Michael Schumacher
(1.)
"Das war ein sehr
aufregendes Rennen! Ich habe mich kurz vor dem Start für das T-Car
entschieden, weil vom Einsatzwagen etwas Öl tröpfelte. Auch am
Vormittag war mir das Ersatzauto lieber, daher war das kein Problem. Wegen
des Regens habe ich mich dann gedreht, ich sah die Leitplanken auf mich
zukommen und war auch schon draußen. In dem Moment sah ich Rubens
vor mir auf dem Gras. Zu dem Zeitpunkt war ich sehr happy, dass dem Auto
kein Schaden zugefügt worden ist. Als ich an die Box kam, stand plötzlich
Rubens ohne rechtes Vorderrad vor mir. Deswegen musste ich warten, aber
dann habe ich entschieden, dass sie Intermediates aufschnallen sollen.
Natürlich war es damit am Anfang nicht einfach, aber später erwies
es sich als Vorteil. Zuerst habe ich mich einmal erkundigt, ob sie auch
wirklich die richtigen Pneus montiert haben, denn es war sehr schwierig
zu fahren. Später hat sich das erheblich gebessert. In Kurve acht
habe ich dann Rubens überholt. Es gab einen Zeitpunkt, da lagen wir
über eine Minute zurück, aber dank des Safety-Cars konnten wir
das auf effektiv zehn Sekunden reduzieren. Es war wirklich unfahrbar, sogar
das Safety-Car war manchmal schneller als wir. Der Rest der Saison wird
nicht so einfach zu gewinnen sein wie das heutige Rennen. Wir haben wirklich
das Maximum aus den Bedingungen gemacht und goldrichtige Entscheidungen
getroffen, was Strategie und Set-Up angeht."
Rubens Barrichello
(2.)
"Mein Start war
gut, ich habe verglichen mit Michael nicht viel verloren. Links habe ich
nichts gesehen, aber plötzlich tauchte Ralf Schumacher neben mir auf.
Ich denke, dass er sehr spät gebremst hat. Wenn man um eine Kurve
kämpft, muss man dem anderen Fahrer etwas Raum geben, aber das hat
er nicht gemacht und so haben wir uns berührt. Als ich mich das erste
Mal gedreht habe, wäre ich beinahe in Michael hineingefahren, ich
durfte auf keinen Fall bremsen. Später konnte ich nicht an die Box
gehen, weil ich mich drei- oder viermal gedreht habe. Zwei Runden später
hatte ich Glück, dass ich nicht in Coulthard und Trulli reingefahren
bin. Du kannst nichts machen, wenn das Wasser unter dem Auto staut, keine
Chance. Mein langer Boxenstopp passierte deshalb, weil die Mechaniker zuerst
drei von Michaels Reifen montiert haben. Später kam ich noch einmal
herein, um die Seitenkästen vom Schotter reinigen zu lassen. Ich habe
ein paar Teile des Fahrzeugs verloren, weil ich einige Male draußen
war. Michael konnte mich überholen, weil ich hinter einem Jordan etwas
Schwung verloren habe."
David Coulthard
(3.)
"Vom achten Startplatz
aus bin ich sehr glücklich mit meinem Rennen, andererseits kann bei
solchen Bedingungen wirklich alles passieren. Mein Start war sehr gut und
so konnte ich mich auf den vierten Platz verbessern und vom Regen profitieren.
Gleichzeitig mit Trulli habe ich mich gedreht, gerade als ich an die Boxen
gehen wollte. Zu dem Zeitpunkt dachten wir, dass Regenreifen die richtige
Wahl sein würden. Als das Safety-Car wieder hineinging, lag ich in
Führung, aber dank der Intermediates konnten Michael und Rubens einen
Doppelsieg einfahren. Immerhin habe ich jetzt mehr Punkte als vor genau
zwölf Monaten und ich weiß, dass unser Auto mehr kann, als wir
bisher gezeigt haben."
Mika Häkkinen
(6.)
"Ich wurde in der
ersten Kurve vom sich drehenden Ralf Schumacher aufgehalten, das hat mich
vier Positionen gekostet. Nach der Safety-Car-Phase sah es nicht so aus,
als könnte ich wirklich aufholen. Ich steckte hinter Verstappen fest,
was viel Zeit gekostet hat. Nach meinem letzten Stopp konnte ich wieder
attackieren und eine Serie von schnellsten Rennrunden hinlegen. Am Ende
holte ich Ralf Schumacher ein, aber ihn zu überholen - das ist eine
andere Geschichte. Zumindest habe ich meinen ersten Punkt der Saison 2001
geholt."
