Stimmen nach dem Rennen

Mika Häkkinen (1.)
"Das fühlt sich wirklich gut an. Es ist lange her, dass ich auf dem obersten Treppchen des Podests stehen durfte. Dass mir dieser Sieg in Silverstone gelungen ist, freut mich besonders, da ich diesen Grand Prix schon immer gewinnen wollte und weil es das Heimrennen des Teams ist. Wir haben eine grandiose Show gezeigt. Das Auto hat gut funktioniert und die Strategie war perfekt. Während dem Rennen habe ich alles gegeben, aber nach der Zielflagge bin ich absichtlich ganz langsam gefahren, um den begeisterten Fans winken zu können."

David Coulthard (out)
"Natürlich bin ich enttäuscht, denn so einen Ausgang habe ich mir beim Heimrennen nicht vorgestellt. Noch dazu glaube ich, dass ich durchaus hätte gewinnen können. Ich lag in der ersten Kurve vor Trulli, wenn auch auf der Außenbahn, aber das macht in Copse nichts. Meiner Ansicht nach hätte er mir mehr Platz lassen müssen, was aber nicht passiert ist, also haben wir uns berührt. Ich konnte zwar weiterfahren, aber die Radaufhängung war beschädigt und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis ich ausfallen würde."

Michael Schumacher (2.)
"Meine Auto war nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich hatte einige Schwierigkeiten, vor allem beim Eingang von Copse, wo ich ein paar Mal seitwärts ins Rutschen kam. Die Balance war nicht ideal und ich konnte deswegen nicht das Maximum ausschöpfen. Ich wollte das Auto einfach nur auf der Strecke halten, aber als Mika neben mir auftauchte, konnte ich nichts dagegen unternehmen. Die Strategie war eine gemeinsame Entscheidung von mir und dem Team, aber es hätte wahrscheinlich ohnehin nichts geändert. So schlecht, wie das Ergebnis aussehen lässt, war die Taktik nicht, denn wenn ich Mika hinter mir halten hätte können, würde es vielleicht anders aussehen. Wir hatten mit dem neuen Reifen von Bridgestone noch nicht genügend Erfahrungen, zumal ich am Freitag auch einen schleichenden Platten hatte. Die richtige Strategie zu finden, war also alles andere als einfach. Es hat uns einfach an Speed gefehlt, aber das sollte beim nächsten Rennen wieder anders sein. Unabhängig von der Situation in der Weltmeisterschaft möchte ich weiterhin Rennen gewinnen."

Rubens Barrichello (3.)
"Mit diesem Ergebnis bin ich zufrieden, weil es mein erstes F1-Podium in Silverstone ist. Am Start konnte ich einige Positionen aufholen und es war sicher eine gute Idee, einen so langen ersten Stint zu fahren. Die Balance war nicht ganz so, wie ich sie mir gewünscht hätte - anders, als es beim Test hier vor einem Monat war. Ich versuchte also, gleichzeitig schnell und sicher zu fahren. Trotz der hohen Benzinlast hat das ganz gut funktioniert. Am Ausgang von Becketts war das Auto exzellent, weshalb ich die Williams' hinter mir lassen konnte. Nach dem Boxenstopp konnte ich Montoya hinter mir halten. Der zweite Reifensatz war auch besser. Schlussendlich musste ich nicht mehr alles geben. Das zweite Podium hintereinander - damit bin ich happy."

Juan Pablo Montoya (4.)
"Es war ein gutes Rennen, obwohl ich glaube, dass ich hätte Dritter werden können. Wir waren mit einer anderen Strategie unterwegs, die nicht wirklich aufgegangen ist. Mein Start war gut, ich konnte mich gleich um drei Plätze verbessern. Ich hatte mir heute morgen vorgenommen, einen Punkt zu holen. Von daher sind drei Punkte eine anständige Ausbeute."

Ralf Schumacher (out)
"Ich hatte einen ausgezeichneten Start. In der ersten Kurve musste ich wegen des Drehers von David Coulthard leider kurz vom Gas gehen und habe wieder einen Platz an Rubens Barrichello verloren. Ich glaube, dass ich mit meiner Einstopp-Strategie auf einem guten Weg war. Beim Stopp hat leider der Tankschlauch geklemmt, das hat wieder etwas Zeit gekostet, kann aber nun einmal passieren. Dann habe ich ein mechanisches Geräusch gehört, und dann ging der Motor auch schon aus."

