Rubens Barrichello
"Das war nicht
geplant, vor dem Rennen haben wir kein Wort über so eine Aktion verloren.
Vor der letzten Kurve wurde Michael langsamer und ich realisierte, dass
er gemeinsam ins Ziel fahren wollte. Das ist uns nicht ganz gelungen, aber
ich schätze, jetzt sind wir wieder quitt, wenn man an Österreich
denkt. Im Rennen selbst hatten wir eine Menge Spaß, denn Michael
und ich haben uns ganz schön gepusht. Vor dem Rennen wollte ich eigentlich
lieber im T-Car fahren, aber im Warm-Up waren wir uns wegen der Bremsen
unsicher, also bin ich ins normale Einsatzauto gestiegen. Probleme ergaben
sich nur beim Überrunden, denn ein paar Piloten sind so stark vom
Gas gegangen, dass ich ihnen beinahe reingefahren wäre. Jetzt haben
wir alles im Sack - den ersten und zweiten Platz in der Fahrerwertung und
den Konstrukteurstitel. Mir bedeutet das sehr viel und auch die Vereinigten
Staaten sind mir wichtig, also freut mich dieser Erfolg ganz besonders.
Jetzt freue ich mich schon auf nächstes Jahr, denn ich fühle
mich in diesem Team pudelwohl. Wir haben eine fantastische Mannschaft aufgebaut.
Ich freue mich jetzt auf den Japan-GP, wo wir hoffentlich für Bridgestone
ein gutes Rennen abliefern werden."
David Coulthard
"Der Start hat
mich überrascht, denn ich hatte viel Sprit an Bord, kam aber beinahe
neben den Ferraris bei der ersten Kurve an. Im Rennen war eine Menge Verkehr
und kombiniert mit meiner Strategie konnte ich den Rückstand zu den
Führenden in Grenzen halten. In den letzten 40 Runden haben wir uns
dazu entschlossen, den Motor zu schonen, weil Kimi ausgeschieden ist. Gegen
Ferrari hatten wir nie eine Chance, aber die Frage war, wie wir gegen Williams
aussehen würden. Aus diesem Wochenende können wir neue Moral
schöpfen, denn uns ist wieder ein Schritt nach vorne gelungen."
Kimi Raikkönen
"Am Start kam ich
gut weg, aber Trulli hatte weniger Benzin an Bord und ich musste ihn in
der ersten Kurve vorbeilassen. Dabei fuhr ich weit außen, um eine
Kollision zu vermeiden. Nach 13 Runden spürte ich eine Fehlzündung
und dann lief der Motor nur noch auf neun Zylindern. Klarerweise fehlte
mir dann Top-Speed und so konnten Villeneuve und Montoya an mir vorbeigehen.
Schade, denn das Auto hat sich gut angefühlt. Der Motor ist später
ganz in die Luft gegangen. Ich bin wie immer gefahren."
Juan Pablo Montoya
"Ich denke, unterm
Strich bin ich noch ein ganz gutes Rennen gefahren, aber das Ergebnis ist
natürlich enttäuschend. In der zweiten Runde wollte ich Ralf
außen überholen, habe spät gebremst - und plötzlich
hat er mich getroffen. Ich glaube, er hat noch später gebremst. Dann
habe ich bei meinem Boxenstopp etwas falsch gemacht, ich bin viel zu früh
zum Tanken gekommen. Ich habe etwas auf der Anzeigetafel gesehen und dachte,
ich müsste an die Box fahren. Das Team konnte nicht wissen, dass ich
kommen würde."
Ralf Schumacher
"Ich hatte einen
guten Start, doch dann kam es zu dem unglücklichen Zwischenfall mit
Juan. Es ist immer schwer, jemanden außen zu überholen. Es war
nicht allzu viel Platz vorhanden, aber um das besser beurteilen zu können,
möchte ich mir erst in Ruhe die Fernsehbilder anschauen. Prinzipiell
ist dazu zu sagen, dass so etwas zwischen Teamkollegen nicht passieren
darf - egal, ob es eine Schuldzuweisung gibt oder nicht. Dass ich dadurch
so weit zurückgeworfen wurde, ist ärgerlich, denn mein Auto war
heute klasse."
Nick Heidfeld
"Am Anfang war
ich happy mit dem Auto. Ich lag an achter Stelle und konnte gute Zeiten
hinlegen. Zu dem Zeitpunkt hoffte ich mit etwas Glück sogar noch auf
Punkte. Vor dem zweiten Boxenstopp entwickelte die Frontpartie eine merkwürdige
Eigendynamik und auf einmal untersteuerte das Auto. Wir müssen das
jetzt analysieren, aber von da an war nicht mehr als Platz neun möglich."