Heinz-Harald Frentzen
(4.)
"Wir hatten heute
viel Glück. Ich hatte ein komisches elektronisches Problem und der
Motor hat einfach nicht hoch gedreht. Das war schon in der Aufwärmrunde.
Glücklicherweise kam es zu einem Startabbruch und so konnten wir mit
dem Laptop die gesamte Elektronik zurücksetzen und in Ordnung bringen.
Am Anfang hatte ich keine Chance auf eine Verbesserung, weil ich mit einem
schweren Auto unterwegs war, viel Benzin an Bord. Als der Regen kam, haben
sich plötzlich alle gedreht. Mit dem Safety-Car auf der Piste war
ich Zweiter, aber nach meinem Boxenstopp konnte ich aus demselben Grund
wie vorhin schon beschrieben keine Zeit wettmachen. Leider büßte
ich sogar ein paar Positionen ein. Seit der ersten Runde plagte mich auch
ein Kupplungsproblem, was im Regen besonders bitter ist, denn auf nasser
Strecke sind blockierende Räder das letzte, was man sich wünschen
würde. Als die Strecke wieder trockener wurde, konnte ich mit Ralf
Schumacher, Mika Hakkinen und Jos Verstappen kämpfen. Das war eines
der aufregendsten Rennen meiner ganzen Karriere. Überall haben sich
die Autos gedreht. Ich war in der besten Position, als Hakkinen Verstappen
überholen wollte. Sie haben sich fast berührt und ich konnte
am McLaren vorbeigehen. Weil Verstappen noch einmal an die Box kommen musste,
schob ich mich einen weiteren Platz nach vorne. Unter diesen Umständen
drei Punkte zu holen - ich bin sehr happy."
Jarno Trulli (8.)
"Ich hatte einen
guten Start. Nach der ersten Kurve war ich Dritter, aber von Anfang an
spielten die Warnleuchten im Cockpit verrückt. Das Auto lief aber
klaglos, also pushte ich wie gewohnt. In der dritten Runde drehten sich
die Ferraris vor mir und ich führte auf einmal. Dann bin ich auch
selbst abgeflogen, aber ich hielt den Motor am Leben und wechselte auf
Regenreifen. Jetzt müssen wir uns die Daten ansehen, denn seit meinem
Ausflug ins Gras war das Fahrverhalten nicht mehr so gut. Auch der Motor
fühlte sich nicht mehr so gut an wie davor. Immerhin scorte Heinz
Harald drei Punkte und das ist gut für das ganze Team."
Ralf Schumacher
(5.)
'Die Kollision
mit Barrichello in der ersten Kurve ist ziemlich unverständlich. Denn
normalerweise gehört dem Auto, das vorne liegt, die Kurve. Ab Mitte
des Rennens habe ich Probleme mit Untersteuern bekommen. Nach dem dritten
Stopp wurde das immer massiver. Das lag aber nicht an den Reifen, sondern
an der Abstimmung des Autos. Aber es hat gut getan, trotzdem noch Häkkinen
in Schach halten zu können.'
Juan Pablo Montoya
(out)
'Ich bin enttäuscht.
Das Auto war gut. Und, wenn man bedenkt, dass mir am Freitag ein ganzer
Trainingstag abhanden kam, war Startplatz sechs sehr gut. Aber vor dem
Start starb der Motor ab und ließ sich nicht wieder anlassen. Ich
musste ins T-Car wechseln und aus der Boxengasse nachstarten. Als es zu
regnen begann, habe ich zur Box gefunkt, dass ich Regenreifen möchte.
Wir haben entschieden, dass ich noch eine Runde draußen bleibe. Leider
habe ich es nicht mehr zur Box geschafft. Es war zu viel Aquaplaning. Ich
bin vom Gas gegangen, aber die Traktion an der Hinterachse war so gering,
dass der Motor ausging und ich mich gedreht habe.'
Jos Verstappen (6.)
"Das ganze Team
sollte glücklich sein. Nach dem schwierigen Start in dieses Wochenende
war es fantastisch, dass wir so weit vorne mitfahren konnten. Wir haben
das Maximum aus dem Auto geholt, auch aus mir, vor allem am Start. Vielleicht
war das mein bester überhaupt! Im Nassen war das Auto gut, aber das
haben wir schon aus dem letzten Jahr gewusst. Es hat viel Spaß gemacht,
auch wenn wir knapp an den Punkten vorbeigeschrammt sind. Immerhin haben
wir in beiden bisherigen Rennen das Ziel gesehen."