Kimi Raikkonen (5.)
"Mein Start war nicht optimal, aber danach ist es blendend für mich gelaufen. Das Auto war die ganze Zeit über hervorragend und die Strategie hat so funktioniert, wie das sein sollte. Hinter Ralf Schumacher und später Villeneuve musste ich geduldig bleiben, denn in solchen Situationen kann man nicht mehr machen, aber wie gesagt, danach war einfach alles ideal. Ein perfektes Rennen."

Nick Heidfeld (6.)
"Ich bin sehr glücklich mit meinem Resultat. Im Warm-Up habe ich ein wenig Zeit verloren, weshalb ich in der Vorstartphase noch Veränderungen anbrachte und auch im Rennen spielte ich mit elektronischen Einstellungen herum, um das Set-Up zu verbessern. Meine einzigen Probleme waren ein paar Hinterbänkler beim Überrunden und Heinz Harald (Frentzen; Anmerkung der Redaktion), mit dem ich mich duellierte. Es war ein toller Fight. Vom neunten Platz aus bei so wenigen Ausfällen zu punkten ist sehr zufriedenstellend."

Heinz-Harald Frentzen (7.)
"Leider war mein Start erbärmlich. Mit Heidfeld lieferte ich mir einen guten Fight, aber dann spürte ich, dass ein Barge-Board brach. Dadurch trat Untersteuern auf, was sich am Ende auch in den Rundenzeiten ausgewirkt hat. Ich habe mein Bestes gegeben, aber naturgemäß ist es enttäuschend, wenn man nach einem so vielversprechenden Wochenende mit leeren Händen da steht. Wir müssen es nächstes Mal wieder versuchen, was anderes bleibt uns sowieso nicht übrig. Ein gutes Resultat bei meinem Heimrennen in Hockenheim ist langsam überfällig."

Jarno Trulli (out)
"So früh aus dem Rennen zu scheiden ist für mich und das Team eine ganz bittere Pille. Das Auto war dieses Wochenende so gut. Von meiner Startposition aus waren Punkte möglich, vielleicht sogar ein Podium. Der Start war gut für mich und ich konnte mich innen neben David setzen. Ich weiß nicht, ob er mich nicht gesehen hat oder ob er einfach nicht aufgeben wollte, aber auf jeden Fall machte er mir die Tür zu, wodurch ich keine Chance mehr hatte, auszuweichen oder noch zu bremsen. Wir haben uns also berührt. Es war ein Rennunfall, aber wir werden uns sicher darüber unterhalten. Ich bin der Meinung, dass man Platz lassen muss, wenn man außen fährt."

Jacques Villeneuve (8.)
"Es war ein sehr schwieriges Rennen. Der Start war gut, aber dann konnte ich nicht mehr hochschalten und ich habe viel Boden eingebüßt. Vor der ersten Kurve musste ich hart bremsen, wodurch die Vorderräder blockierten und ich nicht mehr einlenken konnte. Ausgerechnet Olivier war außen, aber ich konnte es nicht mehr verhindern, bin ihm reingekracht und habe ihn ins Aus befördert. Das hat ihm das Rennen gekostet. Solche Dinge passieren manchmal, aber es ist für Olivier und das Team nicht gut und es tut mir schrecklich leid. Danach war es einfach nur ein Krampf, denn das Auto war nie so, wie es sein hätte sollen. Wie immer waren wir zumindest besser als im Qualifying. Mit einem besseren Startplatz wäre mehr drin gewesen."

Olivier Painis (out)
"Was soll ich sagen? Sehr schade. Unser Auto ist im Rennen immer gut, aber ich konnte heute gar nichts ausrichten, weil alles schnell wieder vorbei war. Was passiert ist, war ein Rennzwischenfall, aber wir werden das vergessen und uns auf Hockenheim konzentrieren."

Eddie Irvine (9.)
"Ich bin heute ein recht gutes Rennen gefahren. Der Start war nicht gut und bis zur ersten Kurve habe ich ein paar Plätze verloren. Trotzdem blieb ich 15., weil Trulli und Panis in der ersten Kurve ausschieden. Am Anfang hatte ich viel Sprit an Bord und es war nicht einfach, die Leute zu überholen. Als die Benettons weg waren und ich an Pedro vorbeigegangen war, begann mein Rennen so richtig. Ich will nicht wie eine festhängende LP klingen, aber im Qualifying müssen wir einfach besser werden. Auch hat nicht geholfen, dass ich die letzten Tests verpasst habe. Wir haben mit dem Entwickeln alle Hände voll zu tun und da sind die Stunden bei den Testfahrten wichtiger denn je. Das neue Aero-Paket haben wir faktisch am Freitag zum ersten Mal ausprobiert. Hoffentlich verstehen wir es bis Monza besser."

