Stimmen nach dem Rennen

MICHAEL SCHUMACHER (1.)
"Ich hatte am Start ein Problem mit der Kupplung und hätte deswegen beinahe eine Position gegen David verloren, es war sehr knapp. Ich war innen, er außen, aber auch in der dritten Kurve war er noch knapp hinter mir. Ich wusste, dass ich vor ihm bleiben würde müssen, sonst hätte das meine Strategie beeinflusst. Hinter Ralf ist es mir gut ergangen, aber er war im ersten Stint sehr flink unterwegs. Unsere Strategie war besser, außerdem hatte er wohl beim Stopp ein kleines Problem. Mein zweiter Reifensatz war super, ich konnte voll attackieren, aber der dritte war nicht mehr so ideal. Es ist ein großartiges Resultat und Rubens hat mitgeholfen, dass es ein perfekter Tag für Ferrari wurde. Um an die Weltmeisterschaft zu denken, bin ich zu realistisch. Bis mathematisch alles klar ist, werde ich kämpfen. Es sind noch sieben Rennen und damit 70 Punkte zu holen."

RUBENS BARRICHELLO (3.)
"Es überrascht mich, dass ich auf dem Podium stehe. Am Vormittag konnten wir die Schwierigkeiten von gestern aussortieren, das Auto war viel besser. Im ersten Stint war alles okay und ich sparte Sprit. Dann hat das Team vorgeschlagen, dass wir drei statt zwei Stopps einlegen sollten, wir haben kurz diskutiert und dann habe ich zugestimmt. Dem Team muss ich sehr danken, denn es war ein höllisch aufregendes Rennen. Das einzige Problem kam mit dem letzten Reifensatz, der relativ früh Blasen gezogen hat. Den Richtungswechsel oder die Traktion hat das kaum beeinflusst, aber in der Bremszone vor der fünften Kurve hatte ich damit Probleme. So hätte mich David fast noch überholt, denn ich habe normal gebremst, kam aber trotzdem von der Linie ab. Ein zweites Mal wurde es beim Überrunden knapp. Es war ein guter Fight und ich wusste, dass ich von meinem Startplatz aus fighten würde müssen. Von acht auf drei ist eine gute Leistung. Ich freue mich sehr für das Team."

RALF SCHUMACHER (2.)
"Platz zwei ist gut, aber von der Pole-Position aus hatte ich natürlich auf einen Sieg gehofft. Ich hatte damit gerechnet, den Start gegen Michael zu gewinnen. Das ist mir auch gelungen. Ein paar Meter später hatte ich etwas Probleme, weil die Bremskraftverteilung zu weit nach hinten gestellt war. Später gab es Schwierigkeiten beim Boxenstopp und dann hat der zweite Reifensatz leider nicht gut funktioniert. Deshalb bin ich früher zu meinem zweiten Stopp gekommen. Juan wäre sicher vor mir angekommen, schade für ihn, dass er einen Technikdefekt hatte."

JUAN PABLO MONTOYA (out)
"Es war wohl ein Motorproblem, schon eine Runde zuvor hat er Leistung verloren und starb dann ab. Ich bin etwas enttäuscht, aber immerhin lag ich an zweiter Stelle und insofern hat sich unsere Entscheidung für härtere Reifen ausgezahlt, die gestern das Opfer eines besseren Startplatzes erfordert hatten. Ich war sehr zufrieden mit dem Auto. Ich war mit einer anderen Strategie unterwegs als Ralf, um zu versuchen, ihn zu schlagen. Und ich war vor ihm."

DAVID COULTHARD (3.)
"Die Zehn-Sekunden-Strafe hat mein Rennen ruiniert. Das ist zu dumm, denn wir waren konkurrenzfähig, andererseits habe ich selbst die Konsequenzen meines Fehlers zu tragen, ich habe wohl einfach zu hart attackiert. Am Schluss war ich kann hinter Rubens, konnte aber nicht überholen, da er in den ersten drei Kurven sehr schnell war. Die Weltmeisterschaft wurde hier nicht gewonnen oder verloren. Der Abstand zwischen Michael und mir ist größer geworden, es ist schwierig, aber nicht hoffnungslos. Es sind noch sieben Rennen zu fahren und ich werde jetzt von Grand Prix zu Grand Prix denken, weil man nie weiß, was noch passieren kann. Zunächst einmal konzentriere ich mich auf mein Heimrennen und das des Teams in Silverstone."

MIKA HAKKINEN (out)
"Als es passiert ist, wusste ich nicht, was für ein Problem es war, ich konnte es einfach nicht glauben. Ich bin einfach nur dagesessen, als die Mechaniker das Auto wieder starten wollten. Klar bin ich enttäuscht. Diese Dinge passieren mir in diesem Jahr ziemlich oft."

