Rubens Barrichello
"Wenn man meine
Schwierigkeiten seit Freitag bedenkt, bin ich mit diesem Ergebnis und dem
vergrößerten Vorsprung in der Weltmeisterschaft zufrieden. Noch
nicht einmal heute Morgen war ich mit dem Set-Up zufrieden und obendrein
traf ich die falsche Reifenentscheidung. Vor dem Start fragte ich mich,
wie schnell Kimi sein würde, aber ich kam gut weg und ging an ihm
vorbei. Er wollte zwar die Tür zumachen, aber ich war schon neben
ihm und es gab für ihn keine Möglichkeit mehr, den zweiten Tag
zu verteidigen. Schrecksekunden erlebte ich, als Massa und Panis vor mir
Motorschäden hatten. Es ging dabei nicht nur um den Rauch und die
Sicht, sondern auch um Öl auf dem Asphalt. Ich habe es nie in Betracht
gezogen, das Team um eine Stallorder zu bitten. Michael war an diesem Wochenende
so dominant, er fuhr auf die Pole und nach drei oder vier Runden konnte
ich ihm nicht mehr folgen. Er hat sich diesen Sieg verdient."
DAVID COULTHARD
"Zu dumm, dass
wir heute kein besseres Resultat erreichen konnten. Ich ging in der ersten
Runde bei Les Combes an Ralf Schumacher vorbei und war damit Fünfter.
Im Mittelsektor lag mein Auto nicht so optimal und so blieb es mir versagt,
an Montoya vorbeizugehen. Der Grip hat sich nach meinem zweiten Boxenstopp
mit mehr Gummi auf der Strecke verbessert und ich erzielte mit wenig Sprit
an Bord ganz zum Schluss meine besten Zeiten. Mit einem schnellen zweiten
Stopp kam ich nahe an Montoya ran, aber es hat nicht ganz gereicht."
Kimi Raikkönen
"Kein ideales Wochenende,
aber naja. Am Start konnte ich Rubens nicht hinter mir halten, weil er
und Michael neue Reifen hatten. In der nächsten Runde passierte mir
ein Fehler und ich wäre beinahe abgeflogen, konnte das Auto aber doch
noch abfangen. Leider schlüpfte dabei allerdings Montoya durch. Ich
hielt danach mit ihm mit und wir gingen gleichzeitig an die Box, aber er
blieb vorne. Kurz vor dem zweiten Boxenstopp spürte ich, dass etwas
nicht mehr okay war, und in der Tat verabschiedete sich dann der Motor.
Es war ein aufregendes Wochenende und es gefällt mir, aus der ersten
Reihe zu starten. In Zukunft könnte es ruhig immer so sein."
Ralf Schumacher
"Ich kann heute
nicht zufrieden mit mir sein, denn ich habe gleich mehrere Fehler gemacht.
Beim Start wurde ich von Raikkonen aufgehalten, der schlecht weg kam. Später
bin ich auf die Randsteine geraten und habe mich gedreht, danach habe ich
beim Losfahren nach dem Boxenstopp einen Bedienungsfehler gemacht. Am Ende
habe ich noch zwei Punkte gewonnen, und die sind im Kampf um den zweiten
Platz in der WM natürlich wertvoll."
Juan Pablo Montoya
"Das ist ein großartiges
Endergebnis nach einem schwierigen Wochenende, damit habe ich nicht gerechnet.
Ich war etwas überrascht, dass ich im Rennen mit Kimi Raikkonen mithalten
konnte. Er war in der Anfangsphase sehr schnell unterwegs. Beim ersten
Boxenstopp ist es mir dank sehr flinker Mechaniker gelungen, vor ihm zu
bleiben. Bei dem Stopp haben wir zudem etwas an der Fahrzeugabstimmung
verändert, was mir sehr geholfen hat. Später konnte ich auch
Coulthard im zweiten McLaren hinter mir halten. Wir haben immer noch Chancen
auf den zweiten Platz in der Fahrerweltmeisterschaft. Wir müssen bereit
sein, falls Rubens einen Fehler macht."
