Stimmen nach dem Rennen
Michael Schumacher
"Wir haben in diesem Jahr schon so viele Rekorde erreicht, da dachte ich, wir sollten auch noch den knappsten Zieleinlauf machen. Rubens und ich sind ein großartiges Team und ich finde, dass er diesen Sieg wirklich verdient hat. Er hat mir in diesem Jahr mindestens zweimal einen Gefallen getan und heute war es eben einmal umgekehrt. Mir kam der Gedanke, es wäre schön, gemeinsam über die Linie zu fahren, was wir vorher nicht besprochen hatten, aber Rubens hat es dann ja kapiert. Leider haben wir es nicht ganz geschafft. McLaren war heute sehr stark, aber damit haben wir gerechnet. Am Ende betrug unser Vorsprung weniger als zehn Sekunden, glaube ich. Das zeigt, dass es ein enges Rennen war, denn unserer Meinung nach waren zwei Stopps um rund zehn Sekunden schneller als ein Stopp. Mein Auto lag perfekt und die Entscheidung fiel im Prinzip nach dem ersten Stopp, als ich knapp vor Coulthard wieder auf die Strecke kam. Wir haben zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen, wir hatten das richtige Auto und die richtige Strategie."

Rubens Barrichello
"Das war nicht geplant, vor dem Rennen haben wir kein Wort über so eine Aktion verloren. Vor der letzten Kurve wurde Michael langsamer und ich realisierte, dass er gemeinsam ins Ziel fahren wollte. Das ist uns nicht ganz gelungen, aber ich schätze, jetzt sind wir wieder quitt, wenn man an Österreich denkt. Im Rennen selbst hatten wir eine Menge Spaß, denn Michael und ich haben uns ganz schön gepusht. Vor dem Rennen wollte ich eigentlich lieber im T-Car fahren, aber im Warm-Up waren wir uns wegen der Bremsen unsicher, also bin ich ins normale Einsatzauto gestiegen. Probleme ergaben sich nur beim Überrunden, denn ein paar Piloten sind so stark vom Gas gegangen, dass ich ihnen beinahe reingefahren wäre. Jetzt haben wir alles im Sack - den ersten und zweiten Platz in der Fahrerwertung und den Konstrukteurstitel. Mir bedeutet das sehr viel und auch die Vereinigten Staaten sind mir wichtig, also freut mich dieser Erfolg ganz besonders. Jetzt freue ich mich schon auf nächstes Jahr, denn ich fühle mich in diesem Team pudelwohl. Wir haben eine fantastische Mannschaft aufgebaut. Ich freue mich jetzt auf den Japan-GP, wo wir hoffentlich für Bridgestone ein gutes Rennen abliefern werden."

David Coulthard
"Der Start hat mich überrascht, denn ich hatte viel Sprit an Bord, kam aber beinahe neben den Ferraris bei der ersten Kurve an. Im Rennen war eine Menge Verkehr und kombiniert mit meiner Strategie konnte ich den Rückstand zu den Führenden in Grenzen halten. In den letzten 40 Runden haben wir uns dazu entschlossen, den Motor zu schonen, weil Kimi ausgeschieden ist. Gegen Ferrari hatten wir nie eine Chance, aber die Frage war, wie wir gegen Williams aussehen würden. Aus diesem Wochenende können wir neue Moral schöpfen, denn uns ist wieder ein Schritt nach vorne gelungen."

Kimi Raikkönen
"Am Start kam ich gut weg, aber Trulli hatte weniger Benzin an Bord und ich musste ihn in der ersten Kurve vorbeilassen. Dabei fuhr ich weit außen, um eine Kollision zu vermeiden. Nach 13 Runden spürte ich eine Fehlzündung und dann lief der Motor nur noch auf neun Zylindern. Klarerweise fehlte mir dann Top-Speed und so konnten Villeneuve und Montoya an mir vorbeigehen. Schade, denn das Auto hat sich gut angefühlt. Der Motor ist später ganz in die Luft gegangen. Ich bin wie immer gefahren."

Juan Pablo Montoya
"Ich denke, unterm Strich bin ich noch ein ganz gutes Rennen gefahren, aber das Ergebnis ist natürlich enttäuschend. In der zweiten Runde wollte ich Ralf außen überholen, habe spät gebremst - und plötzlich hat er mich getroffen. Ich glaube, er hat noch später gebremst. Dann habe ich bei meinem Boxenstopp etwas falsch gemacht, ich bin viel zu früh zum Tanken gekommen. Ich habe etwas auf der Anzeigetafel gesehen und dachte, ich müsste an die Box fahren. Das Team konnte nicht wissen, dass ich kommen würde."