Enrique Bernoldi
(out)
"Kurz vor dem Start
gab es ein Problem mit der Lichtmaschine, daher musste ich in letzter Minute
ins Ersatzauto wechseln. Mein Start war gut, aber in der achten Kurve habe
ich mich gedreht, weil es so rutschig war. Zwei Wochen vor meinem Heim-GP
bin ich traurig, dass ich nicht ins Ziel gekommen bin."
Jean Alesi (9.)
"Als es zu regnen
begonnen hat dachte ich, dass ich ein gutes Resultat einfahren könnte.
Ich lag ziemlich weit vorne, an sechster Position, als das Safety-Car auf
die Strecke kam. Leider hatte ich mit den Regenreifen hartnäckiges
Übersteuern, daher musste ich einige Plätze wieder abgeben. Danach
trocknete es ab, aber ich konnte mich nicht mehr verbessern. Ich bin enttäuscht."
Gaston Mazzacane
(12.)
"Das war ein sehr
schwieriges Rennen. Im Regen hatte ich immer weniger Grip, vor allem hinten.
Als das Safety-Car wieder verschwunden ist, wurde ich von einigen Autos
überholt. Ich glaube trotzdem, dass ich für das Team einen guten
Job geleistet habe. Unglücklicherweise musste ich zweimal an die Box
kommen, weil beim ersten mal anscheinend kein Benzin durch die Tankanlage
geflossen ist. Wäre uns das nicht passiert, hätte ich mich mit
Button matchen können. Klar habe ich nicht damit gerechnet, dass ich
auf den Sieger zwei Runden einbüßen würde, aber jetzt muss
ich mich eben gezielt auf die nächsten Rennen vorbereiten."
Eddie Irvine (out)
"Und schon wieder
ein Beispiel dafür, dass jemand sein Gehirn nicht benutzt. Genau wie
in Melbourne, kollidierte ich hier mit Verstappen, glaube ich. Wenn ich
bedenke, wie viel Platz in der ersten Kurve ist, dann kann ich seine Handlungsweise
nicht nachvollziehen. Nach dem plötzlichen Wolkenbruch war auf der
Strecke kaum noch etwas zu erkennen. In Kurve sechs kam ich dann von der
Strecke ab, wie drei andere Fahrer auch. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits
alle auf dem Weg zurück an die Box, aber als Folge meines Ausflugs
abseits der Piste, hatte ich verstopfte und durch Wagenteile beschädigte
Kühler. Ich hatte dann gleich Wasserverlust im Motorkreislauf, weshalb
ich aufgeben musste. Wie wir bei Luciano gesehen haben, ist unser Auto
sehr zuverlässig, weswegen ich noch wütender bin, wieder um eine
Zielankunft beraubt worden zu sein. Um aber in den folgenden Rennen konkurrenzfähig
zu sein, müssen wir noch eine Menge tun", so Irvine abschließend.
Luciano Burti (10.)
"Zu Rennstart verlor
ich gleich einige Positionen, denn ich war hinter Eddie, als er abgeschossen
wurde. Ich konnte zwar anschließend wieder einige Plätze zurückerobern,
allerdings setzte dann auf einmal der Regen ein. Ich fuhr sofort an die
Box, wo ich mir Regenreifen geben ließ. Nachdem das Safety Car das
Rennen wieder freigegeben hatte, begann die Strecke schnell abzutrocknen,
weshalb ich einige Probleme mit den Regenreifen zu bewältigen hatte.
Irgendwie fühlte sich mein Auto aber "bissig" an. Wir müssen
einfach schon am Freitag und Sonnabend im Freien Training eine bessere
Leistung bringen, und ich muss am Sonntag bessere Starts hinlegen", übte
der Brasilianer ein wenig Selbstkritik.
Jenson Button (11.)
'Das waren sehr
schwierige Fahrbedingungen. Das Team hat großartig reagiert und uns
beide an die Box geholt, aber als ich rausfuhr, steckte ich hinter dem
Safety-Car fest. Keine Ahnung wieso das vor mir rausging und nicht vor
dem Führenden. So habe ich Zeit verloren, während alle anderen
an die Box gegangen sind. Danach habe ich einen Fehler gemacht, ich bin
zurückgefallen, aber ich machte wieder ein paar Plätze gut und
so wurde es schließlich der elfte Rang.'