Nick Heidfeld
"Das Auto war im
Rennen besser als im Qualifying, aber ich steckte ständig hinter anderen
Fahrern fest und konnte nicht das Maximum herausholen. Felipe hat mich
am Anfang überholt, als wir unterschiedliche Spritmengen an Bord hatten,
aber nach dem zweiten Stopp lagen wir wieder gleichauf. Leider musste ich
in der Runde vor meinem letzten Stopp Michael überrunden lassen, was
verhindert hat, dass ich an McNish vorbeiziehen konnte. Es wäre aber
falsch gewesen, die blauen Flaggen einfach zu ignorieren."
Felipe Massa
"Ich hatte ein
gutes Rennauto. Schade also, dass das Qualifying so mies war. Mit dem heutigen
Set-Up hätten wir im Qualifying besser ausgesehen. Ich habe Nick überholt,
nachdem ich Eau Rouge einmal gut erwischt hatte, und nach dem zweiten Boxenstopp
ging ich vor Eau Rouge an McNish vorbei. Alles lief gut, bis ich auf einmal
irgendetwas mit dem Motor spürte."
Giancarlo Fisichella
"Ich hatte ein
ganz gutes Rennen, verlor aber alles durch einen spektakulären Motorschaden,
der mir ein bisschen Angst gemacht hat. Von meinem Startplatz aus war die
Ein-Stopp-Strategie die beste Option, was im Nachhinein umso frustrierender
für mich ist. Jetzt freue ich mich auf das nächste Rennen."
Takuma Sato
"Es war ein zähes
Wochenende für uns. Ich hatte einen mäßigen Start. Ich
konnte die Daten noch nicht anschauen, aber das Auto verhielt sich merkwürdig,
relativ nervös. Es übersteuerte und schnappte aus und dadurch
habe ich viele Sekunden verloren. Beim ersten Stopp hat der Reifenwechsel
zu lange gedauert, was schade ist, aber zumindest lief es im zweiten und
dritten Stint weit besser. Spa ist eine tolle Strecke. Ich bedaure, dass
hier kein besseres Resultat drin war, aber das ist eben der Motorsport."
Jacques Villeneuve
"Im Nachhinein
muss man sagen, dass der sechste Platz möglich gewesen wäre,
aber der Start war furchtbar und danach wurde ich von McNish aufgehalten.
Es war ein fairer Fight, was ich von Fisichella nicht behaupten kann. Ich
wurde viel zu lange von ihm aufgehalten und wegen seiner Strategie hätten
wir bis zum Ende gegeneinander gekämpft, wenn nicht sein Motor in
die Luft gegangen wäre. Das Auto hat gut funktioniert, aber uns fehlt
ein bisschen Leistung. Monza wird schwierig für uns, glaube ich. Es
ist eine Powerstrecke und wir müssen schauen, beim nächsten Test
in Monza Zuverlässigkeit zu finden."
Olivier Panis
"Ich hatte mehr
Sprit an Bord als die meisten Fahrer in meinem Umfeld, also büßte
ich am Start einige Positionen ein. Danach habe ich so hart wie möglich
gekämpft, aber es war schon zu spät. Vielleicht wäre ich
direkt hinter Jacques ins Ziel gekommen, aber leider hat der Motor den
Geist aufgegeben - wieder einmal. Ich hoffe wirklich, dass wir das in den
Griff bekommen, denn Monza ist ein High-Speed-Kurs und es wird ein schwieriges
Rennen. Wir testen nächste Woche dort und haben viel zu tun."
Jarno Trulli
"Wieder einmal
ein guter Start, aber dann erwischte ich vor der ersten Kurve irrtümlich
den Knopf für den Leerlauf. Damit fing ich zwar einen kleinen Rutscher
ab, aber die gewonnenen Positionen waren wieder dahin. Ich habe alles gegeben
und bis Ralfs Dreher blieb der Rückstand konstant. Nach dem Boxenstopp
konnte ich Ralf hinter mir halten, weil ich am Ausgang der langsamen Kurven
schneller war. Der Ausfall ist natürlich sehr enttäuschend, aber
das Team hat dieses Wochenende sehr gut gearbeitet. Ein paar Punkte hätten
wir uns verdient."
Jenson Button
"Ehrlich, da ist
nicht viel zu sagen. Bis zum Start konnten wir die Balance des Autos stark
verbessern, es fühlte sich viel besser an als bisher an diesem Wochenende.