Ralf Schumacher
"Ich hatte einen guten Start, doch dann kam es zu dem unglücklichen Zwischenfall mit Juan. Es ist immer schwer, jemanden außen zu überholen. Es war nicht allzu viel Platz vorhanden, aber um das besser beurteilen zu können, möchte ich mir erst in Ruhe die Fernsehbilder anschauen. Prinzipiell ist dazu zu sagen, dass so etwas zwischen Teamkollegen nicht passieren darf - egal, ob es eine Schuldzuweisung gibt oder nicht. Dass ich dadurch so weit zurückgeworfen wurde, ist ärgerlich, denn mein Auto war heute klasse."

Nick Heidfeld
"Am Anfang war ich happy mit dem Auto. Ich lag an achter Stelle und konnte gute Zeiten hinlegen. Zu dem Zeitpunkt hoffte ich mit etwas Glück sogar noch auf Punkte. Vor dem zweiten Boxenstopp entwickelte die Frontpartie eine merkwürdige Eigendynamik und auf einmal untersteuerte das Auto. Wir müssen das jetzt analysieren, aber von da an war nicht mehr als Platz neun möglich."

Heinz-Harald Frentzen
"Am Vormittag lag das Auto wirklich gut, also habe ich die Abstimmung für das Rennen ganz ähnlich ausgerichtet. Leider bin ich aber Opfer meiner Unerfahrenheit im C21 geworden, denn mit den höheren Temperaturen am Nachmittag war das Set-Up nicht mehr brauchbar. Das Auto übersteuerte stark und die Hinterreifen waren schnell am Ende."

Giancarlo Fisichella
"Es ist nicht gut, auf Platz sieben ins Ziel zu kommen. Die Pace war brauchbar und ich kam im Rennen eigentlichgut voran, wenn man einmal von der unkonstanten Haftung der Reifen absieht. Beide Reifensätze waren anfangs okay, bauten dann aber ab und übersteuerten gewaltig. Nach 15 bis 20 Runden erholten sie sich wieder und ich konnte wieder zulegen. Ich bin sehr enttäuscht."

Takuma Sato
"Der Start war aufregend. Unsere Launch-Control ist seit dem letzten Rennen viel besser geworden, was gut ist. Ich habe meine Position schon eingangs der ersten Kurve verbessert, indem ich an Olivier und Eddie Irvine vorbeiging. Danach steckte ich im Verkehr fest, was Zeit gekostet hat. Wegen der Zwei-Stopp-Strategie wäre es wichtig gewesen, schnell nach vorne zu kommen. Zum Schluss zogen die Reifen blasen und ich hatte Übersteuern, mit dem ich nicht zurechtkam. Ein schwieriges Rennen, das ich in der Endphase einfach nur noch zu Ende fahren wollte."

Jacques Villeneuve
"Das Team hat heute großartig gearbeitet - wie schon das ganze Wochenende über. Wir haben einen wichtigen Punkt geholt und das Beste aus diesem Rennen gemacht. Mir machte der Grip Sorgen, also wurde uns eine Zwei-Stopp-Strategie aufgezwungen. Nach dem Warm-Up haben wir ein paar Dinge verändert, um etwaigen Problemen vorzubeugen, und das Auto hat daraufhin gut funktioniert. Die Strecke war heute griffiger, aber die ersten sechs bis zehn Runden nach den Stopps waren problematisch. Mit sinkender Benzinmenge war es dann aber einfach, ein paar schnelle Zeiten in den Asphalt zu knallen. Wir waren ziemlich konkurrenzfähig, ich konnte aggressiv fahren und überholen. Eine gute Leistung hier bedeutet, dass wir in Suzuka noch besser sein müssten, also hoffe ich auf einen starken Saisonausklang."

Olivier Panis
"Man muss zuerst das Positive sehen und da gratuliere ich Jacques einmal. Er ist ein gutes Rennen gefahren und hat für das Team einen wichtigen Zähler geholt. Andererseits war es für mich ein enttäuschendes Ende eines schwierigen Wochenendes. Ich hatte einen katastrophalen Start und musste bis zum ersten Stopp hinter langsameren Autos hinterherfahren. Dann glaubte ich ein mechanisches Problem zu spüren und ich kam früher als geplant für den zweiten Boxenstopp rein. Es lief danach besser und ich konnte wieder pushen, aber es war schon zu spät für eine groß angelegte Aufholjagd. Dieses Wochenende muss ich einfach vergessen und mich schon auf Japan konzentrieren."

Jarno Trulli
"Ich bin sehr glücklich mit diesem Resultat und freue mich über zwei weitere Punkte für das Team. Die Fahrwerksabstimmung war perfekt für das Rennen, obwohl es am Ende des ersten Stints ein bisschen rutschte. Der zweite und viel längere Stint war besser, weil die Reifen optimal hielten. Dank der Arbeit meiner Ingenieure und dank Pat haben wir die richtige Strategie gewählt, was heute eine große Rolle spielte. Erfahrung ist in jedem Team wichtig und meine letzten Resultate beweisen, dass ich immer besser zurechtkomme. Gleichzeitig muss man aber sagen, dass uns noch viel fehlt, ehe wir mit den Top-Teams konkurrieren können."

