnte ich zu Ralf Schumacher aufschließen und ich versuchte einige Ausbremsmanöver gegen ihn. Ich wollte es gerade wieder probieren, als man mir am Funk gesagt hat, dass er an die Box kommen würde. Ich blieb ein paar Runden länger draußen und baute mir so einen Vorsprung auf. Wir hatten eine gute Strategie. Zwar war Ferrari schneller als wir, aber Williams hatten wir im Griff und das ist eine gute Nachricht."

Ralf Schumacher
"Auf der einen Seite bin ich enttäuscht über Platz vier, auf der anderen Seite muss ich gestehen, dass wir mit einem besonders schwierigen Rennen gegen Ferrari gerechnet hatten. Ich hatte einen guten Start und konnte in der ersten Kurve gegen Juan gewinnen, weil ich mit neuen Reifen gestartet war. Leider konnte ich die Führung nur sehr kurze Zeit verteidigen. Ferrari ist derzeit im Rennen einfach extrem stark. Mein Auto war sehr schwierig zu fahren, weil sich sehr früh Reifenprobleme einstellten. Dabei muss ich aber fairerweise sagen, dass dies nicht an Michelin liegt, sondern an uns."

Juan Pablo Montoya
"Ich bin nun zum dritten Mal hintereinander ausgefallen, nachdem ich von der Pole-Positioin gestartet bin. Beim Start habe ich die Führung in der Haarnadelkurve an Ralf verloren. Ich habe nicht weiter versucht, meine Position zu verteidigen, weil ich nicht riskieren wollte, dass wir beide neben der Strecke landen. Später hatte ich massive Handlingprobleme. Das Auto war nahezu unfahrbar. Ich konnte den Dreher in der ersten Kurve, bei dem ich Coulthard traf, nicht verhindern. Als ich zurück ins Fahrerlager kam, bin ich zu ihm gegangen und habe mich bei ihm entschuldigt."

Nick Heidfeld
"Ich habe einen möglichen Punkt am Start verloren, als mich Felipe überholen konnte - ganz einfach. Mein Auto war heute sehr gut und nach dem Boxenstopp lagen wir nahe beisammen. Ich hatte nur einmal eine Chance, als Felipe gerade aus den Boxen kam, aber vor uns fuhr Ralf Schumacher und ich musste bremsen, um ihm nicht reinzufahren. Damit war es entschieden. Wir kamen uns danach noch einige Male nahe, aber ich hatte im Hinterkopf, dass er mein Teamkollege ist. In einem gewissen Rahmen habe ich aber alles probiert. Es war knapp, aber nicht knapp genug."

Felipe Massa
"Mein Start war brillant, ich machte mein Rennen in der ersten Kurve. Das Auto war wirklich gut und die Strategie hat zu unseren Gunsten funktioniert. Meine einzige Sorge war eine Vibration auf dem zweiten Satz Reifen, wodurch mir leicht Fehler unterlaufen hätten können. Tatsächlich sind mir ein paar passiert, aber Gott sei Dank büßte ich dabei nie Positionen ein. Nick hat mir das Leben schwer gemacht, aber ich hatte ein gutes Gefühl. Nach dem Sieg von Brasilien am Freitag ist das wieder eine schöne Sache für mich."

Giancarlo Fisichella
"Ich bin mir nicht ganz sicher, was passiert ist, aber ich habe nach dem Start die erste Kurve angebremst und da hat mir offenbar jemand von hinten angeschoben. Da war der Grip weg und dann fuhr ich leider Takuma rein, was ich bedaure. Leider war mein Auto so stark beschädigt, dass es nicht mehr möglich war, vernünftig zu fahren. Ein sehr enttäuschender Ausgang für meinen 100. Grand Prix, aber ich blicke schon auf das nächste Rennen."

