Stimmen nach dem Rennen

Ralf Schumacher (1.)
"Ein unglaublicher Tag für mich, ich bin überaus glücklich, es ist toll, als deutscher Fahrer den Heim-GP zu gewinnen und das noch mit einem Münchener Motor. Am Anfang war mein Teamkollege schneller, ich habe vor dem zweiten Start die Reifen gewechselt, um auf der sicheren Seite zu sein, weil so viele Trümmer auf der Strecke gelegen hatten. Dieser Satz war wohl nicht ganz so schnell wie der erste. Ich habe früh angefangen, Benzin zu sparen und motorschonend zu fahren, weil ich wusste, dass es ein langes hartes Rennen wird. Vielen Dank an das Team, das perfekt gearbeitet hat. Jetzt freue mich auf ein wenig Urlaub daheim."

Juan Pablo Montoya (out)
"Ich bin so enttäuscht, ich kann meine Gefühle gar nicht in Worte fassen. Bis zum Boxenstopp war das Rennen perfekt für mich. Dann hatten wir ein Problem mit meiner Tankanlage, und ich habe die Führung verloren. Danach war ich noch sicherer Zweiter, dann ging zwei Runden später der Motor kaputt."

Rubens Barrichello (2.)
"Wir haben gewusst, dass die Williams in einer anderen Welt fahren würden, daher war meine Zwei-Stopp-Strategie richtig, denn so war ich der Einzige, der ihren Speed am Anfang mitgehen konnte. Über diesen zweiten Platz freue ich mich sehr. Beim ersten Start war ich schon Dritter, als die roten Flaggen herausgekommen sind. Nachdem ich Mika überholt hatte, berührte er mich hinten, aber beim zweiten Start hat das Team den Heckflügel gewechselt. Mika hat sich dann entschuldigt. Mein Fight mit David hat Spaß gemacht, es war auch fair - aber manchmal sehr eng. Das Problem dabei war, dass es uns Zeit gekostet hat. Ihn außen zu überholen, war nicht schwer. Wir kennen uns schon seit der Formel 3 recht gut und haben Respekt voreinander. Von den vielen Ausfällen war ich überrascht. Mehr als dieses Ergebnis konnte ich heute nicht erwarten. Es freut mich, dass ich wieder sechs wertvolle Punkte für die Konstrukteurswertung geholt habe."

Michael Schumacher (out)
"Beim ersten Start konnte ich keine Gänge einlegen. Ich wusste nicht, wo ich hin sollte. Dann habe ich Burti im Rückspiegel gesehen, ich konnte aber nicht ausweichen. Eine knifflige Situation, die viel schlimmer hätte ausgehen können. Nach dem Boxenstopp hatte ich dann einen Defekt der Benzinpumpe und ich musste aufgeben. Die Situation in der Meisterschaft ist bei einem Rennen weniger gleich geblieben, daher bin ich nicht enttäuscht. Schade nur, dass ich nicht zu Ende fahren konnte, das wären sechs Punkte gewesen. Für Ralf freut es mich sehr. Das ist unser Heimrennen und es ist schön, ihn gewinnen zu sehen. Den Fans und mir hätte es gefallen, wenn ich mit ihm und Rubens da oben gestanden wäre."

Jacques Villeneuve (3.)
"Das heutige Ergebnis fühlt sich gut an. Wir waren in den letzten Monaten nicht sehr konkurrenzfähig und heute hätten wir überhaupt nicht damit gerechnet. Die Qualifikation war eine Enttäuschung, aber wir bekamen eine gute Abstimmung für das Rennen hin. Im Warm-Up war das Auto sehr gut, aber auf den Geraden fehlte uns Speed, also war die Strategie ein Fragezeichen. Als Olivier hinter mir war, ließ ich ihn durch, weil er sich mit Jarno anlegen würde. Der hat sich dann gedreht. Ich wusste, dass ich die bessere Strategie als Olivier hatte, aber er konnte mir helfen, mich im Windschatten ziehen. Am Ende musste ich ein Auge auf die Bremsen und auf den Benzin werfen, aber es war genügend Abstand auf Giancarlo vorhanden. Das Podium ist super, aber wir müssen besser werden. Wenn wir unsere Weste sauber halten können, vielleicht noch eine Verbesserung finden, sieht es für den Rest des Jahres nicht so schlecht aus. Dieser Podestplatz freut mich mehr als der in Spanien, weil mehr Arbeit dahinter steckt. Mit jeder Session haben wir das Auto verbessert. Die letzten Rennen waren sehr schwierig für uns, daher haben wir uns dieses Erfolgserlebnis redlich verdient."