Heinz-Harald Frentzen
"Am Vormittag lag
das Auto wirklich gut, also habe ich die Abstimmung für das Rennen
ganz ähnlich ausgerichtet. Leider bin ich aber Opfer meiner Unerfahrenheit
im C21 geworden, denn mit den höheren Temperaturen am Nachmittag war
das Set-Up nicht mehr brauchbar. Das Auto übersteuerte stark und die
Hinterreifen waren schnell am Ende."
Giancarlo Fisichella
"Es ist nicht gut,
auf Platz sieben ins Ziel zu kommen. Die Pace war brauchbar und ich kam
im Rennen eigentlichgut voran, wenn man einmal von der unkonstanten Haftung
der Reifen absieht. Beide Reifensätze waren anfangs okay, bauten dann
aber ab und übersteuerten gewaltig. Nach 15 bis 20 Runden erholten
sie sich wieder und ich konnte wieder zulegen. Ich bin sehr enttäuscht."
Takuma Sato
"Der Start war
aufregend. Unsere Launch-Control ist seit dem letzten Rennen viel besser
geworden, was gut ist. Ich habe meine Position schon eingangs der ersten
Kurve verbessert, indem ich an Olivier und Eddie Irvine vorbeiging. Danach
steckte ich im Verkehr fest, was Zeit gekostet hat. Wegen der Zwei-Stopp-Strategie
wäre es wichtig gewesen, schnell nach vorne zu kommen. Zum Schluss
zogen die Reifen blasen und ich hatte Übersteuern, mit dem ich nicht
zurechtkam. Ein schwieriges Rennen, das ich in der Endphase einfach nur
noch zu Ende fahren wollte."
Jacques Villeneuve
"Das Team hat heute
großartig gearbeitet - wie schon das ganze Wochenende über.
Wir haben einen wichtigen Punkt geholt und das Beste aus diesem Rennen
gemacht. Mir machte der Grip Sorgen, also wurde uns eine Zwei-Stopp-Strategie
aufgezwungen. Nach dem Warm-Up haben wir ein paar Dinge verändert,
um etwaigen Problemen vorzubeugen, und das Auto hat daraufhin gut funktioniert.
Die Strecke war heute griffiger, aber die ersten sechs bis zehn Runden
nach den Stopps waren problematisch. Mit sinkender Benzinmenge war es dann
aber einfach, ein paar schnelle Zeiten in den Asphalt zu knallen. Wir waren
ziemlich konkurrenzfähig, ich konnte aggressiv fahren und überholen.
Eine gute Leistung hier bedeutet, dass wir in Suzuka noch besser sein müssten,
also hoffe ich auf einen starken Saisonausklang."
Olivier Panis
"Man muss zuerst
das Positive sehen und da gratuliere ich Jacques einmal. Er ist ein gutes
Rennen gefahren und hat für das Team einen wichtigen Zähler geholt.
Andererseits war es für mich ein enttäuschendes Ende eines schwierigen
Wochenendes. Ich hatte einen katastrophalen Start und musste bis zum ersten
Stopp hinter langsameren Autos hinterherfahren. Dann glaubte ich ein mechanisches
Problem zu spüren und ich kam früher als geplant für den
zweiten Boxenstopp rein. Es lief danach besser und ich konnte wieder pushen,
aber es war schon zu spät für eine groß angelegte Aufholjagd.
Dieses Wochenende muss ich einfach vergessen und mich schon auf Japan konzentrieren."
Jarno Trulli
"Ich bin sehr glücklich
mit diesem Resultat und freue mich über zwei weitere Punkte für
das Team. Die Fahrwerksabstimmung war perfekt für das Rennen, obwohl
es am Ende des ersten Stints ein bisschen rutschte. Der zweite und viel
längere Stint war besser, weil die Reifen optimal hielten. Dank der
Arbeit meiner Ingenieure und dank Pat haben wir die richtige Strategie
gewählt, was heute eine große Rolle spielte. Erfahrung ist in
jedem Team wichtig und meine letzten Resultate beweisen, dass ich immer
besser zurechtkomme. Gleichzeitig muss man aber sagen, dass uns noch viel
fehlt, ehe wir mit den Top-Teams konkurrieren können."
Jenson Button
"Der achte Platz
ist nicht gerade mein Traumresultat. In der zweiten Kurve hat mich Giancarlo
aufs Gras gedrängt und dann hatte ich beim ersten Stopp Pech, weil
ich genau in der Mitte einer Gruppe an Fahrzeugen zurück auf die Strecke
kam. Wir hatten weniger Flügel drauf als einige der Konkurrenten,
aber weil ich in der Zielkurve immer zu viel Speed verlor, konnte ich dennoch
nicht überholen. Ich habe alles gegeben, aber bei so wenigen Ausfällen
ist es nicht leicht, in die Punkte zu fahren."