JARNO TRULLI (5.)
"Der Start war gut für mich, aber wir haben zu wenig Speed. Am Motor müssen wir noch arbeiten, denn Montoya und Barrichello waren einfach schneller als ich. Dagegen konnte ich nichts machen. Mein Set-Up war perfekt und ich wollte vorne mithalten, aber das war unmöglich. Ich war von Anfang an in dieser Saison immer in den Punkten, aber oft bin ich ausgeschieden. Man muss aber weiter motiviert bleiben und jedes Rennen kämpfen. Ich wusste, dass wir heute eine gute Chance haben würden, daher habe ich alles gegeben. Das Auto war perfekt, die Zeiten gut, aber nicht gut genug für die Spitze. Unter diesen Umständen ist mehr als Platz fünf einfach nicht drin und ich bin ganz zufrieden damit."

HEINZ-HARALD FRENTZEN (8.)
"Der erste Stint war nicht schlecht, aber ich kann nur raten, was beim ersten Stopp passiert ist. Er hat doppelt so lange gedauert wie sonst und so konnte mich ein Sauber überholen. Mit Eddie Irvine hatte ich einen guten Fight. Einmal war er neben mir, aber beide hätten wir die Kurve nicht geschafft, also kreuzte ich die Schikane, ließ ihn aber nachher überholen, da ich sonst eine Zeitstrafe kassiert hätte. Danach habe ich einfach hart attackiert. Das Auto war am Anfang gut, aber mit den nächsten beiden Reifensätzen hatte ich Untersteuern. Ich hätte schon auf einen Punkt gehofft."

NICK HEIDFELD (6.)
"Es ist schön, dass ich zum ersten Mal nach vier unglücklichen Rennen wieder in den Punkten bin. Wirklich gut. Das Auto war definitiv besser als noch letzte Woche, von daher kann man sagen, dass wir Fortschritte gemacht haben."

KIMI RAIKKONEN (7.)
"Am Anfang des Rennens war mein Auto wirklich gut, aber nach dem zweiten Boxenstopp haben die Reifen schnell abgebaut und ich hatte große Probleme mit der Traktion und Übersteuern in den schnellen Kurven."

OLIVIER PANIS (9.)
"Ich hatte kein einfaches Rennen. Ich gab mein Bestes, das Team auch. Alle haben hart gearbeitet und zwei Stopps waren richtig. Leider hat mir Grip gefehlt, ich bin viel gerutscht und konnte kaum angreifen. Ich bin enttäuscht, dass ich im Heimrennen keine Punkte holen konnte, freue mich aber die Tests und vielleicht läuft es ja in Silverstone besser."

JACQUES VILLENEUVE (out)
"Das Auto war gut und ich habe voll attackiert, denn es gab nichts zu verlieren. Was auch immer schief gelaufen ist - es kam unerwartet und plötzlich. Der Motor ging aus. Den Grund für das Problem kenne ich noch nicht, aber es dürfte sich wohl um die Elektrik handeln. Schade, denn wir hatten ein gutes Auto und ich rechnete mir viel aus."

LUCIANO BURTI (10.)
"Ich denke, es war ein gutes Rennen. Der Start war okay, weil die Launch-Control endlich gut funktioniert. Am Anfang konnte ich Panis und Irvine folgen, aber dann setzte Übersteuern ein. Nach dem Boxenstopp war das Fahrverhalten schwierig und ich hatte kaum Grip. Es war fast wie im Regen. Der dritte Reifensatz war wieder besser, aber beim Stopp ging Fisichella an mir vorbei. Kurz darauf konnte ich ihn wieder überholen, was Spaß gemacht hat. Natürlich hätte ich lieber mehr als den zehnten Platz erreicht, aber es war unmöglich."

JEAN ALESI (12.)
"Das ist nur das Resultat von einem schwierigen Wochenende, an dem wir das Set-Up nicht hinbekommen haben. Für das Team und die Fans bin ich sehr enttäuscht. Wir haben so hart gearbeitet, aber unsere Ziele ändern sich wegen dieser Enttäuschung nicht."

GIANCARLO FISICHELLA (11.)
"Meine erste Runde war schlecht, denn es gab eine Berührung mit Verstappen, was mich ein paar Plätze kostete. Dabei wurde mein Auto wohl ein bisschen beschädigt, denn die Radaufhängung fühlte sich komisch an und das Verhalten auf der Bremse war eine Katastrophe. Im Laufe des Rennens wurde es immer besser und am Ende lief es ganz gut. Über den elften Platz bin ich nicht unglücklich."