Olivier Panis (7.)
"Jacques und ich wählten unterschiedliche Strategien, weil wir so im Rennen mehr Optionen haben würden. Das Auto war heute gut, aber die Strategie hat mich ein wenig hängen lassen. Ich dachte, zwei Stopps wären für mich am besten, aber da habe ich mich getäuscht. Über den Abbruch war ich happy, weil ich in der Schikane Probleme hatte. Dann lief es okay. Nach dem zweiten Stopp kam ich hinter Trulli wieder auf die Strecke. Ich wollte ihn überholen und habe dabei viel Zeit verloren. Naja. Für das Team freut es mich, sehr wichtige Punkte. Wir müssen weiter hart arbeiten und ich würde mich auch über ein wenig Glück freuen."

Giancarlo Fisichella (4.)
"Ich bin sehr, sehr glücklich - für Jenson und für mich selbst. Mein erster Start war gut, der zweite nicht so, weil die Leute vor mir die Türe zugeschmissen haben. Das hat ein paar Positionen gekostet. Ich fuhr am Anfang ziemlich konservativ und sparte so Benzin, weshalb ich den ersten Stint länger als geplant halten konnte. Ich kam vor Jenson wieder ins Rennen und dann lief es gut, auch wenn ich zum Schluss einmal von der Strecke abkam. Dieses Resultat ist für das Team fantastisch und ich möchte allen danken, die mitgeholfen haben, es zu erreichen. Ein großes Dankeschön auch an Michelin - ihre Reifen waren heute super."

Jenson Button (5.)
"Wir haben dieses Resultat nicht nur wegen der Ausfälle geholt, wir waren auch verdammt schnell. Anders wären wir vielleicht nicht in den Punkten, aber wir waren sehr konstant. Das Auto war schon am Freitag gut und heute wieder. Es war gut balanciert und mit gleich viel Sprit waren wir schneller als Jaguar und BAR. Fantastisch, dass Giancarlo und ich in den Punkten sind, ein wichtiger Schub für das Team, der größte in dieser Saison. Eine Strecke wie diese ist der perfekte Boden, um unser Potential und unsere Standfestigkeit zu beweisen. Ein kleines Problem hatte ich auch. Ich habe den Trinkhalm aus dem Mund verloren, weshalb es immer Wasser im Helm gesprüht hat, wenn ich gebremst habe. Das Rennen war nicht leicht, vor allem nicht mit Alesi hinter mir, aber es hat Spaß gemacht."

Jean Alesi (6.)
"Das war auf der technischen Seite ein sehr positives Wochenende und ein wichtiges obendrein, da wir wieder einen Punkt holen konnten. Die Weltmeisterschaft ist noch lange nicht vorbei und wir können unsere Position gewiss noch verbessern. Jeder Punkt, den wir holen, ist ein Schritt in Richtung unserer Ziele."

Luciano Burti (out)
"Alles ist wahnsinnig schnell passiert. Sekunden nach dem Start muss Michael Schumacher ein Problem gehabt haben, aber das konnte ich nicht sehen. Er wurde inmitten der Strecke zwischen all den Autos langsamer und ich konnte den Unfall nicht mehr verhindern. Im Fernsehen hat das sicher schlimmer ausgesehen als es für mich war, aber ich bin trotzdem froh, dass mir nichts zugestoßen ist. Beim zweiten Start stieg ich in Jeans Ersatzauto, das zu meiner Überraschung besser war als mein Rennwagen. Ich konnte eine gute Pace gehen. Probleme bereitete mir nur mein Arm, den ich beim Unfall wo angeschlagen haben muss. Es tat weh und war sehr anstrengend zu lenken. Ich gab mein Bestes, aber die Schmerzen wurden immer schlimmer und dann ging es einfach nicht mehr. Ich habe das Auto verloren und flog ab. Das ist Pech, aber ich werde bis Ungarn sicher wieder fit."