Irvine hat mich ein wenig aufgehalten, aber ich war entlang der Geraden
nicht schnell genug, um ihn ernsthaft attackieren zu können. Dann
hörte ich am Ausgang der siebenten Kurve ein merkwürdiges Geräusch
und ich verlor Leistung. Ich konnte nichts mehr gegen den Ausfall unternehmen."
Eddie Irvine
"Mein Start war
brauchbar und ich habe vor und nach der ersten Kurve keine Plätze
eingebüßt. Das Ziel war danach, die Position zu halten und die
Reifen zu schonen. Ich habe alles gegeben, um mit Trulli mithalten zu können,
aber er entglitt mir mehr und mehr. Salo hat mich dann von hinten attackiert,
aber ich ließ den Gasfuß unten und riskierte alles. Wir haben
von Qualifying über Rennvorbereitung bis hin zur Strategie an diesem
Wochenende alles richtig gemacht. Das Auto fühlte sich gut an und
bereitete mir überhaupt keine Schwierigkeiten. Okay, es war nicht
mein aufregendstes Rennen, aber es bestätigte einfach unsere Performance
vom Qualifying. Unsere Pace war ausgezeichnet, durchaus vergleichbar mit
Williams und McLaren. Die nächsten Rennen müssten uns gut liegen
und ich freue mich schon auf Monza und Suzuka."
Pedro de la Rosa
"Das Endresultat
weckt gemischte Gefühle in mir, denn ich freue mich über den
Punkt für das Team, ärgere mich aber über meinen Ausfall.
Das Auto lief hier super, machte auch keine Schwierigkeiten, wenn man von
minimalen Problemchen am Freitag absieht. Unsere Rennvorbereitung war sehr
intensiv und angesichts der Pace ist der Ausfall doppelt bitter. Sechs
Runden vor Schluss hat dann das Heck ausgeschnappt. Wahrscheinlich ist
die Hinterradaufhängung gebrochen. Am wichtigsten ist aber, dass das
Team einen Punkt geholt hat. Hoffentlich können wir das in die letzten
drei Rennen mitnehmen."
Anthony Davidson
"Nach Marks Ausfall
hatte ich keinen Anhaltspunkt mehr und ich richtete mich anhand des Rückstands
zu Sato aus, pushte hart, denn im ersten Stint konnte ich ihn noch sehen.
Ich war zufrieden mit der Performance des Wagens und der Reifen und es
machte mir Spaß, hinter Taku und Olivier zu fahren. Dann habe ich
bei Pouhon einmal zu viel riskiert, ich kam mit dem Heck auf die Curbs,
verlor Grip und drehte mich ins Kiesbett. Schade, denn bis dahin war es
ein unterhaltsames Rennen."
Mark Webber
"Wieder ein Wochenende
des Versuchens für uns. Am Freitag gab es in der ersten Session Probleme,
die auch die zweite Session noch beeinträchtigten, und am Samstag
Vormittag war es nicht anders. Das Qualifying ist dafür gut gelaufen
und heute im Warm-Up war ich auch nicht unzufrieden. Wir hatten noch viel
Sprit im Auto und so war ich für das Rennen zuversichtlich. Bis zum
Getriebeproblem war auch alles okay. Schade, dass ich gerade auf dieser
tollen Strecke ausscheiden musste, aber wir kamen in dieser Saison fast
immer ins Ziel. Irgendwann muss es auch vorbei sein. Heute war einer der
seltenen Tage, an dem wir mit dem Auto Schwierigkeiten hatten."
Mika Salo
"Das war ein recht
gutes Rennen für mich und das Team. Unsere Boxenstopps waren sehr
gut und es gab keine speziellen Probleme. Ich bin gut gefahren und habe
keine Fehler gemacht. Von Start bis ins Ziel fuhr ich immer am Limit und
ich kam nahe an die Punkte ran. Es ist extrem frustrierend, eine halbe
Sekunde an einem Zähler vorbeizuschrammen."
Allan McNish
"Ich hatte ein
ereignisreiches Rennen und gute Fights mit anderen Piloten. Ein Radsensor
funktionierte nicht richtig und das beeinträchtigte die Genauigkeit
der Traktionskontrolle. Große Sorgen hatte ich aber nicht. Es freut
mich für das Teams, dass wir beide Autos in den Top-Ten ins Ziel gebracht
haben. Jetzt können wir die letzten drei Rennen mit guter Stimmung
angehen."