Jenson Button
"Der achte Platz ist nicht gerade mein Traumresultat. In der zweiten Kurve hat mich Giancarlo aufs Gras gedrängt und dann hatte ich beim ersten Stopp Pech, weil ich genau in der Mitte einer Gruppe an Fahrzeugen zurück auf die Strecke kam. Wir hatten weniger Flügel drauf als einige der Konkurrenten, aber weil ich in der Zielkurve immer zu viel Speed verlor, konnte ich dennoch nicht überholen. Ich habe alles gegeben, aber bei so wenigen Ausfällen ist es nicht leicht, in die Punkte zu fahren."

Eddie Irvine
"Die Pleite war eigentlich schon am Samstag besiegelt. Nach dem schlechten Qualifying mussten wir mit der Strategie und beim Start Komrpomisse eingehen. Wir haben die Strafe dafür bezahlt, dass wir gestern Nachmittag unser Potenzial nicht umsetzen konnten, denn sonst wären wir sicher vor den Renaults ins Ziel gekommen. Unsere Pace war sehr gut und abgesehen von Ralf Schumacher hatte ich keine nennenswerten Probleme. Er war eine Runde hinter dem Rest des Feldes und ich verstehe nicht, warum er sich so aufgeführt hat. Heidfeld und ich kämpften in den letzten 15 Runden oder so um eine Position, aber aus irgendeinem bizarren Grund quetschte sich Ralf zwischen uns. Das war nicht gerade clever, aber das ist eben Ralf. Suzuka kommt jetzt als nächstes - nach Monaco meine Lieblingsstrecke. Ich kenne die Strecke sehr gut und möchte dort die Punkte holen, die wir hier nicht geholt haben."

Pedro de la Rosa
"Ich denke, ich schied wegen einer defekten Kraftübertragung aus. Zuerst ging Vortrieb verloren und dann war da kurz ein Feuer. Es war jedenfalls kein Motorschaden. Bis dahin lief es gut. Schade, denn ich glaube, dass ich heute eine gute Strategie hatte. Nachdem ich aus dem Wagen gestiegen war, sprang ich über die Leitplanken, aber mir hat niemand gesagt, dass dahinter ein kleiner Bach ist. Ich bin reingefallen. Zum Glück habe ich mich nicht verletzt, aber das hätte mir einer der Marshalls sagen müssen. Alles in allem war es ein sehr enttäuschendes Wochenende für mich. Jetzt kommt Japan und ich will gar nicht mehr als einen oder zwei Punkte."

Alex Yoong
"Ich bin über meine heutige Leistung sehr glücklich. Die Rundenzeiten waren gut, aber es ist frustrierend, wenn du in ein Rennen gehst und genau weißt, dass der Motor nicht konkurrenzfähig genug ist. Speziell auf den Geraden hat sich das gezeigt, denn ich verlor dort Boden auf Mark, obwohl meine Flügel weniger steil eingestellt waren. Schade, dass sich der Motor dann verabschiedet hat, denn bisher war Asiatech in diesem Jahr sehr zuverlässig. Dennoch freue ich mich über meine Leistung."

Mark Webber
"Es ist wirklich sehr gut für uns gelaufen. Ich sah in den ersten Runden sehr gut aus, speziell im Infield der Strecke, aber es gab keine Überholmöglichkeiten. Die Jungs vor mir waren auf den Geraden einfach schneller. Trotzdem war es ein gutes Rennen, bis die Lenkung ein Problem entwickelte. Das ist bedauernswert, aber jetzt können wir uns sowieso nur noch auf den letzten Grand Prix in Japan konzentrieren."

Mika Salo
"Anfangs hatte ich ein sehr gutes Rennen und das Auto fühlte sich gut an, aber nach dem ersten Boxenstopp hatte ich gewaltige Fehlzündungen des Motors, die nicht mehr weggingen. Die Jungs in der Box haben einen großartigen Job gemacht und das Problem später aus dem Weg geräumt, aber auch der Hydraulikdruck war nicht mehr ideal und so konnte ich keine Positionen aufholen. Wir haben an diesem Wochenende viel gelernt, aber ich bin enttäuscht, dass ich nicht weiter vorne gelandet bin."

Allan McNish
"Das war ein extrem zähes und körperlich anspruchsvolles Rennen. Gleich von Beginn an fühlte sich die Fahrzeugbalance in Links- und Rechtskurven komplett unterschiedlich an. Im Verlauf des Rennens wurde es immer schlimmer und das Auto wurde unfahrbar. Manchmal blockierte die Lenkung sogar, wenn ich nach rechts fahren wollte. Ein Wunder, dass ich überhaupt im Ziel bin, aber trotzdem wäre mehr als Platz 15 drin gewesen. Das nächste Rennen ist in Japan, das Heimrennen von Toyota. Dort will ich mich mit einem Highlight vom Team verabschieden."