Giancarlo Fisichella
(out)
'Das Rennen hat
ganz übel begonnen, weil ich einen dummen Fehler gemacht und meine
Startposition nicht bezogen habe. Klar, dass ich ans Ende des Feldes verwiesen
wurde, als das Rennen ein zweites Mal gestartet wurde. Nach einem hervorragenden
Start war ich 13. Ich hatte beim einsetzenden Regen Glück und konnte
schnell auf Regenreifen wechseln, aber es war sogar hinter dem Safety-Car
schwierig, das Auto auf dem Asphalt zu halten. Der Regen war so intensiv,
dass es völlig unfahrbar war. Nach meinem zweiten Boxenstopp hätte
ich vom Sprit her bis zum Ende durchfahren können, aber ein Problem
mit der Benzinpumpe vereitelte dieses Vorhaben. Schade, denn ich war gut
unterwegs.'
Fernando Alonso
(13.)
'Das war ein irgendwie
komischer Sonntag für uns. Von Anfang an hatte ich heute kein Gefühl
für das Auto, was vielleicht damit zusammenhängt, dass ich nie
ein optimales Set-Up gefunden habe. Das Schlimmste war, als ich beim Regen
kaum durch die Kurven kam. Daraus resultierend musste ich die Reifen oft
wechseln, insgesamt kam ich fünfmal an die Box. Das ist ziemlich ungewöhnlich.
Das Gute ist, dass ich heute bei solchen Bedingungen Erfahrungen sammeln
konnte. Schon für Brasilien bin ich damit besser vorbereitet. Mit
jeder Runde kam ich besser klar.'
Tarso Marques (14.)
'Ich legte einen
guten Start hin und kam im richtigen Moment zum Reifenwechsel, aber von
da an ging es bergab. Beim ersten Stopp konnte ich den ersten Gang nicht
einlegen, was mich rund zwei Sekunden gekostet hat. Danach registrierte
ich einen Druckverlust bei einem Hinterreifen und ehe ich mich versah,
habe ich den Pneu auch schon verloren, was wieder gekostet hat. Dennoch
bin ich glücklich, denn ich habe den Grand Prix beendet. Ich habe
viel über das Auto gelernt, das gilt auch für das Team. Unter
diesen Voraussetzungen können wir optimistisch in meine Heimat Brasilien
reisen.'
Jacques Villeneuve
(out)
"Im letzten Abschnitt
der Strecke hat es wirklich arg geregnet, das war extrem. Wir waren mit
Trockenreifen unterwegs, außerdem waren die roten Lichter im Heck
der Boliden nicht an, weil es ja am Anfang noch trocken war. Im Prinzip
habe ich überhaupt nichts gesehen, aber auf einmal war ich im Kiesbett.
Klar bin ich enttäuscht. Bei solchen Bedingungen ist viel Glück
mit im Spiel und das war heute nicht auf meiner Seite."
Olivier Panis (out)
"Ich bin sehr traurig
für das Team, denn sie haben das Wochenende über grandios gearbeitet.
Die Basis des Autos war hervorragend und es hätte zu Punkten reichen
können. Mein Start war sehr gut. Obwohl ich mit viel Sprit an Bord
losgefahren bin, weil ich nur einmal nachtanken wollte, konnte ich den
vor mir fahrenden Autos, die alle zweimal an die Box gekommen wären,
locker folgen. Irgendetwas mit dem Ölkreislauf ist dann kaputt gegangen,
dadurch gab es ein Motorfeuer. Ich konnte die Kontrolle nicht behalten
und bin abgeflogen. Jetzt freue ich mich auf das nächste Rennen in
Brasilien."
Nick Heidfeld (out)
“Das Rennen war
am Anfang okay, als es nur ein bisschen tröpfelte, aber in der vierten
Runde oder so regnete es so heftig, dass das Wasser förmlich förmlich
stand. Ich habe mich dann wie ein paar meiner Kollegen wegen des Aquaplanings
gedreht. In der Situation wollte ich das Auto rollen lassen, um wieder
aus dem Kies zu kommen, aber das hat offensichtlich nicht funktioniert.
Es wäre ohnehin schwierig gewesen heute zu punkten, aber nicht ans
Ziel zu kommen ist immer enttäuschend.“
Kimi Raikkonen (out)
“Ich bin sehr traurig,
dass mein Rennen schon vor der ersten Kurve vorbei war. Irgendetwas bei
der Kraftübertragung ist kaputt gegangen. Nach dem vielversprechenden
Warm-Up bei ähnlichen Bedingungen ist das natürlich ein schwerer
Rückschlag für mich, ich bin wirklich enttäuscht.“