Pedro de la Rosa (12.)
"Es war langweilig für mich, denn ich musste aufgrund eines Problems beim Nachtanken zweimal an die Box kommen, obwohl wir nur einen Stopp vor hatten. Dadurch habe ich viel Zeit verloren und ich musste danach ordentlich aufholen. Ich kann dem, was ich in Magny-Cours gesagt habe, eigentlich nichts hinzufügen. Eine Steigerung im Qualifying ist überfällig."

Giancarlo Fisichella (13.)
"Ich konnte mit einem fantastischen Start an ungefähr fünf Konkurrenten vorbeigehen, aber dann kam ich in Copse ein wenig von der Linie ab und mich hat ein Jaguar leicht berührt. So habe ich wieder etwas verloren. Später ist mir noch ein Fehler unterlaufen, als ich ganz hinten war, aber dann ging es wieder halbwegs. Nach dem ersten Boxenstopp wollte ich schneller sein als die Piloten unmittelbar hinter mir. Mein zweiter Boxenstopp war dann super und ich konnte mich vor Jenson und Bernoldi setzen."

Jenson Button (15.)
"Der Start war nicht gerade großartig, weil ich zwischen zwei Autos eingeklemmt war und keinen Spielraum hatte. Zumindest konnte ich in der ersten Runde dann ein paar Fahrer überholen. Ab der zehnten Runde musste ich ohne Servolenkung auskommen, was es für mich zu einem sehr anstrengenden Nachmittag gemacht hat, da das Auto immer mehr Übersteuern entwickelte."

Jos Verstappen (10.)
"Ich hatte einen tollen Start, konnte sechs Plätze gutmachen. Danach schnappte ich mir noch Villeneuve und Alesi, wodurch ich schon Neunter war. Mit dem ersten Reifensatz bin ich stets ein wenig herumgerutscht, aber nach dem Stopp war es viel besser. Traktion und Handling waren gut. Auch im dritten Turn war alles okay, aber wegen eines Motorenproblems musste ich langsamer machen. Insgesamt bin ich ganz zufrieden und ich freue mich auf das nächste Rennen."

Enrique Bernoldi (14.)
"Ich war nach dem Start 14., worüber ich happy war, und dann wollte ich Button im Benetton hetzen. Obwohl ich eindeutig schneller war, konnte ich nicht an ihm vorbeigehen, da mir Downforce fehlte. Ich habe ihn dann dank meiner Strategie geschlagen, aber umgelehrt ist mir dasselbe mit seinem Teamkollegen passiert. Vom 20. Startplatz ist der 14. Endrang nicht schlecht. Im Rennen waren wir so stark wie immer und es ist gut für das Team, dass beide Autos im Ziel sind."

Jean Alesi (11.)
"Dieses Resultat enttäuscht mich sehr. Das Wetter war an diesem Wochenende unvorhersehbar, weshalb wir nicht das Beste aus dem Set-Up holen konnten. Der Start war großartig, ich kam bis auf Platz neun nach vorne. Danach wurde es ein schwieriges Rennen, es fehlte generell an Grip. Noch dazu hatten wir uns auf eine Ein-Stopp-Strategie festgelegt, was mit dem schweren Auto die Dinge zusätzlich erschwert hat. Wir dachten, dass das Auto mit weniger Benzin an Bord besser werden würde, aber das ist nicht eingetreten. Das zeigt nur, dass wir am Freitag und Samstag besser arbeiten müssen, um mit dem Set-Up die richtige Richtung zu finden."

Luciano Burti (out)
"Leider Gottes hatte ich schon in der sechsten Runde ein Motorenproblem, aber wir dürfen jetzt nicht jammern, da die Aggregate sonst immer sehr zuverlässig waren. Der Start war nicht perfekt, aber ich hatte den Eindruck, dass das Auto nach ein paar mehr Runden sicher besser gelegen wäre. Mehr kann man nicht sagen."

Fernando Alonso (16.)
"Ich denke, dass ich ein ziemlich gutes Rennen gefahren bin. Von Anfang an war ich recht flott unterwegs und ich konnte mit der Gruppe vor mir mithalten. Die Wahl der harten Reifen hat sich als richtig herausgestellt. Ein ziemlicher Schock war dann aber, als in der Runde vor meinem Boxenstopp plötzlich ein Vorderrad fehlte! Ich habe es einfach verloren. Gott sei Dank ist das kurz vor der Boxeneinfahrt passiert und das Team hat einen neuen Satz Reifen montiert und wieder aufgetankt. Mein Gefühl sagt mir, dass wir in den letzten Wochen Fortschritte gemacht haben, immer besser werden. Das stimmt mich für die kommenden Rennen zuversichtlich."