Takuma Sato
"Ich legte einen guten Start hin und fuhr Seite an Seite mit den zwei Toyotas und Olivier Panis, als mich Giancarlo von hinten rammte. Sehr enttäuschend, dass das passiert ist. Die Stelle ist sehr eng und alle wollen rein, also kann ich ihm keine Schuld geben. Danach habe ich mich auf mein Rennen konzentriert, obwohl ich bereits eine Runde Rückstand hatte. Es war mir wichtig, ins Ziel zu kommen, das Auto heil zurückzubringen."

Jacques Villeneuve
"Ich hatte ein Problem, schon in der Aufwärmrunde fühlte sich das Auto komisch an. Nach dem Start kam ich durch die ersten beiden Gänge, aber dann setzte der Motor aus. In der ersten Runde musste ich Frentzen ausweichen, der seinerseits von der Ideallinie ging, weil er seinerseits die Jordan-Kollision vor sich hatte. So konnten mich ein paar Gegner überholen. Das Problem ging noch ein paar Runden weiter, aber dann lief es besser. Vom 19. Startplatz war es klarerweise ein schwieriges Rennen. Unter diesen Umständen haben wir aber einen guten Job gemacht."

Olivier Panis
"Nach dem Warm-Up habe ich gesagt, dass Punkte möglich sein könnten, aber der Nürburgring ist eine schnelle Strecke und wir haben einfach zu wenig Speed. Ich will nicht sagen, dass ich enttäuscht bin, weil ich zweimal hintereinander in den Top-Ten war und das ist ein Fortschritt. Bevor man in die Punkte fahren kann, muss man regelmäßig in den Top-Ten ins Ziel kommen. Meiner Meinung nach war unsere Strategie heute richtig. Es fiel mir nicht leicht, die Zwei-Stopper hinter mir zu lassen, weil ich viel Sprit an Bord hatte und gleichzeitig die Reifen schonen musste, aber das Auto lief sehr zuverlässig. Das heutige Rennen war schwierig, aber wir haben eine gute Teamleistung gebracht und daraus schöpfe ich Mut. Wie immer haben wir hart gearbeitet. Jetzt warten wir ab, was Silverstone bringen wird."

Jarno Trulli
"Zuerst einmal freue ich mich, dass das Team wieder zwei Zähler geholt hat. Was mich betrifft, hatte ich einen guten Start, aber ich verlor noch im ersten Sektor einige Positionen und war nur noch Achter. Das Auto lief aber an und für sich gut, bis in der dritten Runde ein paar Fehlzündungen einsetzten. Das hat mich nervös gemacht und dann unterlief mir beim Anbremsen der ersten Kurve ein Fehler und ich kam von der Strecke ab. Die Fehlzündungen blieben, aber das Auto war halbwegs brauchbar. Am Ende hat der Fahrfehler einen Punkt gekostet."

Jenson Button
"Das Team hat einen großartigen Job gemacht, speziell mit der Fahrzeugabstimmung. Am Anfang war es nicht einfach für mich, aber dann verloren die Hinterreifen ein wenig Grip und dadurch wurde die Balance etwas besser. Mein einziges Problem war, dass ich nach dem ersten Stopp hinter Panis aufgehalten wurde. Ich konnte ihn nicht überholen und verlor viel Zeit. Insgesamt war es aber ein gutes Rennen."

Eddie Irvine
"Ein schwieriges Rennen, aber das war nicht anders zu erwarten. Diese Strecke ist sehr schwierig und man braucht eine gute Aerodynamik - was bekanntlich unsere große Schwäche ist. Ich hatte einen guten Start, kam von Platz 17 auf 14 nach vorne. Durch unsere große Benzinmenge konnten wir nicht viel unternehmen. Probleme hatte ich auch bei der Anfahrt der Boxen, ich drehte mich da. Ein Wochenende, das ich verdrängen werde."