JENSON BUTTON (out)
"Giancarlo und ich hatten am Start durchdrehende Räder, aber dennoch konnte ich ihn und Alesi bis zur ersten Kurve überholen. Der erste Stopp hat lange gedauert, ich habe einen Platz verloren, aber der zweite Stint war gut. Vor dem zweiten Stopp setzten Motoraussetzer ein und ich kam rein, aber da war schon Giancarlo. Nicht ideal, aber ich hatte keine Wahl. Am Ende hatte ich noch einen Dreher, weil das Auto stark übersteuerte, außerdem habe ich einmal auf der Bremse die Räder blockiert, wodurch ein Reifen für Vibrationen sorgte. Zum Schluss habe ich mich dann endgültig ins Aus gedreht."

JOS VERSTAPPEN (13.)
"Was soll ich sagen? Ein sauschlechtes Rennen für mich. Der Start war okay, aber ich hatte ein Problem beim Boxenstopp und musste deshalb viele Gegner vorbei lassen. Ich fand überhaupt keinen Grip und mit dem letzten Reifensatz war es einfach nur noch rutschig. Es ist schön, dass ich ins Ziel gekommen bin, aber für einen 13. Rang war das harte Arbeit."

ENRIQUE BERNOLDI (out)
"Das Auto ist ein paar Runden vor dem ersten Stopp ausgerollt. Das ist schade, denn das Rennen ist bis dahin großartig gelaufen, ich hatte ein tolles Duell mit meinem Teamkollegen. Ich muss dieses Wochenende einfach hinter mir lassen und mich auf die Vorbereitungen für Silverstone konzentrieren."

PEDRO DE LA ROSA (14.)
"Dieses Rennen will ich schnell vergessen. Während der Aufwärmrunde ist es nicht mehr vorwärts gegangen und es roch schon nach einem Ausfall. Dann ist es wieder gegangen und ich hatte keine Wahl, musste das Rennen bestreiten und alles versuchen. Die Frustration war groß, weil das Auto super funktioniert hat. Es war gut ausbalanciert und die Reifen waren auch stark. Man kann in solchen Situationen nicht viel machen, nur hoffen. Mehr will ich dazu gar nicht sagen."

EDDIE IRVINE (out)
"Wieder einmal hat uns das Qualifying alle Chancen auf ein gutes Wochenende zunichte gemacht, wobei ich einen Teil der Schuld dafür auf mich nehmen muss. Das Rennen hätte ich härter nicht fahren können, ich fightete vom zwölften Startplatz aus um Punkte, was nur zeigt, dass wir weiter vorne hingehören. Wir sagen es immer wieder - im Qualifying muss sich etwas tun. Bridgestone ist im Training sehr konkurrenzfähig, aber im Rennen haben wir mit Michelin normalerweise einen Vorteil. Panis und Frentzen zu überholen, war alles andere als leicht, denn in den schnellen Kurven sind sie immer weggezogen. Ich wusste, wo ich Panis überholen könnte, aber er hat das Loch immer wieder zugemacht. Ein paar Runden lang blieb ich ruhig, damit er sich in Sicherheit wähnen würde, dann aber habe ich angegriffen. So wie heute zu fahren, macht großen Spaß, tolle Fights, um die Punkte fahren. Nur schade, wie das Rennen für mich zu Ende gegangen ist."

TARSO MARQUES (15.)
"Es war sehr wichtig für uns, das Rennen zu beenden. Wir hatten uns auf eine schwierige Aufgabe bereits eingestellt, da sich die Bedingungen hier in Magny-Cours laufend verändern. Zusätzlich hatte ich wegen eines Getriebeproblems kein gutes Warm-Up und ich musste ins Ersatzauto umsteigen. Das Rennen an sich ist gut gelaufen, nur zum Schluss konnte ich die Gänge nicht mehr richtig einlegen. Insgesamt bin ich aber glücklich, dass ich wieder einmal eine schwarz-weiß karierte Flagge zu Gesicht bekommen habe."

FERNANDO ALONSO (out)
"Es ist frustrierend, dass ich fünf Runden vor Schluss ausgeschieden bin, aber immerhin baut es auf, dass wir wieder viele Kilometer unter den Gürtel bekommen haben. Das Handling war gut und auch die Zuverlässigkeit konnten wir bestätigen. In Deutschland hatten wir ein problemloses Rennen und auch heute wären wir beide ins Ziel gekommen, wenn wir nur ein bisschen mehr Glück gehabt hätten. Das ist ein eindeutiges Zeichen, dass das Team einen guten Job macht."