Eddie Irvine
"Die Pleite war
eigentlich schon am Samstag besiegelt. Nach dem schlechten Qualifying mussten
wir mit der Strategie und beim Start Komrpomisse eingehen. Wir haben die
Strafe dafür bezahlt, dass wir gestern Nachmittag unser Potenzial
nicht umsetzen konnten, denn sonst wären wir sicher vor den Renaults
ins Ziel gekommen. Unsere Pace war sehr gut und abgesehen von Ralf Schumacher
hatte ich keine nennenswerten Probleme. Er war eine Runde hinter dem Rest
des Feldes und ich verstehe nicht, warum er sich so aufgeführt hat.
Heidfeld und ich kämpften in den letzten 15 Runden oder so um eine
Position, aber aus irgendeinem bizarren Grund quetschte sich Ralf zwischen
uns. Das war nicht gerade clever, aber das ist eben Ralf. Suzuka kommt
jetzt als nächstes - nach Monaco meine Lieblingsstrecke. Ich kenne
die Strecke sehr gut und möchte dort die Punkte holen, die wir hier
nicht geholt haben."
Pedro de la Rosa
"Ich denke, ich
schied wegen einer defekten Kraftübertragung aus. Zuerst ging Vortrieb
verloren und dann war da kurz ein Feuer. Es war jedenfalls kein Motorschaden.
Bis dahin lief es gut. Schade, denn ich glaube, dass ich heute eine gute
Strategie hatte. Nachdem ich aus dem Wagen gestiegen war, sprang ich über
die Leitplanken, aber mir hat niemand gesagt, dass dahinter ein kleiner
Bach ist. Ich bin reingefallen. Zum Glück habe ich mich nicht verletzt,
aber das hätte mir einer der Marshalls sagen müssen. Alles in
allem war es ein sehr enttäuschendes Wochenende für mich. Jetzt
kommt Japan und ich will gar nicht mehr als einen oder zwei Punkte."
Alex Yoong
"Ich bin über
meine heutige Leistung sehr glücklich. Die Rundenzeiten waren gut,
aber es ist frustrierend, wenn du in ein Rennen gehst und genau weißt,
dass der Motor nicht konkurrenzfähig genug ist. Speziell auf den Geraden
hat sich das gezeigt, denn ich verlor dort Boden auf Mark, obwohl meine
Flügel weniger steil eingestellt waren. Schade, dass sich der Motor
dann verabschiedet hat, denn bisher war Asiatech in diesem Jahr sehr zuverlässig.
Dennoch freue ich mich über meine Leistung."
Mark Webber
"Es ist wirklich
sehr gut für uns gelaufen. Ich sah in den ersten Runden sehr gut aus,
speziell im Infield der Strecke, aber es gab keine Überholmöglichkeiten.
Die Jungs vor mir waren auf den Geraden einfach schneller. Trotzdem war
es ein gutes Rennen, bis die Lenkung ein Problem entwickelte. Das ist bedauernswert,
aber jetzt können wir uns sowieso nur noch auf den letzten Grand Prix
in Japan konzentrieren."
Mika Salo
"Anfangs hatte
ich ein sehr gutes Rennen und das Auto fühlte sich gut an, aber nach
dem ersten Boxenstopp hatte ich gewaltige Fehlzündungen des Motors,
die nicht mehr weggingen. Die Jungs in der Box haben einen großartigen
Job gemacht und das Problem später aus dem Weg geräumt, aber
auch der Hydraulikdruck war nicht mehr ideal und so konnte ich keine Positionen
aufholen. Wir haben an diesem Wochenende viel gelernt, aber ich bin enttäuscht,
dass ich nicht weiter vorne gelandet bin."
Allan McNish
"Das war ein extrem
zähes und körperlich anspruchsvolles Rennen. Gleich von Beginn
an fühlte sich die Fahrzeugbalance in Links- und Rechtskurven komplett
unterschiedlich an. Im Verlauf des Rennens wurde es immer schlimmer und
das Auto wurde unfahrbar. Manchmal blockierte die Lenkung sogar, wenn ich
nach rechts fahren wollte. Ein Wunder, dass ich überhaupt im Ziel
bin, aber trotzdem wäre mehr als Platz 15 drin gewesen. Das nächste
Rennen ist in Japan, das Heimrennen von Toyota. Dort will ich mich mit
einem Highlight vom Team verabschieden."