Pedro de la Rosa
"Für mich war es ein schwieriges Rennen, absolut am Limit. Es hat nicht gut begonnen, weil die Launch-Control streikte. Zuerst ließ sie sich nicht aktivieren und ich befürchtete schon das Schlimmste. Danach blieb mir noch einmal das Herz stehen, als die beiden Jordans kollidierten. Ich kam dann doch irgendwie durch, konnte aber nicht viel machen, weil dieser Kurs eine gute Aerodynamik erfordert, wir aber keine gute Aerodynamik haben. Das Auto war die reinste Katastrophe, aber zumindest passt die Zuverlässigkeit und ich konnte durchfahren. Wir wussten, dass es ein schwieriges Rennen werden würde."

Heinz-Harald Frentzen
"Ich habe das heutige Rennen sehr genossen, weil ich in einige aufregende Zweikämpfe verwickelt war. Schade, dass ich nicht um die Punkte fahren konnte, aber naja. Das Auto hat sich extrem gut angefühlt, weil wir im Aufwärmtraining die Probleme mit der Balance aussortieren konnten. Ärgerlich ist nur, dass wir mit der Tankanlage Schwierigkeiten hatten. Jetzt müssen wir wohl eine neue anschaffen..."

Enrique Bernoldi
"Ich habe das heutige Rennen mehr genossen als jedes andere. Ich hatte einen tollen Start und war in der Lage, mehrere Positionskämpfe auszutragen. Jeder einzelne Meter war ein Genuss. Besonders schön war die letzte Runde, als ich de la Rosa in der Schikane überholen konnte, denn es lag mir viel daran, dass er nicht vor mir ins Ziel kommt."

Alex Yoong
"Es war aus meiner Sicht ein interessantes Rennen. Leider hatte ich einen Fehlstart, weil ich bei der blendenden Sonne die Ampel nicht gerade gut sehen konnte. Dafür wurde ich bestraft. Beim Boxenstopp haben wir wegen der Tankanlage Zeit verloren und dann musste ich aufgeben, weil die Hydraulikpumpe einging. Ich bin enttäuscht, nicht ins Ziel gekommen zu sein, aber mit meiner Leistung kann ich ganz zufrieden sein. Die Rundenzeiten waren gut, das Auto konstant."

Mark Webber
"Mein Start war exzellent, ich konnte ein paar Autos in die erste Kurve hinein überholen, aber am Ausgang der Haarnadel musste ich den kollidierenden Jordans ausweichen. Die nächsten 18 Runden oder so waren unglaublich, weil ich massive Probleme mit dem Chassis hatte. Nach dem ersten meiner beiden Boxenstopps, auf einem neuen Reifensatz, war das Handling viel besser und ich fuhr gute Zeiten. Zur Rennmitte kam ich gut voran und kurz vor Schluss sah es gar nicht schlecht aus. Man könnte sagen, ich habe Runde 20 bis 60 genossen, aber nicht die Anfangsphase."

Mika Salo
"Wir haben uns für eine Ein-Stopp-Strategie entschieden, merkten aber rasch, dass dadurch die Reifen arg leiden mussten. Das hat Handlingprobleme verursacht und so kam ich einige Male von der Strecke ab, büßte ein paar Positionen ein. Aus diesem Grund musste ich früher als geplant zur Box kommen und später noch einmal, um die Reifen erneut zu wechseln. Mein Ausfall hatte wohl mit dem Getriebe zu tun, aber genau kann ich das noch nicht sagen."

Allan McNish
"Die Traktion war am Anfang nicht gerade berühmt, aber es wurde immer besser und mit der Zeit fühlte sich das Auto ziemlich gut an. Beim Boxenstopp gab es mit dem linken Vorderreifen irgendein Problem, welches mich sechs Sekunden kostete. Heute hatte ich auch einen neuen Sitz im Auto und die Schulter tat mir deswegen höllisch weh. Es war so schlimm, dass ich es als Wunder bezeichne, nach dem zweiten Boxenstopp überhaupt ins Ziel gekommen zu sein. Ich werde erst morgen wissen, ob ich nächste Woche testen kann, aber sicher werde ich mein Heimrennen in Silverstone nicht verpassen."