Stimmen nach dem Rennen

Michael Schumacher (1.)
"Ich bin vielleicht ein ganz guter Rennfahrer, aber in solchen Situationen tue ich mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Es war ein wunderschönes Wochenende und wir haben alles getan, was zu tun war. Als wir hierher kamen, hatte ich kein besonders gutes Gefühl, aber jetzt habe ich mit dem 51. Sieg die Marke von Alain Prost eingestellt und den vierten WM-Titel in der Tasche. Das ist fast zu viel für mich. Ich möchte dem Team danken. Sie sind einfach wunderbar. Gemeinsam sind wir durch gute und schlechte Zeiten gegangen. Ich liebe sie alle. Es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Diesen Titel kann und will ich mit den anderen nicht vergleichen. Jeder Titel und jeder Sieg ist anders, auf seine Weise besonders. Am Ende war ich ein wenig besorgt, einen Fehler zu machen, weil ein anderes Auto Öl verloren hat. Ich freue mich auch für Rubens, denn sein zweiter Platz bedeutet den Markenpokal für Ferrari. Außerdem hat er mir Coulthard vom Hals gehalten. Jetzt will ich noch ein paar Rennen gewinnen. Rubens war ein sehr wichtiger Teil des Teams. Wenn ich ihm helfen kann, werde ich das tun."

Rubens Barrichello (2.)
"Ich bin sehr stolz darauf, Teil dieses Erfolgs, dieses Teams zu sein. Auch, weil ich Michaels Teamkollege sein darf. Es ist sicher kein Zufall, dass Ferrari alle Weltmeisterschaften gewonnen hat, seit ich beim Team bin. Das Team und Michael verdienen dieses Resultat. Im Rennen war mein Start super, aber mit dem ersten Reifensatz hatte ich kein leichtes Leben. Dann war ich traurig, weil ich beim Boxenstopp den zweiten Platz verloren habe, und umso mehr happy, als ich wieder vor Coulthard zu liegen kam. Zum Schluss stand ich nicht sehr unter Druck, weil man hier nicht überholen kann. Ich fuhr innerhalb der Grenzen."

David Coulthard (3.)
"Natürlich bin ich enttäuscht, dass es jetzt vorbei ist, aber ich möchte Michael und Ferrari ehrlich gratulieren. Ich fühle, dass ich in diesem Jahr besser als je zuvor war, aber wir kamen oft nicht ins Ziel und so hat es unterm Strich eben nicht gereicht. Heute konnte ich Michael am Start Michael nicht überholen, im Gegenteil, ich fiel sogar hinter Rubens zurück. Wahrscheinlich, weil mein Startplatz auf der schmutzigen Seite der Fahrbahn war. Der Start ist hier so entscheidend, weil man so gut wie nicht überholen kann, was man heute zur Genüge gesehen hat. Im ersten Stint blieb ich Rubens auf den Fersen, um ihn eventuell an der Box zu schnappen. Das ist uns tatsächlich gelungen. Beim zweiten Stopp lief irgendetwas nicht ganz perfekt, deshalb fiel ich wieder hinter ihn zurück. Aber auch nach dem heutigen Resultat bin ich nicht demotiviert, ich will noch Rennen gewinnen."

Mika Häkkinen (5.)
"Die ersten 29 Runden des Rennens hing ich hinter Trulli fest, der eineinhalb Sekunden langsamer war als ich. Erst danach konnte ich Ralf Schumacher ein bisschen hetzen, aber da war er schon eine halbe Minute vor mir. Meine ersten beiden Boxenstopps waren super. Wir haben uns entschlossen, die Strategie zu ändern, tankten beim zweiten Mal nur wenig Benzin nach, um eventuell an Ralf vorbeigehen zu können. Das hat nicht funktioniert, weil das Überholen in Ungarn eine Sache für sich ist, wenn der Vordermann keinen Fehler macht. Dann musste ich zum letzten Mal reinkommen und die Sache war gegessen. Der Speed war sensationell und der Rundenrekord ist ein kleiner Trost für mich. Jetzt freue ich mich schon auf das Rennen in Spa."

Ralf Schumacher (4.)
"Dieses war das anstrengendste Rennen des Jahres für mich. Ich hatte konstant mit meinem Auto, das abwechselnd über- und untersteuerte, zu kämpfen. Außerdem musste ich alles geben, um Mika Hakkinen hinter mir zu halten, was mir ja auch gelungen ist. Es ist ja nicht so schlimm, dass es bei mir heute nicht für einen Podiumsplatz gereicht hat, ich kann mich ja drauf freuen, heute mit meinem Bruder seinen vierten WM-Titel zu feiern."

Juan Pablo Montoya (8.)
"Es war ein Wochenende, an dem es für uns einfach nicht lief. Mein Auto fühlte sich das ganze Rennen über absolut nicht gut an, aber ich wollte unbedingt ins Ziel kommen, weil die Jungs so hart für mich gearbeitet haben. Es war ein Wochenende zum Vergessen."