Enrique Bernoldi (8.)
"Ich hatte am Anfang ziemlich viel Glück. Ich kam vom Start gut weg und dann segelte plötzlich ein Auto über mich hinweg. Ein Rad ist auf meinem Auto gelandet und hat die Motorabdeckung und das Heck zerstört. Dieser Schlag war ziemlich hart, daher kam Freude bei mir auf, als ich die roten Flaggen sah. Ein gutes Ergebnis, mein bestes in diesem Jahr. Zum Schluss habe ich den Zweikampf mit meinem Teamkollegen sehr genossen."

Jos Verstappen (9.)
"Der erste Start lief gut für mich, aber ich war näher am Unfall dran als mir lieb war. Auch der Restart war okay, aber ich musste früh an die Box kommen, weil es diesen Zwischenfall mit Ricardo (Zonta; Anmerkung der Redaktion) gab. Bei der Einfahrt in die Schikane habe ich überbremst, daher traf ich den Ausgang nicht ideal. Er kam gut raus und hatte Windschatten. Ich war auf der rechten Seite und daher wundert es mich doch sehr, dass er es versucht hat, weil auf seiner Linie kein Platz war. Er hat mich berührt und ich musste reinkommen. Trotzdem ist es gut, dass ich ins Ziel gekommen bin."

Fernando Alonso (10.)
"Das war ein schwieriger Nachmittag, denn beim zweiten Start war ich in Tarsos Auto und das war naturgemäß auf ihn abgestimmt. Ich habe mich nicht wohl gefühlt. Ins Ziel gekommen - mehr konnte man nicht erwarten. Der zehnte Platz ist mein bestes Resultat in der Formel 1 und heute ist ja mein Geburtstag, also was will ich mehr?"

Tarso Marques (out)
"Es ist frustrierend, dass ich nach all den Anstrengungen meiner Jungs ausfallen musste, gerade nach diesen Problemen am Start, die wir irgendwie in den Griff bekamen. Das Team hat wirklich Geniales geleistet, mich und Fernando rechtzeitig zum zweiten Start wieder auf den Grid bekommen. Es war ein Wunder, denn ich war mit Fernandos Rennauto nicht schlecht unterwegs. Beim Bremsen war es nicht ideal, klar, denn Fernando bremst links, ich aber rechts. Abgesehen davon war ich sehr happy. Jetzt bin ich traurig, dass das Getriebe nach dem Boxenstopp kollabierte."

Jarno Trulli (out)
"Sehr schwierig, sehr enttäuschend. Ich konnte im ersten Stint die Pace nicht ganz halten und drehte mich im Zweikampf mit Panis. Er wollte mich in der ersten Schikane überholen, bremste aber zu spät und musste abkürzen. Dann kam er vor mir wieder auf die Strecke. Den Regeln nach hätte er mich wieder vorbeilassen müssen, also setzte ich mich neben ihn, aber er hat die Tür zugemacht - und damit habe ich nicht gerechnet. Ich musste abrupt einlenken, um einen Unfall zu vermeiden, und dabei habe ich mich gedreht. Das hat viel Zeit und Positionen gekostet. Ein Wochenende zum Vergessen."

Ridcardo Zonta (out)
"Ich legte einen guten Start hin. Einmal habe ich die zweite Schikane verpasst und dann war ich hinter Verstappen. Auf der Gerade schloss ich auf, ich setzte mich neben ihn, aber er warf die Tür zu und beschädigte meinen Frontflügel. Von dem Punkt an war das Rennen praktisch schon beendet. Ich holte mir zwar noch eine neue Nase ab, aber der Schaden lag tiefer und eine Runde später musste ich aufgeben."

Kimi Raikkonen (out)
"Mein Auto lief perfekt und wir hatten ganz klar die richtige Strategie. Ich konnte den sechsten Platz locker halten und hätte am Schluss ziemlich gute Chancen auf einen Podestplatz gehabt. In der 16. Runde ist dann plötzlich die Antriebswelle gebrochen. Bis an die Box bin ich noch gekommen, aber dort konnten wir dann nichts mehr tun."

Nick Heidfeld (out)
"Ich bin beide Male gut gestartet, auch wenn ich in der Schikane einmal den Bremspunkt verpasst habe, als ich an Coulthard vorbeiging. Dann musste ich ihn wieder durchlassen. Nach dem zweiten Start kam ich als Siebter zur zweiten Schikane und vor mir war ziemlich viel Raum. Ich habe spät gebremst, kam so nahe an Coulthard heran, aber dann ist mir de la Rosa hinten reingefahren. Ich habe überhaupt keine Ahnung, was da bei ihm los war. Im Nachhinein muss man wohl sagen, dass wir aufs Podium gekommen wären. Es wird ein paar Tage dauern, bis ich das verdaut habe."

Kimi Kaikkonen (out)
"Mein Auto lief perfekt und wir hatten ganz klar die richtige Strategie. Ich konnte den sechsten Platz locker halten und hätte am Schluss ziemlich gute Chancen auf einen Podestplatz gehabt. In der 16. Runde ist dann plötzlich die Antriebswelle gebrochen. Bis an die Box bin ich noch gekommen, aber dort konnten wir dann nichts mehr tun."

Nick Heidfeld (out)
"Ich bin beide Male gut gestartet, auch wenn ich in der Schikane einmal den Bremspunkt verpasst habe, als ich an Coulthard vorbeiging. Dann musste ich ihn wieder durchlassen. Nach dem zweiten Start kam ich als Siebter zur zweiten Schikane und vor mir war ziemlich viel Raum. Ich habe spät gebremst, kam so nahe an Coulthard heran, aber dann ist mir de la Rosa hinten reingefahren. Ich habe überhaupt keine Ahnung, was da bei ihm los war. Im Nachhinein muss man wohl sagen, dass wir aufs Podium gekommen wären. Es wird ein paar Tage dauern, bis ich das verdaut habe."

Eddie Irvine (out)
"Wir hätten heute ohne Zweifel gepunktet. Es hätten gar keine Autos ausfallen müssen, damit wir eine Chance auf Punkte gehabt hätten, daher ist es umso enttäuschender, dass wir so nach Hause gehen müssen. Diese Strecke zwingt die Autos immer ans Limit - wir gehörten heute zu den Opfern. Sehr schade, denn das Auto war großartig, gut ausbalanciert. Mein Start war gut und ich orientierte mich schon nach vorne. In der 18. Runde haben Fehlzündungen eingesetzt, ich musste an die Box und dann aufgeben. Es gibt offensichtlich Bereiche, die wir rasch in den Griff bekommen müssen, denn Chancen wie heute darf man sich nicht entgehen lassen."

Pedro de la Rosa (out)
"Wir machen alle Fehler, heute eben ich. Als ich die erste Schikane anfuhr, war vor mir dieses Paket an Autos, aber bevor ich das realisieren konnte, war ich schon hinten dran. Ich habe vor der 100-Meter-Tafel gebremst, aber dabei unterschätzt, wie nahe ich an Nick (Heidfeld; Anmerkung der Redaktion) dran war. Am Ende konnte ich nichts mehr machen, die Bremsen blockierten. Ich werde mich bei Nick entschuldigen. Das ist Racing. Mir ist es selbst schon oft so ergangen, daher empfinde ich Mitleid für ihn. Ich bin ja nur eine Runde gefahren, aber das Auto war super. Es ist sehr schade, dass wir heute viele Punkte verschenkt haben. Die Pille ist besonders bitter, wenn man sieht, wie gut es für BAR und Benetton gelaufen ist."

David Coulthard (out)
"Das war ein schwieriges Wochenende und ich bin natürlich enttäuscht über den Ausgang des Rennens. In den ersten Runden hatte ich einen guten Fight mit Rubens, aber mein Auto übersteuerte. Mir war klar, dass viele Autos ausscheiden würden, aber es trifft mich schon, dass ich selbst zu dieser Statistik beigetragen habe, weil der Motor nach dem Boxenstopp den Geist aufgab. Hockenheim ist eine fordernde Strecke, wie das heutige Resultat beweist."

Mika Häkkinen (out)
"Ich war sehr zuversichtlich, was das Auto angeht, und happy mit meiner Situation, daher ist es bitter, was passiert ist. Ich spürte plötzlich Vibrationen hinter mir und dann hat der Motor aufgehört zu laufen. Da war auch Rauch. Trotzdem darf ich nicht niedergeschlagen sein, denn wir werden in den restlichen Rennen voll angreifen."