Nick Heidfeld (6.)
"Das war ein hart erkämpfter, aber sehr zufriedenstellender Punkt. Ich war besorgt, dass wegen der Kollision mit Trulli am Start etwas brechen könnte. Eigentlich wollte ich innen fahren, aber der Start war fantastisch und ich ging nach außen, um nicht vom Gas gehen zu müssen. Da war es aber ein bisschen schmutzig und ich hatte Glück, überhaupt die Kurve zu kriegen und meine Position zu verteidigen. Das Auto hat danach ein bisschen untersteuert und der Motor hat in der ersten Kurve immer wieder kurzfristig ausgesetzt, aber es wurde nicht schlimmer und ich konnte den Punkt retten. Ein Resultat zum Genießen, weil vor mir niemand ausgefallen ist."

Kimi Raikkönen (7.)
"Ich hatte einen irre guten Start und konnte mich neben Jarno Trulli setzen, aber er hatte eine Berührung mit Nick und da musste ich kurz vom Gas. Danach machte ich mich auf die Jagd nach Montoya. Unsere Strategie war großartig und ich war vor meinem zweiten Boxenstopp Sechster. Danach bin ich hinter Nick zurückgefallen und später habe ich den Trinkhalm aus dem Mund verloren, weshalb mir Wasser ins Gesicht gesprüht wurde. In der Box habe ich auch ein kleines Teil der Bremse verloren, was für ein bisschen Übersteuern sorgte, aber die Zeiten waren okay. Alles hat sich gut angefühlt."

Jacques Villeuve (9.)
'Ein enttäuschendes Rennen für das Team. Wir waren an diesem Wochenende überhaupt nicht schnell, hatten außerdem ein Problem mit dem Rennauto. So musste ich das T-Car verwenden, weil ich mir damit wohler fühlte. Leider hatten wir damit noch nicht die neuen Aero-Teile, daher hatten wir die Wahl zwischen einem nicht ganz so guten Auto und einem mit einem eventuellen Problem. Klarerweise haben wir uns für das mit weniger Downforce entschieden, weshalb Platz neun das Maximum war.'

Olivier Panis (out)
'Ich war wieder einmal nicht gerade vom Glück gesegnet. Das Team hat hart gearbeitet und ich habe auch alles gegeben, obwohl das Auto schwierig zu fahren war. Nach dem zweiten Boxenstopp gab es dann ein Problem und ich musste noch einmal hereinkommen. Ich bin lange drin geblieben und habe versucht, mit den Ingenieuren herauszufinden, woran es liegt. Ich habe großes Vertrauen ins Team. Sie haben das ganze Wochenende gut gearbeitet, aber heute ganz besonders. Alle wollten das Problem gelöst haben, was mich für Belgien zuversichtlich stimmt.'

Jean Alesi (10.)
"Aus technischen Gründen musste ich im Rennen das Ersatzauto verwenden. Der Start war nicht sehr gut, aber dann hatte ich die Möglichkeit, einen Jaguar zu überholen. Es war eben mein erstes Rennen für Jordan, da war viel zu lernen. Am Anfang musste ich auf die Vorderreifen aufpassen, später dann auf die hinteren. Für mich war es auch das erste Mal, dass ich mit einer Lenkradkupplung gefahren bin. Also einfach alles neu. Jetzt, wo ich eine Zielankunft geschafft habe, kann ich aber viel entspannter in die letzten Rennen gehen."

Jarno Trulli (out)
"In der ersten Kurve konnte ich meine Position halten. Die ersten vier oder fünf Runden konnte ich die Pace halbwegs gehen, aber dann fiel die Performance ein wenig ab. Wir waren auf einmal nicht mehr konkurrenzfähig und dann hatten wir auch noch einen langen Boxenstopp, wegen dem ich zurückfiel. Ich habe alles gegeben, gab nie auf. Ich bin stets am Limit gewesen, aber das Auto war nicht ideal, ist gerutscht. Da und dort hat es einfach gefehlt. Ich hatte so viele Probleme, aber noch kann ich nicht sagen, ob das wegen dem Auto war oder deswegen, weil die Strecke ziemlich rutschig zu sein schien. 24 Runden vor Schluss musste ich schließlich aufgeben."

Pedro de la Rosa (11.)
"Wir haben uns auf dieser kurvenreichen und engen Strecke viel mehr erwartet und ich bin sehr enttäuscht, dass wir nicht annähernd um die Punkte gefahren sind. Nach dem Warm-Up wussten wir schon, dass es nicht einfach werden sollte und dann haben die Reifen schon nach fünf Runden Blasen gezogen. Mein erster Stint war deshalb ziemlich langsam, ich hatte einfach keinen Grip. Nach dem Boxenstopp, mit neuen Pneus, wurde mein Rennen besser, aber ich war zu weit hinten, um noch etwas auszurichten. Wir sahen hier sehr durchschnittlich aus, was ich nicht verstehe, da wir zuletzt immer gut waren, gerade auf solchen Strecken. Trotzdem werden wir weiterhin hart arbeiten und ich weiß, dass wir es schaffen werden. Fortschritte wurden in diesem Jahr gemacht, aber noch nicht genug."

Eddie Irvine (out)
"Das war eines meiner kürzesten Rennen. Mein Fehler. Ich fuhr die erste Kurve auf der schmutzigen Seite der Fahrbahn an und war einfach zu schnell. Das Heck ist ausgebrochen und ich konnte es nicht mehr abfangen. Dieses Wochenende war von Anfang an enttäuschend. Ich konnte nie das Optimum aus dem Auto holen und vom 14. Startplatz aus waren Punkte sowieso schon in weite Ferne gerückt. Gleich am Start kam ich super weg, habe ein paar Plätze gut gemacht, aber das musste ich dann eben bezahlen. Es sind jetzt nur noch wenige Rennen zu fahren, wir haben aber nur vier Punkte. Da gilt es vor Spa viele Dinge auszubessern. Ich habe wirklich gedacht, dass wir hier etwas erreichen könnten, weil der Hungaroring viel Downforce erfordert, was uns liegen sollte, aber dem war nicht so."

Jos Verstappen (12.)
"Das war wieder einmal viel Arbeit für nichts, weil ich ins Ziel gekommen bin, aber keine Punkte holen konnte. Mein Start war gut, aber jemanden zu überholen, fiel mir einfach nicht leicht. Sobald man von der Ideallinie weggeht, sammelt man Dreck auf und man braucht ein paar Kurven, um die Reifen wieder zu reinigen. Es freut mich sehr, dass Michael heute seinen WM-Titel fixiert hat. Vielleicht sollte ich ihn einmal bitten, ein wenig langsamer zu fahren."

Enrique Bernoldi (out)
"Ich habe mich gedreht, ganz einfach. Die Strecke war ziemlich rutschig und ich bin ausgeritten, als ich mich gerade auf der Jagd nach Alonso befand. Das passt zum ganzen Verlauf des Wochenendes. Ich gratuliere hiermit Michael zur Weltmeisterschaft."

Heinz-Harald Frentzen (out)
"Mein Auto hatte in etwa dieselbe Balance wie im Training. Leider bin ich elf Runden vor dem Ziel ausgeschieden. Ich bin einfach in einer Kurve zu schnell aufs Gas gestiegen und abgeflogen. Ich habe heute und an diesem Wochenende viel gelernt. Wir haben viel getestet und beinahe das Rennen beendet. Natürlich war es nicht ganz einfach, aber ich bin optimistisch, dass wir uns für die letzten Rennen verbessern können."

Luciano Burti (out)
"Es ist schade, dass ich so früh im Rennen ausscheiden musste. Relativ früh haben meine Reifen Blasen gezogen. Es war überhaupt kein Grip mehr da, deswegen drehte ich mich. Positiv muss man anmerken, dass wir im Warm-Up nach einem bis dahin extrem schwierigen Wochenende gute Fortschritte machen konnten. Im Rennen war es auf jeden Fall besser. Schade, dass ich nicht zu Ende fahren konnte."

Giancarlo Fisichella (out)
"Ich war happy im Rennen und sehr zufrieden mit allem. Die beiden Boxenstopps liefen gut, ich konnte dabei de la Rosa überholen. Daher ist es umso enttäuschender, dass ich sieben Runden vor Schluss Probleme mit dem Motor hatte."

Jenson Button (out)
"Nach der Zeitstrafe für den Fehlstart lief das Auto ganz okay, obwohl die Balance nicht perfekt war. Bis zum Ende des ersten Stints hatte sich das gebessert, was vielleicht mit der Reifenabnutzung zu tun hatte. Nach dem ersten Boxenstopp war das Auto mit neuen Reifen hervorragend und ich konnte meine persönlich schnellste Runde drehen. Leider habe ich dann in der letzten Kurve einen Fehler gemacht. Ich kam etwas von der Linie ab und die Traktionskontrolle konnte mich nicht mehr retten."

Fernando Alonso (out)
"Ich hatte einen guten Start und war so schnell wie die Autos vor mir. Dann setzten Bremsprobleme ein, was mich ein bisschen irritiert hat. Als ich abgeflogen bin, blockierte ich durch zu hartes Bremsen die Räder. Ich bin ein bisschen enttäuscht, weil wir ein gutes Resultat hätten holen können, aber die Performance an diesem Wochenende war vielversprechend."

Tarso Marques (out)
"Frentzen hat mich in der zweiten Kurve von der Strecke abgedrängt. Das hat ein bisschen Zeit gekostet. Dann tauchten plötzlich Probleme mit dem Getriebe auf, aber man muss fairerweise sagen, dass das bei einer ganz neuen Einheit nicht ungewöhnlich ist. Auch das Gaspedal sprach sehr unterschiedlich an. Nach dem zweiten Boxenstopp haben sie mir dann am Funk gesagt, dass ich den Motor abstellen sollte, weil sie über die Telemetrie eine Unregelmäßigkeit beim Öldruck feststellten. Ein enttäuschender Tag, aber wir haben alles gegeben, was für uns möglich war."